Tag

Fundstücke

Eine Woche wie ein gepresste Zitrone. Darum heute nur 10 und eilige, aber herzliche Grüße zum Wochenende.

eine gepresste Zitrone fotografiert von Lando Jansone

PS: Die nächste Woche startet mit einem weinseligen Blick nach Ungarn und Mittwoch lässt Hazel Rosenstrauchs ihre Gedanken um die Frage nach dem »richtigen« Engagement in »falschen« Zeiten kreisen.

  1. GESEHEN: AX.APE {ein außergewöhnlicher Experimental-Kurzfilm}
  2. GEHÖRT: Armin Nassehi über den strategischen Vorteil der Lügner
  3. GELESEN: über Twitteratur
  4. GESUCHT: nach einem Teppich {die von Sukhi sind nicht nur schön, sondern auch gut}
  5. GEFUNDEN: das »Wort des Jahres« seit 1971 {Gesellschaftsanalyse in noch weniger als 140 Zeichen}
  6. GEMOCHT: »bike« von Christoph Niemann
  7. GEMACHT: Ma. vom Karate abgeholt und gewünscht, dass die Regeln für alle immer überall gelten würden.
  8. GEDACHT: Ich fass es nicht: Das Risiko einer Vergewaltigung ist für Frauen höher als die Gefahr einer Krebserkrankung, eines Autounfalls, eines Krieges oder einer Malaria-Ansteckung zusammen.
  9. GESPANNT: auf die documenta 14
  10. GEKLICKT: eine Portion tägliche Kunst

Fotos: Lando Jansone

Heute ohne viele {Vor-}Worte und ganz im Sinne »der reinen Liste« – heute zum Thema »Konsistenz in Zeiten des Umbruchs«* 😉

Kommt gut ins Wochenende!


Konsistenz in Zeiten des Umbruchs


  1. GESEHEN: »Manchester by the Sea«
  2. GEHÖRT: »Pages« {kann mich nicht satt-hören an diesem wunderbar leichten Lied!}
  3. GELESEN: »Weil es sagbar ist« {1.000 Dank, Stephanie!}
  4. GEKAUFT: die neue »Brand Eins« zum Thema »Offenheit«
  5. GEDACHT: Niemand kann mehr sagen, er habe nichts gewusst…
  6. GEMOCHT: den »Halbe Katoffl Podcast«
  7. GESUCHT: »Material« zur theoretisch-praktischen Unterfütterung des poetischen Widerstands
  8. GEFUNDEN: u.a. Karel Teige
  9. GEFALLEN: die Fotografien von Michael van den Bogaard
  10. GEFEIERT: meinen tollsten Sohn der Welt
  11. GEFREUT: auf Rerik und das »haus m«
  12. GEFÜHLT: Ambivalenz**
  13. GERÜHRT: schon wieder von ihr – »der First Lady aller Frauen«
  14. GESAGT: »Menschlichkeit steht dir am besten«
  15. GEFRAGT: Warum halten wir Unterschiedlichkeit eigentlich für ein Problem?
  16. GESCHMUNZELT I: bei dem Gedanken an meine kleine Nichte: »Habt ihr ein Plem**?«
  17. GESCHMUNZELT II: bei dieser Twitterperle
  18. GESTAUNT: über die neuen Wohnideen für Berlin
  19. GESPANNT: wie’s weitergeht
  20. GEWÜNSCHT: eine vernünftige globale Klimapolitik
  21. GEKLICKT: Ignant

* Meine Gefühlswelt bewegt sich irgendwo zwischen Revolution und Biedermeier …| **Problem 

Heute lasse ich die Liste für sich sprechen – und bin neugierig zu erfahren, welcher Gemütszustand sich darin erkennen lässt.😉

Ein gutes Wochenende und einen schönen 2. Advent wünsche ich.

GESEHEN: Florian Schroeders »Angsttherapie«
GEHÖRT: Stabat Mater und die Lassie Singers {die Kombination spricht für sich ;)}
GELESEN:»Alles Inklusive«
GEFREUT: auf ein Abendessen mit Anselm {archiv/e} und anderen tollen Männern
GESUCHT: neue Herangehen- und Sichtweisen
GEFUNDEN: Studio TOLK 
GEMOCHT: Anne Kiryakovas Schmuckwerke
GEDACHT: Rapport-Musterstempel
GEMACHT: einen Workshop auf der Netzwerktagung »Unternehmen integrieren Flüchtlinge« moderiert {Fazit: Es passiert viel Gutes!}
GEWAGT: mutig wegzuschauen {ein (Selbst-)Versuch}
GESTUTZT: über Gerald Hüthers Kritik an der Intelligenzförderung {sicher streitbar, aber bedenkenswert}
GERÜHRT: wie ein 75jähriger Griesgram lernte, für seine Enkel zu zeichnen und Instagram zu lieben {hier seine Zeichnungen}
GEZWEIFELT: an der Welt und der Menschheit
GEWÜNSCHT: glauben zu können
GEWEINT: um Dose und all die anderen
GEKAUFT: taz.mit Behinderung
GEFRAGT: Quo vadis?
GEBACKEN: Mailänderli
GEKLICKT: dasnuf.de

Bevor Peter Lindbergh, der mit bürgerlichen Namen Peter Brodbeck heißt, zum internationalen Starfotografen wurde, arbeitete er als Schaufensterdekorateur und studierte Malerei und Konzeptkunst in Düsseldorf. Erst 1971 wandte sich der von Berliner Avantgardekunst inspirierte 27jährige der Fotografie zu – und machte international Karriere. Die erreichte 1990 mit seinem Titelbild für die Januarausgabe der britischen Vogue ihren Höhepunkt: Quasi über Nacht wurde Lindbergh zum »Schöpfer der Supermodels« und läutete eine neue Ära der Modefotografie ein: weg vom »Kleiderständer« hin zur Persönlichkeit.


»Bei richtiger Schönheit sprechen wir über Individualität, über die Courage man selbst zu sein, die eigene Sensibilität einer Person. Alles andere ist nur eine manipulierte Fiktion.« Peter Lindbergh


Ich mag Lindberghs Fotografien, die mehr Filmstill als Foto sind – und stets eine Einladung zum Kopfkino. Ob die rauchende Kate Moss, die Frauen im weißen Hemd oder »Naomi, Linda, Tatjana, Christy und Cindy in den Straßen von New York« – jedes Bild scheint den einen, den ganz besonderen Moment festgehalten. Und wir, die Betrachter/innen, sind eingeladen, die ganze Geschichte zu erfinden, deren {vorwiegend weibliche} Protagonisten in ihrer Ungezwungenheit und Schönheit für ein uneingelöstes Versprechen stehen: das Versprechen auf die volle Anerkennung und unantastbare Würde des Individuums.

Die Kunsthal Rotterdam zeigt seit dem 10. September und bis zum 12. Februar 2017 eine erste umfassende Retrospektive des schon heute legendären Modefotografen, die anschließend um den Globus wandern wird. Anhand von über 220 Lindbergh-Fotografien erzählt »A Different Vision on Fashion Photography« die Geschichte der Mode seit 1970 und wie sie sich mit Lindbergh verändert hat. Parallel zu der von Thierry-Maxime Loriot kurierten Ausstellung hat der TASCHEN Verlag im September seinen gleichnamigen Begleitband herausgebracht.  Das 500 Seiten starke Buch mit mehr als 400 Fotografien gibt Einblick in Lindberghs Schaffen seit den 1970er Jahren – ein wunderbares Buch, finde ich: Kopfkino ohne Ladenschluss. Umso mehr freue ich mich, ein Exemplar an euch verschenken zu können.

Hinterlasst dazu einfach bis zum 30. November 0.00 Uhr eine kurze Notiz, was euch an Lindberghs »Vision on Fashion Photography« fasziniert {bitte unbedingt eine E-Mailadresse angeben!}. Frau Zufall und Herr Glück werden haben das Übrige tun getan und die Nr. 12 orakelt – Herzlichen Glückwunsch, liebe Katja!

Du kannst – wie alle anderen natürlich unbedingt auch – dein Buch am Samstag, den 3. Dezember zwischen 16 und 18 Uhr sogar von Lindbergh höchstpersönlich signieren lassen. Dann nämlich ist der Starfotograf anlässlich der Eröffnung des ersten Berlin TASCHEN Flagshipstores in der Hauptstadt.

Einladung zur Signierstunde von Pter Lindbergh im TASCHEN Store Berlin

Ich danke dem TASCHEN Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars und eines weiteren Buchs für meine Leser/innen.

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»Worry when you come to the bridge.«

Mit diesen Worten pflegt meine gute alte Freundin Hazel Rosenstrauch ihren Vater zu zitieren, wenn ich wieder einmal Katastrophen heraufbeschwöre, wozu ich – wie ihre Mutter – bisweilen neige. Der 9.11. mag mir allen Grund dafür geben, aber es hilft ja nichts in apokalyptische Depressionen zu verfallen. Im Gegenteil. Man müsse, so meine Freundin, auch das Gute sehen, sonst verliere man die Kraft dafür zu kämpfen. Recht hat sie.

In diesem Sinne: Kommt gut ins Wochenende!

GESEHEN: den ersten Schnee
GEHÖRT: Leonard Cohen {Ich mag das neue Album so sehr! Nun ist auch er gegangen.}
GESCHMECKT: Anti-Kummerkuchen
GELESEN: über die wenig bekannte Schriftstellerin Libuše Moníková.
GESUCHT: ein neues Fahrrad, nachdem mein Rahmen gebrochen ist… {grmpf}
GEFUNDEN: dass Stephanie den Publikumspreis #digitalfemaleleader verdient
GEMOCHT: Mareices Buch »Alles inklusive« {bald mehr}
GEMACHT: einen Heimkino-Abend mit Ma. {im Programm: »Harry Potter«}
GEDACHT No. 1: Es gibt so viele gute Plattformen – ich sollte sie mehr nutzen.
GEDACHT No. 2: »Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.«
GERÜHRT: wie die Kunstwelt auf Trumps Wahlsieg reagiert.
GEWEINT: Um Leonard Cohen und all die Künstler/innen, die unser Leben so bereichert haben.
GEFRAGT: Wie die Welt in 3 Jahren wohl aussieht?
GESTAUNT: über die Bescheidenheit eines großen Meisters
GEFASST: an den Kopf
GEFREUT: über Alus Besuch mit K3
GESCHMUNZELT: über Stephan Porombkas Tweets
GEKLICKT: Bundeszentrale für Politische Bildung

Lang ist der letzte Wochenrückblick her. Darum heute ein zwar flüchtiger, aber um 5 Freitagslieblinge ergänzter Dreiwochenrückblick.

GESEHEN: Schatten {Eurydike sagt} {tolles Stück, mittelmäßig inszeniert}
GEHÖRT: Run Run {Hauschka}
GESCHMECKT: Ofenkürbis mit Esskastanien
GEROCHEN: Portrait of a Lady
GEPLANT: Tschick
GESUCHT: einen Wintermantel
GEFUNDEN: einen schönen Ort für einen Workshop
GEFALLEN: unser Mehrfamilienausflug zum Krossinsee
GEMOCHT: Antanas Sutkus „Alltagsfotografien“
GEMACHT: wassergewandert
GEDACHT: Ja, man muss die Spannung aushalten. Aber manchmal muss ich den ganzen Sch… auch „vergessen“.
GEFRAGT: Warum fällt mir das nur so schwer?*
GESTAUNT: über die Dynamik in der Netzwelt
GESCHMUNZELT: über die Antwort auf die große Frage {immer wieder großartig}
GEFREUT: über unser neues Bett und auf ein Frühstück mit Tante Masha
GEKLICKT: KRAUTKOPF {auf der Suche nach feinen Herbstrezepten}


*Die Angst ist ein Kleid.
Elfriede Jelinek


 

Malendes Kind Ieva Jansone

„[…] Schauen Sie, ich bin mit einer autistischen älteren Schwester groß geworden, das hat mich sehr geprägt und es war beides: anstrengend, aber auch ein Geschenk. […]. Vor ein paar Jahren diskutierte ich mit Susan über Fußball und beklagte mich, dass immer nur Spanien und Deutschland Weltmeister werden. Sie widersprach und zählte sämtliche Weltmeister seit 1930 auf. Sie verfügte über die totale Erinnerung, wir Briten nennen das total recall. Susan hat sich alles gemerkt, jedes Gesicht, jede Zahl, jedes Gespräch. Sicher kennen Sie den Pianisten Jewgeni Kissin. Ich komme mit ihm wunderbar zurecht, weil er mich in bestimmten Verhaltensweisen an Susan erinnert. Wir sprechen kaum miteinander. Wenn wir uns treffen, spielen wir zusammen Klavier und unterhalten uns ausschließlich über die Musik.

 

[…] Wenn autistische Menschen unter sich sind, schauen sie auf uns, als wären wir Wesen von einem anderen Planeten.“ Sir Simon Rattle

work in progress ieva jansone ii

… und woran erinnere ich mich im Rückblick auf diese letzte Woche im August? Unter anderem daran:

Ein schönes letztes Augustwochenende!

Fotos: Ieva Jansone

Ich wurde mitten in den Sommer hineingeboren. In das Grillenzirpen und den hitzeflirrenden Asphalt, in die korngeschwängerte Luft, die Seidennächte und das tiefe Farbensatt. Als Kind liebte ich diese Jahreszeit in ihrer herrlich-dichten Sinnlichkeit. Später dann, als mein Körper und ich uns immer mehr entzweiten, wurde sie mir zur Last. Heute kann ich sie wieder genießen.

Ob die Jahreszeit, in die man hineingeboren wird, wohl etwas mit einem macht? Ob meine Wasserliebe vielleicht von der früherfahrenen Hitze rührt? Wie dem auch sei – zweierlei ist gewiss: dass an meinem Geburtstag alle in den Ferien sind und die „Was-wünscht-du-dir-Frage“. Auf die fällt mir dieses Jahr sogar einmal {rechtzeitig} etwas ein. Und was steht so auf eurem Wunschzettel?

Wunschzettel, Geburtstagswuensche, Sommerkind, Geburtstag

Rucksack | Parfüm | Cardigan | Tschick | Glasservice | Seidenschal

Müde. Ich bin so müde. Ganz gleich wie viel Kaffee ich trinke und wie viel Stunden ich schlafe. Selbst diese kleine Liste zu schreiben, fällt mir schwer. Ist das die Frühjahrsmüdigkeit? – Wie dem auch sei: Ich wünsch‘ allen ein wunderbares, langes Pfingstwochenende!