KW 49 #FröhlicheWeihnachten

Endspurt. In zwei Tagen ist Heiligabend. Äh, was war doch gleich der Anlass? Ach ja, die Geburt Christi – könnte man glatt vergessen in der Hektik weihnachtlicher Vorbereitungen, rituellem Weihnachtsshopping und druckbetanktem Jahresabschluss. Noch dazu die betriebliche Weihnachtsfeierei und mit der Besinnlichkeit ist’s im Advent endgültig vorbei. »Kann man meinetwegen abschaffen«, sagte der Mann kürzlich und ich widersprach heftig: Die wenigen Kollektivrituale in der Arbeitswelt wären wichtig für das Miteinander und so – oder so… oder nicht?

So manches Fest, für das das Zentralereignis des Christentums herhalten muss, lässt Zweifel aufkommen (nicht nur im Betriebskontext): Gespräche wie Wanderungen über Tretminenfelder, scheinheilige Empfänge – rechte Wange, linke Wange (am liebsten in die Fresse), verdeckte Feinseligkeit und offene Ignoranz, Flachtalk bis zum Gesichtszusammenbruch und dann ein unbedachter Satz und der jahrelang unter den Teppich gekehrte Dreck fliegt auf – »schöner die Glocken nie klingen«.

Noch wähne ich mich sicher vor Festivitäten mit derart hohem Sprengstoffpotenzial (Überraschungen eingepreist), aber der Absurdität des ganzen Unterfangens kann auch ich nicht mehr ausweichen, wenn sich die Onkels wechselseitig 100 Euro überweisen, damit ein jeder von ihnen davon ein Geschenk fürs jeweilige Göttikind besorgen möge – Transaktionsgeschenke mit Spendeneffekt für die notgeplagte Bankenwelt?!

In diesem Sinne: Fröhliche Weihnachten!

  1. GESEHEN: »Stefanie Sargnagel macht Kulturzeit« und »Weihnachten bei Hoppenstedts«
  2. GEHÖRT: wie und warum das Selbstportrait zur Gattung der Lebenskunst zählt {6. Vorlesung aus der wunderbaren Reihe LEBEN KUNST LEBENSKUNST von Stephan Porombka – endlich wieder mal Ästhetikvorlesungen lauschen}
  3. GELESEN: über die Renaissance des Anti-Intellektualismus, falsch verstandene Wissenschaft und die Überwertung des »gesunden Menschenverstands«

Den Zweiflern raten, die Trauernden trösten, denen, die uns beleidigen, verzeihen, die Lästigen ertragen, den Nackten bekleiden, die Fremden beherbergen, die Kranken pflegen, die Gefangenen besuchen … aus: Werke der Barmherzigkeit

  1. GELERNT: dass und wie Barmherzigkeit Gerechtigkeit fordert und voraussetzt.
  2. GEFRAGT: Soll man Bettler*innen etwas geben? – Ja!
  3. GEWUNDERT: über die staatstragende Bedeutung des Konsums
  4. GEFREUT: auf ein wenig Schnee
  5. GESCHMUNZELT: »Gegen ein Weihnachten, das der erlesenen Askese der Less-is-more-Ästhetik entspricht, mutet die Notaufnahme fast schon wie ein Hort wunderkerzenfröhlicher und schokoherzlicher Gemütlichkeit an.«
  6. GEBETEN: dass viele das neue Verlagsprogramm der Edition diá aus Berlin unterstützen – eine Crowdfunding-Kampagne, mit der man WAS MACHEN kann gegen Angst und Fremdenfeindlichkeit und die »Verkleinerung der Welt«.
  7. GEDACHT: Das Internet spiegelt die gesellschaftlichen Verhältnisse eben auch »nur« wieder…
  8. GEMACHT: Business Development {nächstes Jahr wird sich zeigen, ob und wie es fliegt.}
  9. GEMOCHT: den katholischen Rebell und Dichter, Heinrich Böll.
  10. GESUCHT: schöne Buchgeschenke für Kinder
  11. GEFUNDEN: den wunderbaren Kalender 2018 der Matrosenhunde
  12. GEWÜNSCHT: mein Lieblingsparfüm
  13. GEWOLLT: Parklets in meiner Straße
  14. GEHOFFT: dass die Sterne recht haben {was ich nicht glaube 🙃}
  15. GESPANNT: ob mehr Partizipation als Innovationstreiber oder Bremsklotz gesehen wurde.
  16. GEÄRGERT: … über die gläsernen Decken allüberall – auch in der Kunst.
  17. GEPLANT: einen Besuch im Bode Museum
  18. GEKLICKT: ins Online-Lexikon für poetische Verfahren {Nörgeln als poetische Praxis – Heißa!}

2 Comments

  • 2 Jahren ago

    Ich wünsche Dir schöne und erfüllte Weihnachten, eine besondere Zeit an diesen Tagen, zwischen den Jahren und zwischen den Menschen.
    Danke für ein ganzes Jahr Bereicherung und Danke für ein ganzes Jahr guter Gedanken, die sich hier für mich finden.
    Herzliche Grüsse aus der Wortgarage von
    Hermann Josef

  • 2 Jahren ago

    Liebe Indre, hui hui, das geht nach vorn in den einleitenden Sätzen. Und ich kann dich so gut verstehen und will dem gar nichts hinzufügen, nur bestätigend vor mich hin nicken. Trotzdem wünsche ich Dir und Deinen Lieben ein paar schöne Tage an und zwischen den Feierlichkeiten, wie immer Du sie gern möchtest. So sollen sie sein. Ich freue mich auf ein paar ruhige Minuten am heutigen Abend, in denen ich mich Deinen Links widmen kann. Danke für Deine niemals abreißenden Wochenrückblicke und andere Inspiration hier an dieser Stelle und dort, wo wir uns noch begegnen.
    Alles Liebe, Annett

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