Von der Feuerstelle bis zum Wohnerlebnis. Eine klitzekleine Geschichte der Küche.

Küche, MiMA zügelt, Dieckmann, Leipzig, Grassi
Typenküche nach Erich Dieckmann (1927) im Leipziger Grassi Museum für Angewandte Kunst 

Die Küche spielte schon letzten Dienstag eine wichtige Rolle. Sie war das Ziel meines imaginären Ausflugs in unsere zukünftige Wohnung. Tatsächlich nimmt das Thema Küche in unserer Wohnungsplanung recht viel Raum ein. Neben der Frage, wie sie eigentlich aussehen soll, treibt uns vor allem auch die Frage um, was soll sie eigentlich leisten soll? Soll sie in erster Linie dem Kochen dienen oder viel mehr ein Ort des Beisammenseins sein? Mir hilft bei derlei schwierigen Entscheidungen – da bin ich ganz Kulturwissenschaftlerin – immer ein Blick in die Geschichte. Sie ist voll von unterschiedlichen Wohnkonzepten und -modellen, und gibt mir immer wieder neue Anregungen und Ideen. 

Die Entwicklung der Küche finde ich besonders spannend, denn sie erzählt so viel über uns und unser Selbstbild. Und natürlich ist sie auch eine ganz große Geschichte über Männer und Frauen(-rollen). Es ist sicher kein Zufall, dass wir aktuell wieder eine Renaissance der offenen Wohnküche erleben. In einer Zeit, in der viele Paare und Eltern berufstätig sind und Kinder oder andere betreuungsbedürftige Angehörige tagsüber von anderen versorgt werden, gewinnt das gemeinsame Kochen und Essen wieder an Bedeutung. Die isolierte Arbeitsküche á la Frankfurter Küche von Margarete Schütte-Lihotzky ist zwar geruchs- und lärmneutraler, aber auch asozialer. Wenn es möglich wäre, würde ich sie in einen offenen Raum integrieren, denn ihre Funktionalität und Ästhetik – funktionale Ästhetik  ästhetische Funktionalität – ist einfach unschlagbar.

Frankfurter Küche von Margarete Schütte-Lihotzky im Moma in New York. Foto: Jonathan Savoie
Frankfurter Küche von Margarete Schütte-Lihotzky im Moma in New York. Foto: Jonathan Savoie

Die offene Wohnküche hat schon verschiedene Wiedergeburten erlebt. Die letzte fand in den 1960/70er Jahren statt und geht auf die so genannte 68er Generation zurück. In ihren Wohngemeinschaften (WG) wurde die Küche zum Lebensmittelpunkt, in dem kochend und essend diskutiert bzw. diskutierend gegessen und gekocht wurde. Das Modell WG-Küche hat – soweit ich das überblicke – bis heute Bestand. Daneben entwickelte sich aus der so genannten Frauenbewegung heraus neue Wohnprojekte, in der die Küche eine dominante Rolle einnahm. Ziel war es, berufliche und familiäre Anforderungen, einerseits und kindliche Bedürfnisse andererseits unter einen Hut zu bekommen. Das Ergebnis war eine Art zentrale Wohnküchen-Dielenhalle (Beispiel: Wohnprojekt Kiel-Schilksee von 1975), in der sich das gesamte Leben abspielte – vom Kochen über die Kindererziehung bis zum Lernen oder (selbstständigen) Arbeiten. In eine ähnliche Richtung drehen auch unsere aktuellen Küchengedanken – und damit knüpfen wir eigentlich an die älteste Küchentradition an. Denn historisch gesehen ist die offene Wohnküche eigentlich das dominante Modell – freilich weniger technisch gewieft und weniger symbolisch aufgeladen als heute. Nur den gehobenen Schichten war es seit jeher vorbehalten, die Speisezubereitung auszulagern.

Im antiken Griechenland beherbergte üblicherweise der überdachte Patio die Küche; im Mittelalter fand das gesamte Leben rund um die offene Feuerstelle statt, die ordentlich rußte und der mittelalterlichen Küche ihren Namen gab: Schwarz- oder Rußküche. Sie überlebte teilweise bis ins 20. Jahrhundert hinein als Bauernküche. Die Version der separierten Funktionsküche setzte sich erst mit dem bürgerlichen Lebensstil des 19. Jahrhunderts durch. Mit dem Aufstieg des Bürgertums verschwand die Küche nach und nach in den Kellern oder anderen entlegenen Orten des Hauses bzw. der Wohnung. Geruch und Lärm des Kochen vertrugen sich nicht mit dem Selbstverständnis des aufstrebenden Bürgertum, das sich stets am Adel orientierte. Wie das Kunstwerk wollte man die feine Speise genießen; ihr mitunter wenig feiner Entstehungsprozess sollte das ästhetische Vergnügen nicht schmälern. So entwickelte sich die Küche peu á peu zum reinen Funktions- und Arbeitsraum – eine Entwicklung, die interessanterweise von Frauen für Frauen eingeleitet wurde. 

Frankfurter Küche im MAK Wien, Fadenstudie
links: Frankfurter Küche im MAK Wien. Bildquelle: Wikimedia Commons | rechts: Fadenstudie
Es war Catherine Beecher, die Schwester der Erfindern von ‚Onkel Toms Hütte‘ Harriet Beecher-Stowe, die 1896 mit einer Untersuchung der Arbeitsabläufe in Schiffsküchen die Grundlage für die ‚Küchenrationalisierung‘ des 20. Jahrhundert legte. Sie ordnete die verschiedenen Küchenbereiche bestimmten Arbeitsschritten zu und leitete davon die Forderung ab, Küchen künftig nach ergonomischen Prinzipien zu organisieren. So sollte die Küchenarbeit effizienter und leichter werden. Seinen Höhepunkt erreichte diese Entwicklung 1927 mit der so genannten Frankfurter Küche von Margarete Schütte-Lihotzky. Sie griff dabei auf die berühmte Fadenstudie der amerikanischen Ökonomin Christine Frederick zurück, die mithilfe eines Fadens am Fuß ihrer Probandinnen die Distanz maß, die eine Frau täglich in der Küche zurücklegte. Durch eine funktionale Anordnung der Möbel nach Arbeitszonen konnte die Wegstrecke in der Frankfurter Küche auf ein Minimum reduziert werden. Doch was als Entlastung der Hausfrau gedacht war, förderte ihre ’soziale Isolation‘. Nun war sie nicht nur vom Arbeits- und Erwerbsleben abgekoppelt, sondern auch von der Familie abgeschirmt. Erst mit der 1968er Generation und ihrer Revolte gegen die (Klein-)Bürgerlichkeit eroberte sich die Wohnküche ihr Terrain zurück.
Unsere Küche, Scherenlampe, String Regal
Ich war und bin eigentlich eine Anhängerin der offenen Wohnküche. Aber ich kenne viele Leute, die die funktionale Kleinküche bevorzugen, zum einen wegen der Gerüche, zum anderen weil sie sich beim Kochen ungern über die Schulter schauen lassen. Bei meiner Küchenrecherche stieß ich auf einen Artikel, der die Entwicklung der Küche aus Geschlechterperspektive untersucht und noch ein ganz anderes Argument gegen die offene Wohnküche anführt. Die Autorin lehnt sie ab, weil sie gegenseitige Kontrolle fördere und den Spielraum jedes einzelnen einschränke (Beispiel: schaut eine/r Fernsehen, sind alle betroffen). Ganz abwegig finde ich den Gedanken nicht, aber ist es wirklich so? Was meint ihr? Habt ihr Erfahrungen mit einer offenen Küche? Würdet ihr den Wohn- und den Koch-Essbereich voneinander separieren oder sogar die funktionale Kleinküche bevorzugen? Und wenn ja, warum?

25 Comments

  • 6 Jahren ago

    Das ist aber ein interessante Thema…gerade entdeckt…Wir haben eine offene Wohnküche, kannte ich schon aus der vorangegangenen Mieterwohnung…Für uns gab es keine Alternativ, da die Familie mit Anhang doch recht groß ist und man dann schnell mal 25 Leute an einen Tisch unterbringen muss…Der Fernseher spielt bei uns nur eine untergeordnete Rolle und wird, wenn überhaupt, meist erst nach 20.00 Uhr eingeschaltet…Sehr schön finde ich so eine Verbindung zwischen Küche und Wohnbereich auch mit einer Glasschiebetür, wie man es in alten Villen mitunter findet. LG Lotta.

    • 6 Jahren ago

      …mein iPad…also ich schiebe es jetzt mal einfach darauf…verschluckt manchmal Buchstaben…nicht wundern…;-)

  • 6 Jahren ago

    Wenn ich mir meine Wohnung/mein Haus malen könnte, würde ich die Küche nicht offen in den Wohnraum integrieren. Ich würde eine Wohnküche mit großem Esstisch einplanen, die zwar die Familie und Gäste zum gemeinsamen Kochen, Plaudern usw. einlädt, aber dennoch abgetrennt ist vom Wohnraum. So hat man Beides je nach Wunsch: sozialen Ort (die besten Parties finden ja bekanntlich eh immer in der Küche statt) und auch mal Rückzugsmöglichkeit.

    Ein separates Fernsehzimmer würde ich auch lieben. Ich finde es immer so ungemütlich, wenn der Fernseher und die DVD-Sammlung im Wohnzimmer (schon augfrund der Größe) so eine zentrale Rolle spielen…

  • 6 Jahren ago

    Hallo Indre,
    na, da bin ich ja mal auf das Finale gespannt 🙂
    Im alten Doppelhaus hätte die Tür zur Küche vom Flur aus sein sollen und komplett abgetrennt vom Wohnzimmer. Buhaa, ging ja gar nicht. War bei der Planung gerade schwanger und wollte nicht in einem Kabuff stehen. Damit ein Tisch in die Küche passte, wurde auf den Zugang vom Flur verzichtet und man musste durchs Wohnzimmer, aber so war ich nie vom Familienleben abgeschnitten. Allerdings mit Schiebetür, und das fand ich immer super.
    Und so haben wir es jetzt auch im neuen Haus: Die Küche ist groß genug für eine Kochinsel, vor der man an einer etwas höheren Holztheke mit dem Barhocker sitzen kann, und nebenan ist der große Esstisch. Zwei große Schiebetüren verschwinden in der Wand, so dass es mit drei Metern Durchgang aussieht wie eine offene Küche. Wenn ich aber für mehrere Personen gekocht habe, sieht es auch schon mal aus wie explodiert, und dann finde ich es ganz angenehm, nicht vom Tisch aus auf das noch zu spülende Geschirr und die gebrauchten Töpfe gucken zu müssen 🙂
    Und wenn ich quirrle und mixe, wird die Tür gerne mal zugemacht, damit die Fernsehschauenden Familienmitglieder auch etwas vom Ton mitbekommen.
    Bin neugierig! liebe Grüße, Petra

  • 6 Jahren ago

    Ich überlege die ganze Zeit, wieso sich das Gerücht der funktionalen Kleinküche so beständig hält. Sind doch auch die großen Küchen durchaus funktional, mitunter sogar funktionaler. Mein Gruselbeispiel ist da gern ein kleines Kind, dass in der Kleinküche dem Herd eigentlich immer zu nah kommt. Und es gibt noch weitere Funktionsvorteile des "großen" Kochens: Der Esstisch und das Geschirr sind greifbar, die Aufgaben werden leichter verteilt, Vergessenes kann quasi im Sitzen heran geholt werden. Und ehrlich, mein Essen ist meist nicht fertig, wenn die Gäste kommen.
    Das Kontrollargument überzeugt mich nicht, weil eben auch das Gegenteil möglich ist: Die gegenseitige Akzeptanz wird so erhöht, statt der Funktionsversklavung hinter geschlossener Tür :-))
    Also, mein Votum war klar: Die Küche in unserer Altbauwohnung wurde aus dem kleinsten Zimmer ins größte verlegt. Eine gute Entscheidung. Aber auch die, das Wohnzimmer davon abzutrennen!
    Liebe Grüße
    Patti

    • 6 Jahren ago

      Ich bin ganz auf deine Seite. "Funktionale Kleinküche" hat maximal als stehender Begriff seine Berechtigung. Wir können ihm ja die "Funktionale Wohnküche" zur Seite stellen. 😉

  • Anonym
    6 Jahren ago

    Wir haben eine große Küche mit Essplatz und Schiebetüren zum Essbereich und Wohnbereich, der "über Eck" geht.Die Schiebetüren stehen zu 90 % offen, aber ich habe es schon oft geschätzt beim kochen auch mal die Türen schliessen zu können und möchte das nicht missen! Und der Rest der Familie auch…
    Wir kochen gerne und viel, da hat es schon Vorteile ab und zu die Bereiche trennen zu können. Und dieses "Showkochen" mit Freunden… findet doch eher weniger statt. Wir haben oft Gäste, aber dann ist das Essen doch irgendwie vorbereitet und man verbringt die meiste Zeit zusammen am Tisch….

  • 6 Jahren ago

    Ich schließe mich Dorea an. Ich stehe oft in unserer viel zu kleinen Küche und wünsche mir Platz. Platz zum Kochen und Teig ausrollen, ohne etwas wegschieben zu müssen, noch mehr Platz für die ganzen Utensilien, Platz einen großen Tisch (derzeit passt überhaupt keiner rein). Gemeinsam an einem Ort sein, auch wenn nur einer in den Töpfen rührt. In unserer Küche ist an einer Wand ein vom Boden bis zur Decke reichender alter schöner Einbauschrank, da hängen noch die Wursthaken drin und es gibt Belüftungsluken nach außen. Und er hat drei Ausziehbretter, das ist echt praktisch. Den Schrank will ich nicht missen, dort passt viel Geschirr rein so dass wir ohne Hängeschränke auskommen, die mich manchmal optisch erdrücken. Ich finde es schön, wenn man die Tür zur Küche zumachen und somit aufmachen kann und es ein eigener Raum ist. Ich wechsele gern die Zimmer, je nach Aktivität. Ich bin gespannt, wie ihr euch entscheidet!

    • 6 Jahren ago

      Was für ein toller Schrank! Und ja, Türenschließen und -öffnen, Zimmerwechseln – das hat auch seinen Charme.

  • 6 Jahren ago

    ich bin einer wohnküche groß geworden, geprägt hat mich das sicherlich aber ich würde nach reichlicher überlegung mich immer wieder für eine wohnküche entscheiden. mir ist das gemeinschaftliche wichtig, ich mag es (und mein mann auch) wenn man mir/ihm/uns über die schultern schaut. einen ferneseher haben wir nie gehabt und werden wir auch wohl nicht haben. wenn wir etwas schauen wollen (nachrichten, filme etc, entscheiden wir uns bewusst dafür und schauen das in ruhe alleine oder gemeinsam am pc). ich glaube es hängt einfach vom charakter des menschen ab ob es einen stört wenn man etwas von dem mitbekommt was andere gerade tun oder wie man sich selbst daran beteiligt oder auch davon lösen kann und sich auf das eigene konzentriert. ich würde mich also immer immer wieder für die wohnküche entscheiden, es ist viel strssfreier..man ist zusammen, jeder schaut mal nach dem essen..es brennt seltener etwas an, man kann gemütlich einen plausch halten während man kocht und steht nicht allein im stillen kämmerchen oder tritt sich zu zweit gar noch ständig auf die füße;)
    lg! sarah

  • 6 Jahren ago

    Liebe Indre,

    für mich hatte meine Oma in ihrem Haus die ideale Küche. Relativ quadratisch und konnte mit zwei ganz großen, verglasten Schiebetüren verschlossen werden. Direkt hinter den Schiebetüren befand sich der große Esstisch mit umlaufender Bank.
    Bei uns -wie auch sli zu sehen -ist es ähnlich. Küche und Frühstückszimmer sind zwei getrennte Räume, die direkt aneinander liegen. Wir haben die Verbindungstüre einfach ausgehängt. Ich finde es toll und es war sicher einer der Punkte, warum die Liebe auf den ersten Blick so groß war.

    Bin gespannt, wie Du Dich entscheidest.

    Liebe Grüße
    I.

    • 6 Jahren ago

      Eure Küche und euer Essraum sind fantastisch! Mal schauen, was ich davon als Anregung mit in unseren Grundriss nehmen kann.

    • 6 Jahren ago

      Lieben DANK. Das freut mich.
      Mir ist noch etwas eingefallen: Bei meiner Oma konnte man aus dem Raum mit dem Esstisch direkt auf eine schöne Terasse. Dies haben wir leider nicht, aber das "perfekte" Haus, war ja auch das Haus meiner Oma…..

  • 6 Jahren ago

    Lang fand ich offene Wohnküchen unpraktisch, bis ich eine hatte. Seitdem finde ich Wohnküchen fantastisch! Wenn der oder die Köche immer Teil des Geschehens sein können ohne „weg“ zu sein in der „Kochkammer“, ist das toll. Dieses viel zitierte Gerücheding ist eine Floskel. Ich hab das auch immer gedacht, aber selbst wenn eine Tür dazwischen ist, Essen zubereitetn duftet und das ist gut so. Ein großer Wunsch für unsere Wohnung hier in Berlin war eine Wohnküche und dieser Wunsch hat sich erfüllt. Es passt sogar eine Couch mit rein. Der Fernseher steht in einem anderen Raum und auch das ist gut so.

  • 6 Jahren ago

    Liebe Indre,

    ich finde eine Wohnfragen immer sehr spannend! Und zu dieser speziellen Frage kann ich dir sagen, wie ich es bevorzuge. Und zwar ist mir das Mittelding am liebsten. Ich habe Wohnzimmer gern von der Küche separiert. Die Küche aber soll groß genug sein, dass es einen großen gemütlichen Esstisch gibt, an dem man gesellig beisammen sein, arbeiten, Hausaufgaben machen kann… Ich mag es, Gesellschaft beim Kochen zu haben, mag es aber auch, wenn man im Wohnzimmer in Ruhe lesen/ fernsehen kann. Also, viel Glück für eure Entscheidungsfindung.

    Liebe Grüße
    Dorea

  • 6 Jahren ago

    Liebe Indre,

    ein sehr interessanter Aspekt, den du im letzten Abschnitt benennst.
    Allerdings betrachte ich es nicht als störend, wenn meine Familie an mir vorbeiläuft oder wenn im Raum jemand fernsieht, am Computer sitzt, Musik hört, … als kontrollierend würde ich es noch weniger bezeichnen.
    Wo Menschen in einer Gemeinschaft zusammenleben, kreuzen sich logischwerweise die Wege. Nicht immer reibungslos, aber meist doch sehr im Einklang mit allen (ansonsten stimmt meines Erachtens etwas im Familiengefüge nicht).
    Ich bin keine Mutter, die ständig alles kontrolliert, aber ich mag meine Kinder gern um mich herum haben und finde es schön, wenn wir uns in der Küche zusammenfinden, die letztenendes zwar nicht riesig ist, aber den Mittelpunkt unserer gemeinsamen Aktivitäten bildet (noch eher, als unser Wohn-Arbeits-Raum) und immerhin Platz für sieben Esslustige hat, wenn es darauf ankommt.
    Für mich wäre ein kleinerer Wohnraum ideal, in dem Platz für ein, zwei Sofas zum Lümmeln, Lesen und für Kinoabende wäre und daneben ein großer Raum, ähnlich einer Wohnküche.
    Gerade in der heutigen Zeit, da sich viele Paare/Familienmitglieder noch weniger sehen, als vor einigen Jahren, finde ich die Möglichkeit beeinander zu sein aufgrund offener Grundrisse, fantastisch.
    In Gedanken habe ich schon oft mein ideales Haus gebaut und es hatte zum Garten hin einen langen Raum, der aus drei Teilbereichen bestand (Wohnen, Essen, Kochen), die völlig offen und nicht abtrennbar waren. Im Obergeschoss dann dazu die Räume, bei denen ich mir eine Trennung wünsche (Schlafzimmer, Kinderzimmer, Arbeitszeitzimmer, Bäder).
    Genauso würde ich es in einer Wohnung halten wollen, bei der sich alles auf einer Ebene abspielt.
    Und Individualisierung hin oder her …. manchmal denke ich, wird darauf zu viel Augenmerk gelegt und zu wenig darauf, dass eine Familie eben auch Anpassung, Akzeptanz der Andersartigkeit und eigenes Zurückstecken bedeutet, ohne dass man sich als Person verliert. In einer Familie lebe ich als gemeinschaft und das hat meines Erachtens nichts damit zu tun, dass ich den anderen überwache, nur weil ich sehe, wohin er sich in der Wohnung bewegt.
    Meine Kinder hröre ich nämlich auch, wenn sie durch die Wohnung gehen, egal in welchem Zimmer ich bin. Das heißt aber nicht, dass ich sie überwache.
    Kurz und knapp: Für mich einen großen Essbereich mit integrierter Küchenzeile bitte und einen kleineren, gemütlichen Wohnlümmelbereich, der gern unmittelbar angegliedert und maximal durch einen sideboardartigen Möbeleinbau getrennt sein sollte.

    Hach, da werdet ihr noch viel Diskussionstoff haben 🙂

    Wie sieht das eigentlich der Mann im Hause?

    Liebe Grüße
    Katja

    PS: Und aufgrund der Tatsache, dass sich bei allen Treffen mit Freunden, Familien, Verwandten und Bekannten sowieso alle irgendwann in der Küche treffen, um nicht vom Geschehen ausgeschlossen zu sein, kann man auch gleich einen offenen Bereich gestalten 🙂

    • 6 Jahren ago

      Liebe Katja, dein ideales Haus entspricht fast dem Haus, dass in 1970er Jahren in Kiel von Architektinnen aus der Genderperspektive gebaut wurde. Wenn dich das interessiert, findest du in dem von mir zitierten Artikel etwas mehr Hinweise.

      Und ja. Wir werden noch VIEL Diskussionsstoff haben 😉

    • 6 Jahren ago

      PS: Mein Mann sind uns im Grundsatz zum Glück einig 😉

  • 6 Jahren ago

    Wir haben vor vier Jahren gebaut, haben eine offene Küche und es noch nie bereut. Aber wir haben einen großen Wohn-Essbereich mit offener Küche ohne Wohnbereich. das bedeutet im Offenen Wohnbereich stehen lediglich zwei Sessel zum gemütlichen Unterhalten als Alternative zum Esstisch? Unser Wohnzimmer mit Fernseher ist ein separater Raum. Dies bietet Rückzugsmöglichkeit und verhindert das Mitschauen beim Fernsehen.
    Viel Spaß beim Planen
    liebe Grüße
    Angela

    • 6 Jahren ago

      Ein separater Fernsehraum… die Idee nehme ich mal mit. Danke!

  • 6 Jahren ago

    Ich liebe offene Küchen. Im Gegensatz zum Fernsehengucken ist Essen ein gemeinsamer, sozialer Akt. Der bereits durch das Kochen den Zusammenhalt fördern kann. Und in F ist es durchaus normal, dass der Gastgeber mit dem Vorbereiten und Zubereiten noch nicht fertig ist. Völlig wurscht. Weil es geht ums Zusammensitzen und gemeinsame Zeit verbringen und nicht, um Kochkunst oder nicht zu demonstrieren.

    Für mich ist die Wohnküche der wärmste und schönste Versammlungsort in einer Wohnung – der auch (wegen der guten Konditionierung 😉 kein Ort des Streites sein sollte.

    Das Küchenbuffet von Dieckmann ist ja ein Schmuckstück!

    • 6 Jahren ago

      Nicht umsonst ist die Küche immer der vollste Ort auf jeder Party. Egal wie klein sie ist 😉

  • 6 Jahren ago

    Ich mag offene Küchen oder Küchen mit ausreichend großem Tisch. Es ist doch schade, wenn der Besuch im Nebenraum sitzt, wenn man was kocht. Obwohl ich andererseits auch nicht multitaskingfähig bin und kochen und erzählen gleichzeitig nicht sonderlich gut meistere. 😉
    Liebe Grüße
    Katja

    • 6 Jahren ago

      Genau so geht es mir eben auch. Danke für den Rückenwind.

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