M i MA zügelt: Vom Hausen

‚One Day We Will Find A Place Called Home“ | Installation und Foto von Ieva Jansone
Das Thema Wohnen beschäftigt mich seit jeher. Aber in den letzten Monaten hat sich etwas verändert: Das ‚Wohnen‘ fällt mir zunehmend schwerer.
Im Oktober habe ich eine Ausstellung im Verein Berliner Künstler besucht. Titel und Thema: Behausung. Ein seltsames Wort. So nah am Vertrauten (dem Zuhause, dem Haus) und doch so fern. Christian Kupke, der die Eröffnungsrede hielt, hat es auf den Punkt gebracht:
Es gibt da offensichtlich einen signifikanten Unterschied zwischen dem ‚Hau­sen‘, dem ‚Be­hau­sen‘ und dem ‚Wohnen‘ an einem Ort: Wer in einer Woh­nung haust, wohnt dort nicht wirklich, er macht sie in Wahrheit unwohnlich. Und wer in einer – oder seiner – Behausung wohnt, haust dort offen­bar nicht; er hat sich nämlich, im Gegenteil, wohnlich eingerichtet. Quelle

Angesichts des bevorstehenden Umzugs, neige ich zum ‚Hausen‘. Kennt ihr das?
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Gemälde von Edite Grinberga

6 Comments

  • 5 Jahren ago

    Sprache ist immer interessant. Spannend ist ja auch im Spanischen das Wort "casarse" – wortwrtlich übersetzt "sich behausen"…. heißt "heiraten!

    liebe Grüße von Ellen

    • 5 Jahren ago

      Das ist ja sehr spannend! Sagt viel über die Bedeutung des Heiratens in Spanien aus… wenn es für alle (Mann und Frau, Mann und Mann, Frau und Frau) gleichermaßen gilt, gefällt´s mir richtig gut.

  • 5 Jahren ago

    Ist es nicht auch eine Schutzfunktion um es sich leichter zu machen, dieses Hausen? Ist ein Umzug doch immer Aufbruch in neue Gefilde, in neue Lebensabschnitte und es sich da im alten Zuhause weniger schön zu machen, gehört zur Abnabelung einfach dazu. Mir tut in diesen Zeiten jeder nötige neue Nagel in der Wand weh und die ersten Kartons in der Ecke muten fast als neues akzeptabel es Möbel an.
    Liebe Grüße von der See in die große Stadt,
    Franse

    • 5 Jahren ago

      Bestimmt. Es ist nur so anstrengend, wenn es sich so lang hinzieht… 3 Monate geht ja, aber über ein Jahr?! Puh!

  • Carolin
    5 Jahren ago

    Liebe Indre, als unser Umzug nach Berlin feststand, hatte ich plötzlich genau dieses Gefühl des "Hausens". Die eigene Wohnung wurde mir zunehmend fremd: frische Blumen, Kerzen, Dekorieren, Umstellen, einfach öfter mal die Wände neu gestalten – all das, was ich sonst so gerne machte, hatte für mich plötzlich keinen Sinn mehr und ich hatte gar keinen Antrieb mehr dazu. Hört sich komisch an, war aber sicher auch hilfreich sich mit Neugier und Freude auf das Neue einzulassen! Liebe Grüße, Carolin

    • 5 Jahren ago

      Genau so! Danke und liebe Grüße, I.

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