M i MA zügelt: Über Baukräne, Leerstellen und architektonische Gesten

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In den letzten Wochen haben wir – ihr habt es vielleicht verfolgt – die wesentlichen Planungsfragen beantwortet: Das Küchenkonzept steht. Die Badezimmerfrage ist beantwortet und das Stauraumproblem gelöst. Die Wände sind eingezeichnet, die Lichtauslässe platziert und die Steckdosen verteilt. Und wenngleich ich dabei zeitweilig kurz vorm Entscheidungskollaps stand, hab ich´s am Ende doch heil überstanden. Nun kommen die Detailfragen, wie Farb- und Wandgestaltung, Einrichtung, Bad- und Küchengestalt. Anders als die Planungsfragen, die – weil baurelevant – schnell beantwortet werden mussten, können wir uns hierbei mehr Zeit nehmen. Und so sind wir denn auch noch nicht viel weiter als zur Küchenfarbe gekommen. Grau wird sie sein. Soviel sei an dieser Stelle verraten. Doch heute will ich mich nicht aufs Innen, sondern mal aufs Außen unseres neues Zuhauses konzentrieren.
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M i MA zügelt, Fernsehturm, Baukräne, Berlin, Baustellen, Neubauten, Immobilien, Park am Gleisdreieck, Schöneberg, Tiergarten

Berlin ist eine Großbaustelle. Jede Lücke wird bebaut, jede Leerstelle besetzt. Der Baukran macht dem Fernsehturm als Wahrzeichen mittlerweile ernsthaft Konkurrenz, und ich gebe offen zu: Nicht viele Neubauten gefallen mir wirklich gut. Gerade bei den Wohnungsprojekten habe ich oftmals den Eindruck, dass die Planer/innen auf halber Strecke den Mut verloren haben oder ohnehin nie den Mut und Willen hatten, Neues zu wagen. Dabei haben Berlin und die Berliner/innen – wie Daniel Libeskind so schön sagt – ‚eine kreative Architektur verdient‘. Doch statt die Leerstellen für kreative Wohnkonzepte zu nutzen, werden vielfach mit großbürgerlich-patriarchalischer Geste pseudo-klassizistische Wohnblöcke (in Rosa mag ich sie besonders gern) oder in kleinmütig-zaghafter Manier möchte-gern-moderne Wohnschachteln  errichtet. Zum Glück gibt es daneben – auch von weniger namhaften Büros als Libeskind – innovative (und erschwinglichere) Bauvorhaben.

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Am Lokdepot, Neubau, Berlin, Graft, Robertneun
Ein Wohnungsbauprojekt, das mir richtig gut gefällt: Der Neubau ‚Am Lokdepot‘, entworfen von den zwei innovativen Architekturbüros Graft und Robertneun.

Als wir vor der Entscheidung Neubau oder Altbau standen, war von vornherein klar: wenn Neubau, dann richtig. Historisierende Architektur kam für uns nicht in Frage und so hielten wir Ausschau nach zeitgemässen Projekten. Gelandet sind wir bei einem Entwurf des Büros HKA Hastrich Keuthage Architekten. Ich mag ihre klare, unaufgeregte Formensprache, die transparente Fassadengestaltung und die schlichte Glas-Beton-Optik. Zudem orientieren sie sich bei der Planung und Realisierung ihrer aktuellen Projekte am international anerkannten Immobilienzertifikat LEED® (Leadership in Energy & Environmental Design). Das heißt, sie versuchen, möglichst umwelt- und ressourcenschonend – auch im Sinne finanzieller Ressourcen – zu bauen und das soziale Umfeld bei der Planung zu berücksichtigen.
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… nun bin ich aber gespannt wie ein Flitzebogen, was ihr zur äußeren Erscheinung unseres neuen Zuhauses sagt (siehe unten).
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Animation (c) HKA Hastrich Keuthage Architekten 

12 Comments

  • 6 Jahren ago

    Vom Grund- und Ansatz her liebe ich dein zukünftiges Zuhause, denn es gibt für mich nichts Schöneres, als Weite und viel Ausblick. Allerdings – und das macht es dann doch wieder etwas drückend – weiß ich nicht, ob ich diese "Weite" haben wöllte, wenn mir in zehn, fünfzehn Meter Entfernung ein anderes ebenso hohes Haus gegenübersteht, deren Bewohner mir bei allem, was mein Tag daheim so bringt, dann zuschauen.
    Und da es für mich nichts Schlimmeres gibt, als Fenster, die ich abends verhüllen muss, um ein wenig Rückzug zu haben, bin ich mir unschlüssig, ob ich das wöllte.
    Ich geb zu, ich schwanke.
    Kann man mal testwohnen? 🙂

    Liebe Grüße
    Katja

    • 6 Jahren ago

      Wir haben das Glück, dass wir kein Haus direkt gegenüber haben werden, sondern eine schräge abbiegende grüne Straße. Das war einer der ausschlaggebenden Gründe für diese Wohnung. Testwohnen? Ja, das wäre gut. 😉 LG I.

  • Anonym
    6 Jahren ago

    Mein erster Gedanke: WOW!
    Hast Du gut ausgesucht!

    Liebe Grüße aus Bremen von Steffi

  • …jaah, es ist schon so – ich war kurz in Berlin – bei schönstem Wetter und Baukräne sind das neue Wahrzeichen von Berlin…. vlG T.

  • 6 Jahren ago

    Es ist urbane Architektur, die in eine Großstadt passt und auch nur dort Sinn macht. Was mir bei Gebäuden, die ausgehend von der äußeren Gestalt, der Hülle, konzipiert werden oft nicht gefällt, ist der Schnitt der inneren Räume, der sich der Form der Hülle unterordnen muss und damit leider oft deutliche Einbußen an der Raumqualität aufweist, da sich oft schlecht möblierbare Raumschnitte ergeben.
    Ob man so offen nach außen leben mag ist eine Frage des persönlichen Lebensausdrucks. Mir wäre es zu extrovertiert, zu öffentlich, denn ich möchte abends nicht immer alle Vorhänge zuziehen, um für ich sein zu können.

    LG, Katja

    • 6 Jahren ago

      Das stimmt. Beides. … in der Anonymität der großen Stadt ist fühle ich mich (hoffentlich) nicht ausgestellt. Mein Blog gibt außerdem weit mehr von mir resp. meiner Wohnung preis 😉
      LG I.

  • 6 Jahren ago

    Schön, dass es euch gefällt. Sicherlich auch nicht jedermanns und -fraus Sache.

  • 6 Jahren ago

    Das gefällt mir sehr!!

  • 6 Jahren ago

    Oh wow, das sieht supergut aus. Ich bin gespannt, wie es dann aussieht, wenn es fertig ist und wenn ihr es stilsticher eingerichtet habt. 😉
    Liebe Grüße, Kathy

    • 6 Jahren ago

      Oh ja, darauf bin ich auch sehr gespannt. Es fühlt sich noch so weit weg, fast irreal an.

  • 6 Jahren ago

    Oh ja, das ist ganz nach meinem Geschmack mit schön viel Fensterfront für viel Tageslicht und klarer, aber nicht langweiliger Architektur. 🙂

    Liebe Grüße,

    Tina

  • 6 Jahren ago

    Toll. Bin schon gespannt wie es wird. Habe das ja auch im letzten Jahr hinter mir… So viele Entscheidungen …!

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