M i MA zügelt: Stadt-Land-Fluchtgedanken

Stadt, Land, Stadtflucht, Landflucht, gutes Leben, Trend, Lifestyle
Für Kinder bietet das Landleben Spielräume, die kein noch so großartiger städtischer Spielplatz ersetzen kann.

Die Zukunft liegt auf dem Land, prophezeit das Zukunftsforum Ländliche Entwicklung, und die nicht mehr ganz neue Lust am Landleben scheint ihm Recht zu geben. Die nackten Zahlen allerdings sprechen eine andere Sprache. Ihnen zufolge hält die Landflucht ungebremst an. Allein München ist in den Jahren 2005 bis 2010 um 7% gewachsen; eine ähnliche Entwicklung wird auch für Berlin, Hamburg oder Leipzig prognostiziert. Und die Landbevölkerung schrumpft in dem Maße wie die Städte wachsen.* Indes der ‚Streit‚ darüber, wo es sich besser leben lässt – auf dem Land oder in der (Groß-)Stadt – hält an. Ich habe die Frage für mich entschieden. Die Antwort lautet Stadt – und zwar ‚richtig‘, also mittendrin.
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Der Weg dorthin war nicht sehr lang und führte nie wirklich raus aus der Stadt, sondern nur an ihren Rand. Auch die Option ‚urbane/r Landbewohner/in‘ stand zwischenzeitlich zur Diskussion: Unter der Woche in der Stadt wohnen und arbeiten, und die arbeitsfreie Zeit im eigenen Häuschen mit Garten auf dem Land verbringen. Diese Option schien zunächst perfekt, bietet sie doch sowohl die Vorzüge der Stadt als auch die Annehmlichkeiten des Landlebens. Doch bei genauerer Betrachtung entpuppte sich die Variante in jeder Hinsicht als zu ‚ressourcenintensiv‘: doppelte Wohn- sowie horrende Zeit- und Transportkosten für die wöchentliche Pendelei. Und zwei Wohnungen in Schuss zu halten, ist auch nicht ganz ohne. Am Ende überwogen die Argumente fürs Innenstadtleben. 

Meine Gründe für die Stadt treiben andere an ihren Rand oder aufs Land. Denn was für mich Vielfalt, Abwechslung und Lebendigkeit ist, kann ebenso Hektik, Stress und Reizüberflutung sein. Und was ich als Toleranz und Offenheit erlebe, können andere durchaus als soziale Kälte empfinden. Es ist eine Frage der Perspektive – und der Prioritätensetzung. Für mich sind dauerhaft kurze Wege und gute Verbindungen am Ende doch wichtiger als permanente Frischluft und Naturnähe. Die hole ich mir temporär auf einer Landpartie oder in den Ferien auf dem Bauernhof. Doch vor der Sehnsucht nach dem Land bin auch ich nicht gefeit. Immer wieder beschleicht sie mich hinterrücks und einen Augenblick lang wünsche ich mir dann, ich könnte hier dauerhaft glücklich sein. Bin ich aber nicht. Ich hab´s versucht.

Wie geht es euch mit dieser Frage? Wie habt ihr euch entschieden und warum? Und wie habt ihr ggf. den inneren Konflikt zwischen Großstadtlust und Landsehnsucht aufgelöst? Ich bin gespannt.
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*Quelle 

36 Comments

  • 5 Jahren ago

    Lange nicht bei dir gelesen und dann den Post verpasst 😉 So geht es einem Landei, das seine lange Studienzeit in Städten verbracht hat und sich nichts sehnlicher gewünscht hat, dann mit den Kindern wieder aufs Land zu ziehen. Natürlich nicht auf der Suche nach Engstirnigkeit und Konservatismus (die es in der Stadt ganz genauso gibt, machen wir uns nichts vor…), sondern einfach, um dichter mit den Lebewesen zusammenzusein, die es außer Menschen noch so gibt, die in der freien Natur eben, die, die viele Städter oft vergessen haben… Da sitze ich nun und zähle die Schmetterlinge in meinem wilden Garten und verpasse fast diese Unterhaltung hier… Dass Berlin nahe dran ist mit seiner/n Kultur/en, ist wunderbar, aber hier draußen gibt's auch was, weniger, übersichtlicher, privater, intimer, persönlicher, aber nicht weniger wertvoll. Jeder muss für sich herausfinden, was er mag, was er braucht. Dass dabei die Naturbeziehung immer öfter eine ganz und gar untergeordnete Rolle spielt und auf mal Wochenend und mal Urlaub "verschoben" wird, ist etwas, unter dem Menschen mehr und mehr leiden, sie wissen nur nicht, was sie vermissen…, Shopping- und Eventvielfalt ersetzt diese Beziehung nicht. Herzliche Grüße und eine schöne Sommerpause! Ghislana

  • 5 Jahren ago

    Mit ganzem Herzen bin ich Landei – und hätte tausend Argumente, es zu begründen: was man liebt, das weiß man auch zu loben…

    Und da ich den Vergleich habe (aufgewachsen auf Land, Sturm und Drang, samt Ausbildung & Studium in der Stadt und nun so richtig auf der campagne), weiß ich, was mir gut tut. Es hat lange gedauert, bis die Stadt ganz aus mir draußen war, aber dann setzte innere Ruhe, Gelassenheit und Ausgeglichenheit ein. Allerdings sind wir drei Monate des Jahres auf Reisen in der Fremde – über mangelnden Input kann ich mich nicht beschweren. Wobei der Input auf dem Land wohl einer DER Gründe überhaupt ist, hier zu leben: er kommt nicht von außen, sondern aus mir selbst heraus…

    • 5 Jahren ago

      Das klingt schön. Und euer Zuhause ist auch einfach traumhaft schön! Ich würde sehr gerne einmal in eurer wundervollen FeWo, um zur Ruhe zu kommen und diese innere Quelle wieder anzuzapfen, von der du sprichst.

  • 5 Jahren ago

    Ich bin froh bei meiner <a href="http://www.demos.de>Wohnung in München</a> im Dorf aufgewachsen zu sein. War eine wundervolle Kindheit mit vielen Freiheiten und Natur !
    Einfach nur super damals

  • 5 Jahren ago

    Wirklich ein sehr interessanter Post und spannende Gedanken von uns/euch Lesern. Mir macht das Mittlere Angst. Aufgewachsen in einer Kleinstadt mit 35000 Einwohnern ist es genau das, was ich nicht mehr wollte und immer noch unvorstellbar ist. Der Weg war also geebnet und das Berlin der 90er hat bis heute seinen Reiz für mich nicht verloren. Hier bin ich Zuhause. Ich liebe die unterschiedlichen Kieze von verwahrlost bis edel gepflegt mit ebenso unterschiedlichen Menschen. Und ja, ich besuche sie sogar. Werde von meinen Freunden Kiezhopper genannt, weil ich selbst schon in vielen Stadtteilen gewohnt habe, und es bis heute schaffe mich stadtweit zu verabreden. Und wozu man sich verabreden kann, ist der nächste Grund zur Freude. Immer wieder. Kultur- und Subkultur dieser Stadt machen mir wirklich Spass. Und da ich eben nicht zu den Kreativarbeitern gehöre genieße ich die Ablenkungen und Fütterungen, die diese Stadt bietet, sehr. Von den anderen, den kulinarischen Fütterungen will ich gar nicht erst anfangen. Auch hier ist das Angebot großartig.
    Aber ebenso wie ich mich jeden Tag anders fühle, passt die Stadt nicht jeden Tag zu mir. Dann schreit ein kleines Stimmchen in mir, warum immer groß? Warum nicht mal klein? Der Alltag auf dem Land fühlt sich dann leichter an. Als ob er weniger Umstände machen würde als die Stadt, gerade mit Familie.
    Und da es in den vergangenen Jahren immer wichtiger wurde, die wertvollen freien Stunden mit dieser Leichtigkeit zu erfüllen, nahm auch meine Gedankenschleife Fahrt auf. Am Ende stand da die Zwitterlösung mit der wir alle wirklich glücklich sind: Eine Wohnung mitten in der Stadt und dazu ein Häuschen auf dem Land. So nah, dass die Fahrt sogar unter der Woche möglich wäre. So klar, dass man sich die Ruhe nicht jedes Wochenende organisieren muss. So klein, dass es bezahlbar ist. So gut!
    Ich kann's nur empfehlen.

    • 5 Jahren ago

      Liebe Frau P, so schöne Worte und kluge Formulierungen. Das klingt nach einer Lösung, die auch für mich passen könnte. Allerdings gehört wohl ein Stückchen Glück dazu, in der beschriebenen Lage ein bezahlbares Häuschen zu finden. Oder?

  • 5 Jahren ago

    Liebe Indre,

    es ist ein ewiges Dilemma. So scheint es mir zumindest.
    Als Kind immer auf dem Land leben wollend (der vielen Tiere und des Freiraums wegen), war ich dann doch froh, in einer Stadt aufzuwachsen, die groß genug ist, um Abwechslung zu bieten und klein genug, um mich nicht zu ersticken.
    Für meine Kinder hab ich mir oft genug das Landleben gewünscht, aber musste erkennen, dass es ab einem gewissen Alter für mich im Zusammenleben mit den Kindern schöner ist, wenn ich in der Stadt wohne.
    Ich bin Wochenendlandliebhaberin und könnte es mir gemütlich am Stadtrand vorstellen, wo laut Bebauungsplan keine Häuser die freie Sicht über´s Feld verbauen können.
    In zahlreichen "Wir fahren am Wochenende auf´s Land"-Experimenten stelle ich immer wieder fest, dass ich wohl Stadtkind bleiben werde, bis ich in Rente gehe. Ich bin so herrlich chaotisch, dass mich ein kleines Dorf um den Verstand bringen würde, weil es mir jegliche Spontaneität rauben würde … ich könnte nicht mal schnell eben kurz vor Acht noch etwas einkaufen oder zum Lieblingsbuchhändler ums Eck springen, wenn der Geburtstag eines Freundes so ganz plötzlich vor der Tür stünde. Ich müsste einen Großstadtbesuch genau planen und hätte schon von der Werkstatt ohne Auto heimzukommen.
    Und so manche Engstirnigkeit der Alteingesessenen würde mich rasend machen.
    Von daher bleibe ich beim gesunden Mittelmaß und Dresden.
    Ich könnte nicht in sehr großen Großstädten leben.
    Berlin zum Beispiel, das hat mich im letzten Jahr völlig überfordert.
    Zu hektisch, zu laut, zu dreckig. Multikulti hin oder her.
    Die Stadt fand ich toll, als ich während des Studiums zwei Jahre lang Wochenendberlinerin war. Heut nicht mehr. Ich empfand sie als dumpf, drückend, so wahnsinnig anonym (hahaha, tolles Urteil nach einem Tag Aufenthalt :-)) und einfach nur lärmend, dass ich mich in dieser Stadt nicht mehr wohlfühlen könnte. Zumindest nicht permanent.

    Und dennoch wird es immer eine Wanderung zwischen den beiden Gegensätzen Land und Stadt bleiben, weil beides seine Reize hat. Ein goldener Mittelweg wäre fein.
    Und manchmal hift schon, wenn man nicht entscheiden kann, sich einfach mit dem, was man hat anzufreunden und zufrieden zu sein.

    Hab Dank für diesen Post und den Gedankenanstoß!
    Katja

  • 5 Jahren ago

    Eine wirklich spannende Frage, die hier besprochen wird.
    Ich komme vom Land, habe lange in der Großstadt gelebt und lebe nun wieder auf dem Land.
    Wohl fühle ich mich an beiden Orten. Im Moment gefällt mir das Landleben aber sehr gut und auch mein kreativer Beruf lässt sich hier gut ausüben. Ich findeTines Idee von einem Leben auf dem Land mit einem Fluchtpunkt in der Stadt toll. Vielleicht braucht man manchmal beides.
    Liebe Grüße, Laura

  • 5 Jahren ago

    Liebe Indre,
    ich finde es schön, wenn man wie du alles ausprobiert hat und den Königsweg gefunden hat. Ich denke bei manchen Menschen ist es Lebensphasen orientiert und bei manchen so stark im Charakter ausgeprägt, dass sie es sich nicht mehr anders vorstellen können. Ich denke ich bin vor allem ein Lebensphasen-Mensch. Ich habe meine Dorf-Jugend genossen, das bunte Studentenleben in einer kleineren Großstadt und dann die Phase des Berufstarts und Möglichkeiten der Urbanität ausleben in der Großstadt München. Lange dachte ich, dass ich nicht mehr aufs Dorf will. Aber wenn ich meine Ausfüge durchs Umland hier und zu den schönen Seen mache, träume ich doch manchmal davon in drei bis fünf Jahren mit dem in der Großstadt gefunden Mann in ein Häuschen aufs Land zu ziehen. Mal sehen, was die Zukunft bringt 😉 Das schöne ist ja, wir haben die Wahl! Liebe Grüße *thea

  • 5 Jahren ago

    Gerade, als ich eeeewig nach einer neuen Wohnung gesucht habe, bekam ich ständig die Kommentare: "Na, dann sucht doch nach einer Wohnung auf dem Land." Aber das kam für mich keine Sekunde lang in Frage. Ich bin auf dem Land aufgewachsen und für mich steht das Dorfleben leider nur für Engstirnigkeit und Langeweile. Wenn ich auf dem Dorf bin, habe ich das Gefühl, ersticken zu müssen, weil alles so wahnsinnig eng ist. In der Stadt gibt es einfach so viel mehr zu sehen. Ich mag es auch, wenn alles ein bisschen hektisch und laut ist. Auf dem Land ist alles oft so bedrückend still und dunkel. Und wenn ich mir heute überlege, wie wir als Kinder immer mutterseelenallein im tiefsten Wald rumspaziert sind, dann wäre ich davon heute aus Elternperspektive eher weniger begeistert. 😉

  • 5 Jahren ago

    Ich habe meine Kindheit in einem 60 Seelen Dorf verbracht. Als Kleinkind war das auch sehr schön, aber als Jugendliche die Hölle. Früh stand für mich fest, dass ich ihn die Stadt will. Seit mehr als 6 Jahren bin ich nun ausgezogen und ich kann mir nicht vorstellen, mal wieder in so ein kleines Dorf zu ziehen. Für mich hat eine Kleinstadt, wie in meinem Fall Würzburg, die perfekt Größe. Lieber Gruß, Silvia

  • 5 Jahren ago

    Wir haben als Großstadtkinder und -flüchtlinge den gesuchten Ausgleich der beiden Gegensätze gefunden. In einer knappen Viertelstunde sind wir in einer wunderschönen mittelgroßen Stadt, in ein paar Minuten mehr in einem anderen Land, wohnen tun wir in einem kleinen Ort mit Wiesen, Feldern und Wälder ringsherum, aber nicht völlig in der Pampa und der See ist in fünf Minuten zu Fuß erreichbar.
    Ganz ohne Stadtnähe mag ich nicht sein, weil mir sonst das kulturelle Angebot fehlen würde, allerdings kann ich auf Großstadtflair verzichten. Doch ohne Natur in der Nähe würde ich wohl mittlerweile eingehen.
    Dafür gibt es einmal im Jahr eine Woche Großstadtluft schnuppern (meist im Ausland) das reicht.
    Liebe Grüße
    Andrea

    • 5 Jahren ago

      Das klingt nach einer rundum passenden Lösung. Zwischen den 'Extremen' Land und Großstadt gibt es doch noch viele andere Wege und Modelle.

  • 5 Jahren ago

    Ich bin ja nach 10 Jahren Großstadt auf's Land gezogen und habe die Entscheidung seither nicht eine Sekunde bereut! Die Sachen, wo ich dachte, die sind in Wien alle besser und leichter, die haben sich hier nicht bestätigt! Im Gegenteil sogar! Das Einkaufen ist hier leichter und wo ich früher zum Postkasten gehen musste, der nur um die Ecke war, kann ich heute meine Post sogar direkt dem Briefträger an der Haustüre mitgeben 😉 Jeden Tag in der Früh nach dem Aufstehen die Fenster aufzureißen und den Duft des Grases und der Bäume zu riechen, fühlt sich täglich wie Urlaub an. Für mich war es eine extrem große Sache weg aus der Stadt zu ziehen, aber der Mut hat sich gelohnt. Und nun im Sommer tun mir echt alle Leute leid, die in der Stadt sein müssen. Für mich ist ein Stückchen Garten der größte Luxus und die Natur gleich vor dem Haus.

    • 5 Jahren ago

      Das klingt als hättest du dein Zuhause auf dem Land gefunden. Ich kenne einige, denen es ganz ähnlich geht wie dir. Sie sind mit jeder Menge Unsicherheit raus aus der Stadt und haben dann gemerkt, dass es das absolut Richtige war. Mir ging es damals genau umgekehrt.

    • 5 Jahren ago

      Ja, man muss schon sagen, dass ich ein sehr extremer Mensch in diese Richtung geworden bin. Aufgewachsen bin ich in einer mittleren Stadt, wo es alles gab. Nun bin ich wirklich in einem kleinen Dorf, wo es nix gibt und habe keinen direkten Nachbarn. Und das Ärgste daran ist, dass ich es noch einsamer aushalten könnte. Komplette Einzellage, Haus im Wald oder so 🙂 Menschen kann man immer treffen, wenn man will, aber so richtig allein sein konnte ich in Wien nie, da musste ich schon weit fahren 😉 Wahrscheinlich bin ich halt mehr so ein Künstlertyp, der sich in sein Kämmerchen einschließt, den ganzen Tag an seinen Arbeiten werkelt und Abends zufrieden ins Bett geht. Ich habe mich wirklich in meiner Jugend ausgelebt, nix ausgelassen, aber für mich ist das irgendwie vorbei. Ich würde aber nicht ausschließen, dass ich mich noch einmal im Leben komplett verändere und dann wieder mehr Trubel um mich herum will und dann werde ich den Schritt wieder wagen, sag niemals nie, aber nun bin ich glücklich so wie es ist. 🙂

  • 5 Jahren ago

    ein sehr interessanter post, inklusive der kommentare. ich beneide euch alle darum, diese frage so klar beantworten, aber fange an zu begreifen, ich werde das vermutlich auch nur können, wenn ich es ausprobiere. ich bin in der nähe von frankfurt aufgewachsen, irgendwo zwischen dörfern und kleinstädten. seit der pupertät hat es mich immer in die stadt gezogen und ich konnte mir sehr lange nichts besseres vorstellen als große städte. nun geht es mir mit einem mal wie meiner vorkommentatorin. seit gut zwei jahren überlege ich. hin und her. vor und zurück. mal bin ich sicher, dann werde ich wieder von ländlich gefärbten panikattacken erfasst. dann wieder halte ich berlin nicht mehr aus. ich suche nach zwischenlösungen, um zu verstehen, das sind irgendwie nur billige tricks. also versuche ich das hier und jetzt zu leben und hoffe ein bisschen auf eine spontane eingebung… oder so.

    • 5 Jahren ago

      Vielleicht musst du es wirklich 'einfach' tun und aufs Land ziehen. Ich wusste nach knapp zwei Jahren, dass es einfach nicht mein Leben ist. Aber das hätte ich vorher nicht sagen können. Im Gegenteil. Ich war fest davon überzeugt, dass es das richtige sei. War´s aber – auch für mich überraschend – nicht.

  • 5 Jahren ago

    im heRzen landkind zuRzeit definitiv das stadtleben. die voRteile [besondeRs im alltag] liegen füR mich auf deR hand. RückzugsoRte kann man sich übeRall schaffen. andeRnfalls muss man die eigene flexibilität eRhöhen. in deR stadt bin ich Rundum glücklich. und dies schon lange zeit.

  • 5 Jahren ago

    als stadt-land-kind kenne ich beides
    durch einen glücklichen umstand wurde ich in beide situationen hinein geboren
    meine schulzeit verbrachte ich in der stadt
    alles dazwischen und davor in den bergen und auf lagen reisen durch ferne länder mit einen eltern
    da kann ich mich wirklich nicht beschweren
    ich habe viele lebenssituationen mit ihren vor- und nachteilen erlebt
    als es nach der schule dann daran ging sein eigenes leben zu gestalten war für mich die grossstadt wichtig
    über zehn jahre habe ich in mitten in münchen und die letzten drei jahre in zürich gelebt
    zürich war für mich schon fast zu 'ländlich'
    münchen hingegen fehlt mir sehr
    dort könnte ich jederzeit wieder zurückkehren und ich wäre daheim
    trotz alledem ziehen wir jetzt aufs land
    auch gegen die meinung aller, dass kreative auf dem lande keine chance haben
    wieso nicht?
    ich bin nicht der meinung, dass man den ganzen hype und lifestyle braucht um sich kreativ entfalten zu können bzw. um sich inspirieren zu lassen
    hand aufs herz – über kurz oder lang ist in der grossstadt jeder nur die kopie es anderen
    berlin ist nicht so individuell wie es tut
    nichts gegen berlin, ich liebe berlin, aber berlin kann auch ganz schön nerven
    auf dem land kann ich fokusiert an meinen dingen arbeiten und werde nicht durch strömungen beeinflusst
    ich glaube nur so kann ich die essenz meiner arbeit finden
    vielleicht stellt sich bald heraus, dass das ein grosser trugschluss ist – möchte ich nicht ausschliessen
    aber wenn man es nicht ausprobiert, kann man auch nicht darüber urteilen

    meine optimallösung wäre draussen zu leben und einen kleinen rückzugsort in der stadt zu haben
    also gerade andersrum wie alle anderen immer möchten
    dann fange ich mal an zu sparen für ein kleines apartment in monaco di bavaria

    • 5 Jahren ago

      Ich sehe das ähnlich! Ich brauche den Hype auch nicht um kreativ sein zu können, eher das Gegenteil. Ich liebe Wien, aber ich muss nicht jeden Tag dort leben. Irgendwann kommen einem die öffentlichen Verkehrsmittel gar nicht mehr so praktisch vor und die vielen Geschäfte nicht mehr als tolle Auswahl sondern eher eine Belastung. Weniger ist auch hier oft einfach mehr. Mit Kindern könnte ich es mir am allerwenigsten in einer Großstadt vorstellen, spätestens da wäre ich dann sowieso umgezogen.

    • 5 Jahren ago

      Ich stimme euch vollkommen zu darin, dass sich Kreativität und Landleben überhaupt nicht im Wege stehen. Es ist m.E. eine Typfrage, was einen mehr inspiriert: die "Ruhe und Zurückgezogenheit" oder das "bunte Treiben".

      Vehementen Widerspruch lege ich allerdings gegen die These ein, dass die Großstadt zwangsläufig zu Konformität führe und das Land vor "Strömungen" von Außen schütze. Weder machen Trends hinter der Stadtgrenze Halt, noch ist die (Groß-)Stadt eine Gleichmachermaschine. Die soziale Kontrolle auf dem Land fordert mitunter noch viel mehr Anpassung als das eher "gleichgültige" urbane Milieu. Das ist zumindest meine Erfahrung als Landkind und Landversucherin.

    • 5 Jahren ago

      Liebe Tine machst meinen Gedanken und Wuenschen mut♥bin zur Zeit etwas durcheinander was mir wirklich fehlt. Hannover ist nicht Stadt genug das es mich dauerhaft zufrieden machen koennte und das Land vorallem die Berge fehlen mir immer und ueberall ..Susanne

    • 5 Jahren ago

      Klar, sicher kann man auf dem Land genauso kreativ sein, aber auf dem Stadt bekommt man doch schon ganz andere Förderung. Ich hätte als Kind gerne eine Kunstschule oder Schreibunterricht oder so besucht. Gab's bei uns auf dem Land aber leider alles nicht.

    • 5 Jahren ago

      Das ist ein spannender neuer Aspekt: das Bildungsangebot. Das ist sicher dünner auf dem Land und mit viel Fahrzeit verbunden. Hier habe ich die Musikschule direkt um die Ecke.

    • 5 Jahren ago

      ich glaube es liegt an einem selbst
      für mich ist wichtig, dass ich auf dem land das inetersse an kultur und neuem nicht verliere
      ich werde nach wie vor zu bestimmten terminen in die grossstadt fahren
      aber ich werde mir nur noch die guten raus picken und dann vielleicht auch öfter mal in andere (gross)städte fahren – und nicht immer in derselben stadt hängen bleiben – anstatt mir immer dasselbe affektierte architektur und kunstpublikum zu geben, welches es übrigen in berlin u n d münchen gibt
      ich hab nicht mehr das gefühl etwas zu verpassen nur weil ich nicht auf jeder sch**** veranstaltung oder party war

      und noch für die liebe susanne
      ich verstehe dich
      für mich geht auch nur richtig grossstadt oder richtig land
      jetzt probiere ich mal die andere seite
      komm doch runter
      du kennst die gegen doch eh
      würde mich freuen : )

      aber wie gesagt
      es muss jeder für sich selbst rausfinden
      und ich weiss selber noch nicht wo meine reise hingeht…

    • 5 Jahren ago

      Ich glaube, mit dem Publikum hat jede Seite ihr unerträgliches Extrem. In der Stadt gibt's die fiese Schickeria und auf dem Land gibt's die Leute, die kein Zentimeter weitersehen können als über ihren Gartenzaun. 🙂

  • 5 Jahren ago

    ein thema, das mich immer wieder beschäftigt. letzten endes steht aber auch für mich fest :: ich hab lang genug am land gelebt, um zu wissen, dass es mich nicht glücklich macht, dass mir so vieles fehlt, was mir für den alltag wirklich wichtig ist.

    • 5 Jahren ago

      Da geht es uns sehr ähnlich, liebe Ulma.

    • 5 Jahren ago

      Was zum Beispiel würde fehlen, das für den Alltag wichtig ist?

    • 5 Jahren ago

      Vor allem die Vielfalt der Szenen, Menschen, Kieze, Architekturen, Bezirke … Das ist meine große Inspirationsquelle. Aber auch der Lärm, das Licht, das Rauschen, die Unruhe, das Vibrieren, das Chaotische, das Schnelle, das Dichte… All das fehlt mir nach wenigen Wochen. Außerdem würde ich meine Wege nicht mehr ausschließlich mit dem Rad (manchmal mit dem ÖPNV) machen und ein Auto brauchen.

    • 5 Jahren ago

      Exakt! So sehe ich das auch! Von dem Dorf, in dem ich aufgewachsen bin, bis in die nächste Stadt war es etwa eine halbe Stunde mit dem Auto. Jetzt in der Stadt brauche ich etwa genauso lange, um irgendwohin zu kommen. Dennoch: Auf dem Dorf war es fast undenkbar, dass man öfter als ein Mal im Monat so weit fährt. Jetzt in der Stadt ist es für mich ganz selbstverständlich, dass ich mich schnell in die U-Bahn setzte und zum Kino fahre. Für mich ist das einfach eine Lebensqualität, für die ich gerne ein paar Cents mehr ausgebe.

    • 5 Jahren ago

      … und noch eine wichtige Ergänzung: das Betreuungsangebot!

  • 5 Jahren ago

    Guten Morgen,
    was ist Stadt was ist Land? Wo ist die Grenze? Für einen Berliner wohnen wir sehr ländlich, für einen Dörfler wohnen wir sehr städtisch…
    Wir wohnen in einer kleinen überschaubaren Stadt von ca 41.500 Einwohner und ich liebe es! Ich glaube in einer Großstadt wäre ich verloren, zu viele Menschen, zu viel Verkehr, zu laut. Aber noch ländlicher möchte ich auch nicht wohnen. Auch hier wäre ich verloren. Zu wenige Menschen, zu leise und zu wenig Infrastruktur.
    Ich liebe es, dass ich hier alles mit Rad oder zu Fuß erledigen kann. Die Kinder brauchen so gut wie nie ein MamaTaxi. Ich gehe in die Stadt und treffe meistens immer einen. Die Stadt hat nichts verpflichtendes, so wie das Dorfleben (bei uns sollte man dann doch mind. im Schützenverein sein!!)
    Für uns ist diese Variante die Beste…
    Einen schönen Dienstag und lieben Gruß wünscht Ziska

    • 5 Jahren ago

      Liebe Ziska,

      du hast natürlich recht: Zwischen Großstadt und Dorf liegt natürlich noch die Klein- oder Mittelstand. Das kann eine echte Alternative sein. Für mich – als langjährige Kleinstädterin – zwar vorerst nicht, aber die Vorzüge liegen auf der Hand.

  • 5 Jahren ago

    Ich war bis zu meiner Einschulung ein Dorfkind. Schön auf dem Land. Jeder kennt jeden. Bis zu dem Alter sicherlich ideal gewesen. Doch jetzt, mit 20 Jahren, bin ich froh, in Berlin zu leben. Wir wohnen zwar immer noch relativ am Rand (und meine neue Wohnung ist auch nicht weiter in der Stadt drin), dennoch ist es ganz anders als auf dem Land. Klar liebe ich Natur und Frischluft. Ist ja auch eindeutig gesünder. Aber ich sehe das wie du. Ich liebe diese Vielfalt hier. Dieses Wechselhafte und ab und an sogar das Anonyme. Hängt aber auch vielleicht vom Alter ab. Später werde ich mich vielleicht zurückziehen.
    Liebe Grüße 🙂
    http://behindthecomfortzone.blogspot.com/

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