KW 28 #hochsommertage

Es war als würden wir verschmelzen – die Stadt und ich. 39°C im Schatten. Nur gab es den nicht auf meinem Weg. Pralle Sonne, heiße Luft, flimmernde Straßen. Und plötzlich tauchte dieses alte Gefühl von Sommer auf.

Sechs Wochen Ferien: eine Ewigkeit. Eine unendliche Aneinanderreihung von Augenblicken. Jetzt. Immer wieder Jetzt und diese alles ergreifende Hitze. Die grillenzirpende hitzeflirrende Luft. Und das Flimmern am Ende der Straße, die unsere Füße versengte bei dem Versuch, sie barfuß zu überqueren. Und trotzdem – oder gerade deshalb – versuchten wir es immer und immer wieder. Hüpften auf spitzen Zehen über die glühenden Steine stets auf der Hut vor dem drohenden Schmerz, den Duft schwitzender Kornfelder in der Nase. Wassereis am Tage und gegrilltes Fleisch am Abend. Nächte so sanft wie eine Umarmung. Wozu zu Bett gehen? Das aufziehende Gewitter, das die Welt in jenes unwirkliche Licht tauchte bis sich die überspannte Atmosphäre in einem dumpfen Krachen entlud. Nach dem wohlig-warmen Sommerregen – feuchte T-Shirts aufs klebriger Haut – kam die Kühle und beendete den hohen Sommertag so nüchtern und jäh, dass es beinahe wehtat.

Manchmal ist es heute noch so: Sommer. Nur Sommer. Für einen kurzen Moment, wenn in der Hitze alles ineinander und zusammenfällt. Kennt ihr das?

7 Comments

  • 4 Jahren ago

    Ich vermiss das Gefühl dieses ewig langen Sommers, weil man sechs Wochen Ferien hat…wo man den ganzen Tag im Garten verbringt, sich die Fußnägel kunterbunt mit Mamas Nagellacken lackieren darf, durch den Rasensprenger springt und die ersten Beeren von den Sträuchern nascht. Barfuß Fahrrad fahren, die warme Luft an den Beinen spüren und die Schwere der Weizenfelder riechen…Ich bin auf dem Land aufgewachsen, das war für mich das Schönste! 🙂

  • 4 Jahren ago

    Ja, ja, ja!!! Das kenne ich. Mir ist neulich der Geruch aufgefallen, den die „Natur“ ausströmt und der sich nur ausbreitet, wenn es ein paar Tage richtig heiß war. Ich hatte gedanklich sofort Ferien. Und ich vermisse die Fensterläden, die tagsüber immer geschlossen waren und das Haus zur Höhle machten, in die man sich jederzeit zum Abkühlen zurückziehen konnte. Aber manchmal hat selbst das nicht geholfen. Die Wärme war überall. Und Kirschpfanne aus der alten emaillierten großen Pfanne mit Zwieback obenauf … und … Hach! Genieß den Sommer, liebe Indre!

  • 4 Jahren ago

    (Und ich mag die Gartenmöbel von Schaffner (Kollektion St. Moritz/Säntis/Rigi) ganz gerne – warst Du bei Bogen 33 in Zürich? Die haben immer so schöne Sachen…)

    • 4 Jahren ago

      Oh ja, den Bogen 33 kenne ich – so schön. Und Rigi gefällt mit sehr. Danke für den Tipp.

  • 4 Jahren ago

    So wie Du es beschreibst sind die Sommertage nur in der Stadt, es hat was anstrengendes, aber auch sowas absurd sommerlich schönes wie man es auf dem Land nie spürt! Das sind Momente die mir fehlen, zwischen erschöpft sein von der Hitze, die es so nur in der Stadt gibt und gleichzeitig dieser sommerliche Geruch und dieses Stadtsommergefühl! I miss it!!

    P.S. Dann wünsche Dir doch ein Emma v. B. Kissen! : )

  • 4 Jahren ago

    Ja, das kenne ich. Aufgewachsen auf dem Lande überkommt mich dieses unglaubliche Sommergefühl, wenn die Stadt sich ganz faul vor der Hitze versteckt, kaum Autos auf der Straße fahren, weil alle schon am Strand sind und die Straßen nach warmen Asphalt riechen.
    Der Moment ist meist kurz aber schön und rechtfertigt jedes Schwitzen.
    Susanne

Leave A Comment

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.