In den Tiefen der Uckermark. Oder ein Wochenende im Landgehöft

Foto: Anne Lierow

Kein Internet- und Telefonempfang und der moderne Mensch ist verloren. So auch ich – in den Tiefen der Uckermark. Auf Einladung von Anne Lierow hatte ich mich im Dezember auf den Weg in die ärmste Region Brandenburgs aufgemacht. In ihrem Ferienhaus in Buchenhain wollte ich ein Wochenende mit Nicola, Ieva, Stephanie, Anne, Catherine, Anna und unseren drei Mädchen verbringen. Eigentlich nur 90 Minuten nordöstlich von Berlin entfernt, kurvte ich nach drei Stunden immer noch orientierungslos durch die uckermarksche Endmoränenlandschaft und kam dabei nur der Verzweiflung, nicht aber dem Ziel näher. Doch irgendwann – ich glaubte schon nicht mehr, dass ich am selben Abend ankommen würden – zeigte das Handy einen kurzen Moment eine schwache Verbindung. Gerade ausreichend, um das Navi neu zu starten. Und so erreichte ich doch noch vor Mitternacht das Landgehöft am Feldrain. In der Küche herrschte regen Treiben, im Kamin loderte Feuer, der Tisch war reich gedeckt und der Abend gerettet.
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Fotos: Anne Lierow

Während die drei Mädchen jeden Winkel der denkmalgeschützten Hofanlage erkundeten, gaben wir Erwachsenen uns dem Müßiggang hin: lasen und lümmelten, kochten und speisten und redeten bei Wein und Kerzenschein bis tief in die Nacht (mehr und Genaueres könnt ihr bei Nicola und Anne nachlesen). Es war – sieht man von meinen Startschwierigkeiten einmal ab – ein rundum gelungenes Wochenende, und dafür waren nicht nur die neun großen und kleinen Frauen verantwortlich, sondern auch die besondere Atmosphäre des Hauses, das die Hals-Nasen-Ohren-Ärztin Anne Lierow von 2012 bis 2013 baubiologisch und liebevoll restauriert hat.
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Die alte Feuerstelle ‚Schwarze Esse


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Dabei war 2011 beim Kauf des Grundstücks nicht annähernd erkennbar, welchen Charme das um 1864 erbaute Gesindehaus einmal haben würde. Eine Ruine überwuchert von Büschen, Hecken und Bäumen – mehr war nicht zu sehen. ‚Nur mit Visionen konnte man [ihren] Charme erahnen und selbst erfahrene Handwerker blickten skeptisch auf das Vorhaben‘, erzählt Anne Lierow, die eigentlich auch gar nicht das Haus, sondern nur das Grundstück erwerben wollte, um darauf alte Obstsorten anzupflanzen. Es ist ein Glück, dass sie ihren Visionen gefolgt ist.

Das 300qm große Fachwerkhaus bietet bis zu 12 Personen Platz zum  Entspannen, Genießen, Schreiben, Malen oder Musizieren (im Obergeschoss steht ein Klavier). Im Nebengebäude befindet sich eine Sauna samt Ruheraum und eine Wildobstküche, und der Garten lädt allerorts zum Verweilen ein.
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So schön das Wochenende war, so kurz war es auch. Zu kurz um auch das Umland zu erkunden. Ein Jammer, denn Buchenhain liegt wunderschön zwischen sanften Hügeln und Buchenwäldern, umgeben von Seen, Klostern, Gutshöfen und Schlössern, die durch unzählige Rad- und Wanderwegen miteinander verbunden sind. Doch ich bin sicher, dass dies nicht mein letzter Besuch im Landgehöft am Feldrain war.

Vielen Dank, liebe Anne Lierow, für die Einladung in Ihr wunderschönes Haus!

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Landgehöft am Feldrain | Buchenhain 23 | 17268 Boitzenburger Land

Wenn Frauen reisen, dann brauchen sie vor allem: … Bücher, Notizhefte, ein buntes Laptop und eine gold-glänzende Tasche.

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