Im Gespräch mit Sabine von LA MESA

La mesa, Sabine Wittig

Viele träumen vom eigenen kleinen Laden, in dem sie die Dinge anbieten, die sie selber lieben. Sabine Wittig hat sich diesen Traum mit la mesa erfüllt – und würde es trotz mancher Nachtschicht immer wieder tun.

Zum Wochenstart verrät sie uns unter anderem, was Wohnen und Einrichten ihr bedeutet, wie sie selber wohnt und welche aktuellen Wohntrends sie heraufkommen sieht.

la mesa, sabine wittig

Magst du ein wenig von dir erzählen? Wer bist du, was machst du (neben la mesa)? 

Gerne! Ich lebe mit meinem Mann in einem kleinen Häuschen vor den Toren Stuttgarts. Eigentlich bin ich Betriebswirtin, habe mich aber 2001 als freie Texterin selbständig gemacht. Ende 2005 kam dann noch mein Online-Shop la mesa wohnaccessoires dazu. Beide Jobs mache ich von zuhause aus – was ich als großen Luxus empfinde.

Wenn ich nicht schreibe oder Päckchen packe, trifft man mich meist im Garten. In der Erde zu wühlen und an Pflänzchen zu schnibbeln ist für mich Entspannung pur. Außerdem ist es ein wundervolles Gefühl, Kräuter, Kürbisse, Zucchini, Tomaten & Co. direkt vor der Küchentür zu ernten.

Was bedeutet dir Wohnen und Einrichten?

Sehr viel. Stimmig gestaltete Räume, hübsche Stillleben und eine harmonische Deko sind einfach gut für die Seele.

Ich hab‘ gern Schönes um mich. Wobei wir sehr luftig eingerichtet sind und ich auch nur sparsam dekoriere – wenn la mesa-Kunden zu mir nach Hause kommen, sind sie oft erstaunt (und manchmal glaub‘ auch ein bisschen enttäuscht), dass so wenig rumsteht.

La mesa, Sabine Wittig

Wie wohnst du selbst?

Weiß mit etwas schwarz und sparsam gesetzten Farbtupfern in Form von Bildern, Kissen, Vasen, Blumen und Deko. Ziemlich geradlinig und modern mit einem Schuss Vintage. Ich dekoriere gerne und häufig um, deshalb wird das viele Weiß uns wohl auch nie langweilig.

Wie kam es zu ‚la mesa‘?

Ich hab schon immer unheimlich gerne Möbel gerückt und dekoriert. Den Wunsch, ein kleines Lädchen mit hübschen Wohnaccessoires zu eröffnen, trag‘ ich schon ewig mit mir rum – mal war er mehr und mal weniger präsent.

Mein Job im Marketing und später die Selbstständigkeit als Texterin standen immer an erster Stelle. Kurz vor meinem 40. Geburtstag hat sich die Vorstellung eines eigenen Ladens dann wieder in den Vordergrund geschoben und ich hab‘ mir gesagt: Entweder du machst es jetzt, oder du bereust irgendwann, dass du’s nie versucht hast.

Aber einen „richtigen“ Laden führen und gleichzeitig als freie Texterin arbeiten, das funktioniert nicht – für Recherchen und Interviews bei meinen Textkunden muss ich zeitlich flexibel sein. Deshalb ist la mesa ein reiner Online-Shop – mit einem winzigen Showroom in unserem Haus.

La mesa, Sabine Wittig

Was liebst du am meisten an deinem kleinen Laden? Was sind die größten Herausforderungen?

Toll ist, dass ich mich beruflich täglich mit hübschen Dingen umgeben und beschäftigen darf. Auch das Suchen nach geeigneten Produkten und Lieferanten, den Austausch mit Kunden, Journalisten und Bloggern und die daraus resultierende Inspiration und Zufriedenheit möchte ich auf keinen Fall mehr missen.

Die größte Herausforderung ist der Faktor Zeit. Beide Jobs unter einen Hut zu bekommen, wird oft zum Spagat. Besonders eng wird’s ab Ende August / Anfang September, wenn das Weihnachtsgeschäft losgeht. Textaufträge kann ich während dieser Phase nur sehr, sehr wenige annehmen.

Würdest du noch einmal einen Laden aufmachen? Und was würdest du dann anders machen?

Mit la mesa habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht – und das würde ich jederzeit wieder tun! Es ist unheimlich viel Arbeit, aber die tollen Rückmeldungen zum Sortiment und die vielen spannenden Kontakte, die durch den Online-Shop zustande kommen, entschädigen für so manche Nachtschicht.

Was würde ich anders machen? Mir mehr Zeit bei der Auswahl der Lieferanten lassen und mir erlauben, die selbst gesetzte Deadline des Starts zu verschieben. Ich wollte unbedingt im Oktober online sein um noch ein bisschen was vom Weihnachtsgeschäft abzubekommen. Das hat mich unnötig unter Druck gesetzt und ich hab damals so manchen Lieferanten etwas voreilig ins Sortiment genommen.

La mesa, Sabine Wittig
1. ‚Renaissance‘-Kissen von Philuko | 2. Ethno-Kissen von Vossberg | 
3. Zimmerpflanze von Minna/time of the aquarius
4. Magnet-Marmor made by Wiebke/Held & Lykke
 alle anderen Bilder: Sabine Wittig

Welche neuen Wohntrends zeichnen sich (noch kaum wahrnehmbar) am Horizont ab?

Ich bin sicherlich keine Expertin, aber was sich zu einem Trend entwickeln könnte, sind, ich nenn’s jetzt mal „alte Meister in moderner Hängung“: Rennaissance-Gemälde – meist Porträts oder Stillleben – die in schlichten, sparsam dekorierten Räumen die Blicke auf sich ziehen. Wer sich nicht gleich ein großes Bild an die Wand hängen mag, greift auf Postkarten mit den entsprechenden Motiven zurück.

Ich bin mir fast sicher, dass wir die alten Meister bald auch vermehrt auf Stoffen, Porzellan und Co. sehen werden.

Was mir in letzter Zeit sonst noch aufgefallen ist: Ethno- und Folkoremuster – teilweise in ganz unaufdringlichen Farben. Ethno light, sozusagen. Außerdem denke ich, dass sich die neue Liebe zu Zimmerpflanzen der 1980er-Jahre in Blattmotiven aller Art auf Materialien aller Art niederschlagen wird. Und dann ist da noch der Marmor, der sich so ganz langsam in Richtung Trend zu schieben scheint.

26 Comments

  • 6 Jahren ago

    Liebe Indre, ein tolles Interview und Sabine ist einfach – in der 2.0 und 1.0 Version – eine ganz tolle Frau.
    Was an Wohntrends nicht abreißen möchte ist aus meiner Sicht die sehr helle schlichte Gesamtaura, die mit prägnanten Farben akzentuiert wird. Eine reinweiße Küche, weiße Sitzbank mit auffälligen Mustern oder Farben in den Kissen, Vasen, Büchern, Bildern oder anderen Wohnaccessoires. Und in meine reinweiße Küche würde so ein Tablett fabelhaft passen. Zu schön zum Gemüse schnippeln 🙂 Allerhöchstens ein samtweiches Franzbrötchen darf darauf Platz nehmen 🙂

    Liebe Grüße an Dich und Sabine,
    Jeanny

  • 6 Jahren ago

    Tolles Interview, auch ich liebe Sabines Bilder bei SLI!

    Ich glaube nicht, dass ich einen der Wohntrends speziell in unserem Haus umsetzen werde. Topfpflanzen gibt es bei mir schon immer und ich schwimme im Moment gegen den Strom, denn ich überlege, einige davon abzuschaffen. Was den Marmor angeht, kommt da wohl mein Bistrotisch von 1988/89, der im Garten steht, wieder in Mode. 😉

    Das Brett wäre wie für unsere rote Küche gemacht. (Sollte ich gewinnen, könntest du es an meine Mutter schicken, denn da bin ich zufällig nächstes Wochenende.)

    LG

  • 6 Jahren ago

    Ihr Stil und das Tablett treffen genau meinen Geschmack und letzteres würde sich super in meiner neuen Wohnung machen. Viele Grüße aus Hamburg!

  • 6 Jahren ago

    Danke für das schöne Interview! Ich lese Sabines Blog auch schon länger und es ist immer spannend einmal "dahinter" zu schauen. Ich kann den genannten Trends nur zustimmen und würde gerne noch einmal für die Rauhfasertapete stimmen 🙂 Liebe Grüße!

  • 6 Jahren ago

    Ein tolles Interview, ihre Wohnung und ihr Shop sind ein Traum. Schwarz weiß ist ebenfalls ein Trend bei mir und … Grünpflanzen kommen auch zurück. Viele Grüße, Anja

  • Anonym
    6 Jahren ago

    Was für ein toller Artikel! La Mesa ist aber auch wirklich ein toller Shop! Dass der Blog 'azurweiß' in Verbindung steht, wusste ich bisher nicht, freue mich aber, nun einem weiteren Blog zu folgen.
    Derzeit bin ich etwas unzufrieden mit unserer Wohnung – zu bunt und voll. Dementsprechend mag ich die Bilder und damit die Inspiration, die von Sabine Wittigs Bildern und auch Deinen Bildern, Indre, ausgeht: weiße Grundausstattung mit farblichen Akzenten. Unser Wohnzimmer wird deshalb gerade umgestaltet – solch ein kleines Tablett würde sich zu gut auf dem Wohnzimmertisch machen. Vielleicht hab ich ja Glück?

    Vielen Dank für das schöne Interview an beide Beteiligten!

    Viele Grüße und eine schöne Woche wünschend, Nora (tarteauxframboises_2012 ät yahoo punkt de)

  • 6 Jahren ago

    Liebe Sabine, ich muss ich unbedingt mal besuchen kommen, ich bin so neugierig auf deine Wohnung 🙂
    Liebe Indre, danke dir für das tolle Interview und die Inspiration.

    Alles Liebe. inga

  • 6 Jahren ago

    Schließe mich ebenfalls an, schwarz und weiß ist ein Trend. Außerdem der konsequente Mix von verschiedenen Stilen, sich so vom Mainstream abheben.
    LG Elke

  • 6 Jahren ago

    wir haben ein kleines Ferienhaus gemietet, es wurde wohl kürzlich renoviert, alles ist Schwarz und Weiß gestrichen, selbst das Geschirr nimmt diesen Trend auf, weiß mit schwarzen Streifen, sehr schön und geschmackvoll. Vorher waren wir in Kopenhagen und auch dort in den Designläden viel schwarz weiß und viel graphisches, beides gefällt mir hervorragend und das Häusertablett auch ganz dolle. (o:
    ina

  • 6 Jahren ago

    Yupp, ich stimme den genannten Wohntrends zu.

    Besonders die Zimmerpflanzen und Marmor nehme ich sehr stark wahr. Hinzufügen würde ich noch "Kupfer" und "Fahrräder".

    Vielen DANK für die tollen Einblicke, Ihr Beiden!

    Liebe Grüße

  • 6 Jahren ago

    Den Blog azurweiss verfolge ich schon seit einiger Zeit über Bloglovin. Ich lasse mich gerne durch Designthemen inspirieren. Dezente Folkore fließt bei uns immer ein. Die Idee der großen Meister finde ich super!
    Liebe Grüße
    Andrea

  • 6 Jahren ago

    Ethno pflege ich schon immer, wenn auch sparsam dosiert. Und von den riesigen Monstera-Pflanzen konnte ich mich auch nie trennen, Trend hin oder her: Seit sie im Film Notting Hill in Hugh Grants WG-Küche so gut aussahen, musste ich sie auch in meiner Küche haben. Und da stehen sie bis heute.

    Schönes Interview, ich bin ein großer Fan von La mesa, Sabine!

    LG von eva…

  • 6 Jahren ago

    Hallo liebe Indre!
    Was für ein tolles Interview!
    Ich habe es schon immer geliebt "Altes" mit "Neuem" zu verbinden… So würde ich meinen Stil jetzt, als Modern Vintage bezeichnen. Pastellfarben kombiniert mit schwarz/weiß und einem Hauch knalligem Gelb, geometrische Formen und klassische Bilder. Das ist der Trend, der mir gefällt und den ich beobachte. 😉 Am 01.06. ziehen wir in eine neue Wohnung und dort kann ich mich mal wieder richtig austoben! 🙂

    Liebste Grüße
    Eva

  • 6 Jahren ago

    Ein tolles Interview! Ich selbst wurde auch schon bei La Mesa fündig und schmökere immer wieder gern durch den Onlineshop und Sabines Blog. Der Ethnotrend ist mir auch schon häufiger im Netz und Magazinen begegnet…ich mag ihn. Die " alten Meister" auf Prints, Stoff und Karten… ist mir aber eher noch neu! Ein Trend sind ja, wie man an diesem zauberhaften Tablett erkennen kann, auch Häuser und Häuschen aus Holz, als Print usw.
    Danke für den tollen Post!
    LG Susan

  • 6 Jahren ago

    Liebe Indre, danke für diese sehr anregende Vorstellung! Ich stelle fest, dass es zunehmend Blogs und kleine Läden + Labels sind, die mehr und mehr geschmacksbildend wirken. Sogar Wohnzeitschriften orientieren sich zunehmend an ihnen. Momentan schwimme ich ganz mit auf der Mid-Century-Welle (sei es bei Möbeln, Accessoires oder bei Mustern) und kombiniere mit viel Purismus und Pflanzen.
    Liebe Grüße
    Sonja

  • 6 Jahren ago

    Ein schöner Blick hinter La Mesa und azurweiß, die ich beide kenne ich regelmäßig lese. Den Trend zu den alten Meistern, modern interpretiert, habe ich auch im Gefühl. Das begegnet mir in letzter Zeit immer wieder.
    Liebe Grüße, Katja

    • 6 Jahren ago

      Der "True Random Number Generator" hat gesprochen: Die 7 und damit du, liebe Katja, bist die Gewinnerin. Das Tablett macht sich ganz bald auf den Weg zu dir. H E R Z L i C H EN G L ü CK W U N SC H !

    • 6 Jahren ago

      Herzlichen Glückwunsch auch von mir – und ganz, ganz viel Freude mit dem hübschen Tablett! Sonnige Grüße, Sabine

    • 6 Jahren ago

      Juhu! Unglaublich! Ich freu mich :-). Vielen, vielen Dank!

  • 6 Jahren ago

    auch für mich sehr insprierend, ich mag sabines wohnstil sehr. hell, luftig und ein wenig bewusst gesetzte farbe. und danke für das interview, das macht mut, die eigenen träume umzusetzen (auch wenn es nicht immer einfach ist). dass ich den wohntrend marmor wahrgenommen habe, hast du ja schon gesehen. auch die zimmerpflanzen sind mir aufgefallen, bisher gibt es bei mir trotzdem nur küchenkräuter, aber vielleicht kommt das ja noch! schöne grüße, wiebke

  • 6 Jahren ago

    Ich liebe den Folklore-Trend sehr. Alte Kelims, die zu Kissen verarbeitet werden z.B. Liebe Grüße! Julia

  • 6 Jahren ago

    oh wie schön auf diese weise noch viel mehr als über ihren tollen blog azurweiss über sabine und von ihr über all die schönen dinge und das wohnen im allgemeinen zu erfahren – ethno light ist dabei auch bei mir als trend ganz weit oben auf der liste und unabhängig davon ist das tablett wunderschön – mit den häusern drauf aus dem eigenen haus heraus den frühlingstee auf die terasse tragen, das würde ich liebend gerne tun * lg julia

  • 6 Jahren ago

    Ein wunderbarer post !!! die "Wohnbilder" von Sabine Wittig verfolge ich schon seit langem auf SoLebIch und ihrem phantastischen Blog…liebe Grüße und allen einen tollen Start in die neue Woche, uli

  • 6 Jahren ago

    ich kenne den blog 'azurweiss' und bin begeisteRt, dass auch hieR wohn- und blogstil übeReinstimmen. ich mag die gRadlinigkeit. und die faRbspRenkel. eine feine mischung.
    meRci. füRs inteRview.

  • 6 Jahren ago

    Ein toller inspirierender Post. 🙂 Ich bin vor kurzem umgezogen und möchte unser Heim ein wenig heimeliger machen. Mir sind die Ethno- und Folkloremuster auch aufgefallen. Allgemein kommen glaube ich die ganzen Bemusterungen kombiniert zu schlichten bedachten Farben. 🙂
    xo Julia

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