HOLZ | WOOD

Holz ist – so mein Eindruck – einer der großen Wohntrends. Nicht nur in einschlägigen Wohnblogs (zum Beispiel hier oder hier) begegnen mir zurzeit gehäuft Holzhäuser, Holzmöbel, Holzböden oder Holzwände. Auch die einschlägigen Wohnzeitschriften loben die Qualitäten des nachwachsenden Roh- und Naturstoffs. Es sei nicht nur strapazierfähig und recyclbar sei, sondern fühle sich auch hervorragend an (Schöner Wohnen), besitze eine lebendige Ausdruckskraft, die mit allen Sinnen spürbar sei und sich positiv auf unser Wohlbefinden auswirke (Living at Home) und es reduziere Stress und lasse einen besser schlafen (Scandinavian Deko).

Die Wiedergeburt des Holzes als Wohnstoff kam schleichend. Mir scheint, es hat sich mit verschiedenen Lifestyle-Trends – wie dem LOHASLand- oder einfachen Leben – zur Hintertür hineingeschlichen und langsam ausgebreitet. Noch vor gar nicht allzu langer Zeit war Holz eine Art ästhetisches No-Go – erträglich eigentlich nur in Form von BugholzSchichtholzschalen, auserwählten Antiquitäten oder Dielenboden und in Kombination mit neutralisierenden Materialien wie Beton oder Chrom. So zumindest erging es mir. Aufgewachsen zwischen Rauhfasertapete, Wandpaneelen, Holzmieten und Kiefernmöbeln war mein Bedürfnis nach dem Material mit der lebendigen Ausdruckskraft mehr als gestillt. Allein Dielen konnte ich noch ertragen, ja, brauchte ich sogar (umso mehr als ich sie gegen schnödes Laminat eintauschen musste). Ansonsten war ich holzübersättigt. Und jetzt?

Wieder einmal muss ich feststellen, dass ich höchst anfällig bin für diverse Moden und Trends, denn die neue Lust am Holz hat auch mich ganz schleichend erfasst. Es fühlt sich plötzlich wieder gut an und ist eine adäquate Antwort auf meine Sehnsucht nach Ruhe und Natürlichkeit im großstädtischen Dauerrauschen. Zuerst fand das ein oder andere unbehandelte Holzaccessoire Eingang in unsere Wohnung, mittlerweile sind sogar Wandpaneele und Holzverkleidungen eine Gestaltungsoption. Geht es euch ähnlich?
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Wood seems to be a major home trend. Not only in appropriate living blogs I meet wooden houses, wooden furniture, wooden floors and wooden walls, but also relevant lifestyle magazines praise the qualities of the natural and renewable raw material. And once again, I must say that I am highly vulnerable to various fashions and trends – the new love of wood has also affected me. First the one or other untreated wood accessory have found the way into our apartment, now even wall panels and wood paneling are a design option. Is it similar to you?

12 Comments

  • 6 Jahren ago

    Eine "Holz als ästhetisches Nogo"-Phase ist dann also gänzlich an mir vorübergegangen, ich gestehe aber auch freimütig, dass ich mich um Trends wenig oder eigentlich gar nicht kümmere, was da "schleichend" bei mir ankommt, vermag ich nicht zu sagen – ich liebe Holz einfach, draußen das lebendige und am und im Haus als Bau- und Einrichtungsmaterial uneingeschränkt und innig, gern in Kombination mit Stein und auch Metall (ein Bauhaustisch ist uns zugewandert), auch gern in Kombination von "antik" (das Klavier) und schlicht, schon immer ist das eine große Liebe. In einer Wohnung ohne Holz ist mir kalt. Holz ist auch tot noch lebendig, weil es gelebt hat. Maserungen und Astanteile erzählen wunderbare oder rätselhafte Geschichten, je nach Lichteinfall erscheinen die seltsamsten Wesen… Als wir damals vor 30 Jahren bauten, wollten wir Holzmöbel, es gab aber keine zu kaufen und ererbte gab's auch keine…, also mühsam Stück für Stück aus Stück für Stück zusammengetauschten Holz selbst gebaut und zwar fest eingebaut (denn wir waren keine Tischler…), in klaren Formen, offen und ohne Schnickschnack-Zierfasen usw. An den Holzduft beim Schneiden und Schleifen erinnere ich mich noch immer. Und noch immer möchte ich kein Stück davon missen. Heute würde ich vielleicht nicht mehr soviel davon dunkel beizen. Die in den letzten Jahren wegen Bücherschwemme angeschafften Bücher-Regale vom Schweden betrachte ich als vorläufiges Durchgangsstadium, auf dem Weg zu Holzregalen oder auf dem Weg zur Verkleinerung der Bibliothek 😉 – Deine Holz-Foto-Collage ist übrigens ganz und gar hinreißend faszinierend, die würde ich glatt als Poster nehmen 😉 Und ganz vielleicht hat der Trend zum Holz tief innen auch etwas damit zu tun, dass Mensch merkt, dass er als lebendiges Wesen in künstlichen Welten auf Dauer nicht lebensfähig ist oder sogar eingeht. Ganz lieben Gruß aus dem Haus mit Holz drin und (Kiefern)-Wald draußen Ghislana

  • 6 Jahren ago

    Very rich red, very nice!

    xx

  • 6 Jahren ago

    holz gefällt miR sehR. doch nicht übeRall. ein haus bRaucht füR mich auch stein. holzveRkleidungen finde ich fuRchtbaR. und die faRbe muss hübsch sein. auch etwas zuRückhaltend. am liebsten leicht gemaseRt.
    liebe gRüße. käthe.

  • 6 Jahren ago

    Oh nein, kein Holz mehr …
    Mein Papa war und ist leidenschaftlicher Holzbearbeiter und so drechselte, schliff und baute er: Möbel, Decken, Wände – alles Holz.
    Ich liebe unser offen gestaltetes Haus mit seinen weißen Wänden, so bekomme ich Luft.
    Holz geht nur in Form unseres riesigen Esstisches und unseres Holzdecks hinterm Haus. 😉
    xx
    Jenny

    • 6 Jahren ago

      🙂 das Trauma war quasi vorbestimmt!
      wir hatten zwar zuhause auch viel holz in der wohnung, aber es gibt ja immer verschiedene einsatzmöglichkeiten von holz. ich habe mir auch vor kurzem einen super holztisch bei http://www.massivmoebel24.de
      bestellt und bin gerade erst wieder auf den geschmack gekommen! 😉
      lg sam

  • 6 Jahren ago

    ich mag holz unheimlich gerne — aber keineswegs uneingeschränkt; nicht jede sorte, nur in sehr schlichtem gewand und wohl dosiert.
    liebe grüße!

  • Holz war nie ganz weg..
    Aber ich gebe Dir recht…nach einer Kindheit zwischen Kiefernmöbeln und dunkler Deckenvertäfelung, Eiche-rustikal-Schrankwand und Buchealpträumen kam wohl automatisch der Wunsch nach Ikea-Oberflächen. Die "Rückkehr" des Holzes scheint mir die logische Konsequenz aus dem Hochglanz-Lack-Wahnsinn der letzten Jahre zu sein. So folgt ein Trend dem nächsten…oder man überspringt einfach ein paar 🙂

  • 6 Jahren ago

    Ob man Holz mag oder nicht, so ganz ohne Holz wird es wohl keine Wohnung oder Haus geben können. Ob als Möbelstück (z.B. Tisch) oder als Küchenuntersilie (z.b. Schneidebrettchen), ich mochte Holz schon immer, es kam für mich aber immer darauf an, wo ich es einsetzen möchte. Wandpaneelen fande ich schon immer furchtbar 🙂
    Liebe Grüße
    Anna

  • 6 Jahren ago

    Liebe Indre,

    mir geht es ähnlich wie Dir. Auch ich kann mir mittlerweile wieder mehr Holz im Haus vorstellen – und das haben wir auch teilweise (ich liebe z.B. unsere alte Holztreppe, unseren Dielenboden und unseren Landgarten-Zaun). Wir überlegen sogar schon eine Weile, ob wir unser Haus nicht mit einer Holzfassade versehen lassen sollen. Dezent eingesetzt, darf es bei mir auch innen sein – aber einen kompletten Hüttenstyle kann ich mir innen nicht vorstellen – die Wände müssten schon neutraler sein. Aber wer weiß, wie sich der Modetrend noch weiter auf mich auswirkt ;-)?

    Schöne Grüße
    Katja

  • 6 Jahren ago

    holz gibt etwas natürliches mit in jeden raum, daher ist es wohl auch wieder so beliebt.
    ach wie gern würde ich in einem skandinavischen holzhaus leben… 🙂

  • 6 Jahren ago

    Wow. Ein wirklich wunderbares Haus!

    Liebe Grüße zurück!
    Indre

  • Anonym
    6 Jahren ago

    Hallo Indre,
    Genau – für mich gehört in jeden Raum Etwas aus Holz, das strahlt Wärme und Geborgenheit aus. Und richtig eingesetzt (z.B. Querlattung) gar nicht rustikal. Das Haus ist unserer Nachbarn ist sogar Aussen und Innnen komplett mit Holz ausgekleidet und ist ultramodern, siehe http://www.cba.lu/fr/projets/projets-acheves/logement/maison-moko,
    Liebe Grüsse, Viviane von qip home

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