Ein Blick zurück ::: Ein Wochenende auf Gut Tornow

In der Regel starte ich ja mit einem Blick hinter ein Blog in die neue Woche. Heute blicke ich stattdessen zurück, denn hinter uns liegt ein so traumhaft schönes Wochenende, das ich davon ein Stück hinüberretten möchte in den Arbeits- und Stadtalltag.

In Brandenburg waren wir – auf diesem platten Land mit seinem hohem Himmel und dem trockenen, Geschichte atmenden Boden, das mir von Jahr zu Jahr mehr ans Herz wächst – genau genommen im Ruppiner Land. Viel haben wir davon allerdings nicht gesehen, denn die meiste Zeit haben wir auf dem Gelände von Gut Tornow verbracht. Vielleicht erinnert ihr euch? Wir waren schon mehrmals an Ostern dort. Doch im Spätsommer ist es dort mindestens genauso schön.


Anmerkung Februar 2016: Ich war seit dem Sommer 2013 nicht mehr dort. Aber es scheint, als hätten sich die Dinge leider nicht zum Besseren entwickelt. Der Charme des Unvollkommenen und der Improvisation hat sich – glaubt man den Reaktionen der Leser/innen (siehe unten) – in sein Gegenteil verkehrt. Wenn dem so ist, wäre das sehr schade. Aber machen Sie sich/macht ihr euch am besten ein eigenes Bild. 2013 hatten wir dort sehr schöne Spätsommertage.
Wir haben uns die Sonne ins Gesicht scheinen und die Zeit an uns abperlen lassen, haben gemeinsam gekocht und gebacken und uns an den Kindern gefreut, die stundenlang mit oder in den Bäumen spielten. Am Bantikower See waren wir schwimmen und in den umliegenden Feldern spazieren. Wenn ich könnte, würde ich die Zeit anhalten und dieses warme, nach Stroh und Feuer duftende Wochenende noch ein wenig genießen… es bleibt das leichte Prickeln der Sonnenbräune auf der Haut.

Das Gut Tornow liegt im Dreieck Wusterhausen, Neuruppin und Wittstock/Dosse und ist – wie so viele Orte in Brandenburg – leider nur mit dem Auto zu erreichen. Doch so abgelegen das Gehöft ist, so wild-romantisch und verwunschen ist es auch. Müsste ich sein „Alleinstellungsmerkmal“ definieren, so würde ich sagen, es ist der Charme des Improvisierten. Tornow ist ein Fass ohne Boden. Gerade ist die eine Ferienwohnung fertiggestellt, da braucht die andere eine Grundsanierung. Kaum ist der Kräutergarten angelegt, schreit der Park nach Behandlung. Dazwischen laufen Gallaways, Wollschweine, Hühner, Ziegen, Schafe und allerlei Katzen und wollen versorgt sein. Dass die Hauswirtschaftsmeisterin Birgit Theiselmann von Dallwitz und der studierte Jurist Burkhard Theiselmann da manchmal nicht hinterherkommen, ist kein Wunder. Doch damit haben sie sich wohl längst abgefunden. Statt Resignation versprühen sie eine bisweilen trotzig-schelmenhafte Gelassenheit. Leben und leben lassen. Das scheint ihr Motto, und gilt für das Unkraut ebenso wie für ihre Gäste. Hier kann jede/r ganz er/sie selbst sein. Überall. 
Das Gelände der Familie Theiselmann steht allen offen. Selbst in ihrem Wohnhaus, dem alten Gutshaus, sind Gäste willkommen. Im großen Saal etwa, der über die Veranda in den einst von Lenné gestalteten Park führt, kann man Feste feiern und sich von Frau Theiselmann von Dallwitz verköstigen lassen. Alles Bio selbstverständlich und aus den eigenen Gärten und Ställen. An diesem Wochenende tafelte eine Festgesellschaft unter den uralten Bäumen im Park. Der Anlass blieb für mich im Dunkeln. Auch das ist typisch Tornow. Obgleich alles offen steht und keine Mauern, Zäune oder Hecken die eine Wohnung von der anderen abgrenzen, verhalten sich alle sehr diskret. Man kommt sich nicht in die Quere, aber gerne mal ins Gespräch. Dann stellt man fest, dass die Mehrheit der Gäste aus Berlin und schon seit Jahren immer wieder kommt und gerne auf Jahre hin im Voraus bucht. Wenn ihr das Gut Tornow also einmal ausprobieren wollt, so müsst ihr euch gegebenenfalls auf längere Wartezeiten einlassen. Aber es tun sich immer wieder auch Lücken und unerwartete Möglichkeiten auf. Auch das gehört zur Improvisation. Nun widme ich mich wieder meiner Profession und wünsche euch eine gute Woche.

22 Comments

  • Anonym
    3 Jahren ago

    Chaos und Müll und kein schöner Anblick, Absprachen werden nicht eingehalte, etc. Bin mal mit einigen Kindern zu Reiten hingefahren, als wir uns zum Reiten anmelden wollten, heiß es, fällt leider aus. Super 5 Kinder freuen sich auf Reiten und dann.
    Alleine die Natur Entschädigt. Aber dafür können die Hausherren nichts, nie wieder

    • 3 Jahren ago

      Ja, diese Beschreibung höre/lese ich leider öfter. Das ist nicht schön. Ich war seit 2013 nicht mehr dort. Aber es scheint nicht besser geworden und der Charme des Unvollkommenen sich in sein Gegenteil verkehrt. Schade!

  • Anonym
    4 Jahren ago

    Etwas geschönt die Beschreibung, wischen den Häusern liegt seit Jahren Müll. Diesen findet mann überall auf dem Hof, die Wohnung sind sehr verwohnt, Renovireungen werden Jahr für Jahr aufgeschoben, mit imemr neuen Ausreden. Mal sind die Mitarbeiter unzuverlässig, etc. Nur die Preise werden nicht gesenkt. Zuverlässig ist auch was anderes. Die Kinder lieben allerdings den Hof

  • Anonym
    5 Jahren ago

    Das sind sehr lange Geschichten… und ich will auch nicht jedem das schöne an diesem Ort nehmen. Es war wie ein Zuhause und es tut immernoch weh… aber auf diesem Hof läuft viel zu viel falsch… gerade was die Tiere angeht. Viele sehen es nicht, weil sie keine Ahnung haben, oder eingfach geblendet sind von Charme dieses Hofes… war ich auch… aber ich hab viel Zeit dort verbracht. Wunderschöne Zeit… aber umso mehr Zeit hab man dort hat, umso klarer sieht man…wenn auch nicht auf den ersten Blick.

    Für mich ist die Zeit dort definitv vorbei, auch wenn ich dort die schönsten Zeiten in meinem Leben hatte.

  • Anonym
    5 Jahren ago

    wunderschön ist es wirklich… aber leider nicht immer alles wie es scheint…. </3 13 jahre Stammgast, doch die Zeiten sind vorbei….

    • 5 Jahren ago

      Oh, warum?

    • Anonym
      5 Jahren ago

      Übrigens, trotzdem eine tolle Seite….und wunderschöne Bilder, weckt die Sehnsucht sofort 🙂 Antwort auf die Frage ist in einem neuen Kommentar… habe mich im Knopf vertan.

  • 6 Jahren ago

    Wieder was, was im eigenen Land mal einen Ausflug wert ist – traumhaft gelassene Stimmung spricht aus deinen Bildern und deiner Beschreibung… Lieben Gruß Ghislana

  • 6 Jahren ago

    Das hört sich nach Entspannung pur an 🙂
    Bleibt nur noch eine Frage: Wofür steht "WoE"?

    • 6 Jahren ago

      Für Wochenende 😉

    • 6 Jahren ago

      Hab´s gleich mal geändert. Macht ja wenig Sinn, wenn man es nicht versteht 😉

  • 6 Jahren ago

    ich kann es miR ganz gut voRstellen. wie schön es waR.
    deine woRte nehmen mich mit. meRci. ein heRRlich kuRzausflug.
    liebe gRüße. käthe.

  • 6 Jahren ago

    ich war an der elbe, aber wenn ich das lese und betrachte. muss ich unbedingt mal wieder nach brandenburg. wunderschön! liebe grüße, wiebke

  • 6 Jahren ago

    da möcht man auf der stelle hin. die ebene, die weite sowieso so ein sehnsuchtsland …
    und deine fotos, indre, sind wunderbar, sie duften nach spätsommer, der mein liebster unter den jahreszeiten ist.
    liebe grüße!

  • 6 Jahren ago

    Oh, ich liebe diese Rollen, sehr schönes Foto und ihr hattet bestimmt einen tollen Tag gestern. Habe mich gerade mal auf dem Gut umgesehen.
    Liebe Grüße,
    Ute ✿

  • 6 Jahren ago

    Hm, das sieht schön aus. Wir haben es gestern an den Stechlinsee geschafft.

  • 6 Jahren ago

    Ach…. schön!
    Ich war auch schon mal dort, mit Freundinnen und einermillion Kindern. Meinen ersten und einzigen Eisvogel habe ich dort gesehen. Auf einem Ausritt auf dem wohl höchsten Pferd, dass ich je geritten bin.
    Danke für die Erinnerung!

  • 6 Jahren ago

    Sieht alles sehr idyllisch aus. Und was habt ihr für ein Glück gehabt mit dem tollen Wetter.
    Wäre gerne dabei gewesen 🙂 LG und schöne Woche, Yna

  • 6 Jahren ago

    Das riecht wirklich nach Heu! Schön!

  • 6 Jahren ago

    das Wochenende muß einfach herrlich gewesen sein…dank deiner Bilder kann man es spüren und sogar fast riechen…liebst Uli – die Kramerin

  • 6 Jahren ago

    Das wäre ja auch was für mich, schau ich mir gleich mal an. Wochenenden in der Natur sind immer was feines!

  • Die Bilder erinnern mich an mein Zuhause im platten Land… sehr sehr hübsch!

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