Ein Blick hinter ::: SLOMO

Die neue Woche beginnt – und sie beginnt gut. Erstens weil ich meinen letzten Urlaubstag (davon bald mehr) genieße, und zweitens weil wir heute einen Blick hinter einen meiner liebsten Blogs werfen dürfen: hinter SLOMO. Ich will und kann gar nicht viel dazu sagen. Okkas Antworten sind so schön und ausdrucksstark wie all ihre Texte und lassen eine Frau zum Vorschein kommen, die man einfach mögen muss. Darum wünsche ich an dieser Stelle einfach nur eine vergnügliche Lektüre und sage Dankeschön, liebe Okka


Okka Rohd. Ein ungewöhnlich schöner Name. Gibt es eine Geschichte dazu?

Der Vorname Okka ist ostfriesisch (wie mein Papa). Als Kind und auch noch als Teenager habe ich mich mit diesem Namen ziemlich gequält – mittlerweile haben wir beide uns ganz gut miteinander befreundet. Meine Eltern behaupten bis heute, ihnen sei damals gar nicht aufgefallen, dass mein Name nach zwei Farben klingt.
Kannst du dich in wenigen Sätzen charakterisieren?
Ich mag das Meer, Fußball, Ringelshirts und den Geruch von Büchern und Kuchen im Ofen. Ich mag Kaffee, Äpfel und den Abend lieber als den Morgen. Ich gehe gerne rum. Ich habe Angst vor Fischen und vorm Autofahren. Ich mache mir mit Rumgrübeleien manchmal selbst das Leben schwer. Aber ich bin auch ziemlich gut darin, es mir schön zu machen. Und unter allem liegt ein großes Glück.

Was sind eigentlich deine Hobbys?
Ich lese gerne, viele Magazine, noch lieber Bücher. Ich schaue gerne Filme. Ich backe und koche und höre dabei laut Musik. Aber wenn ich wirklich Zeit übrig habe, dann trödle ich bloß gerne herum, ohne Plan und Ziel.
Machst du Sport?
Ich habe nach ungefähr 1000 Jahren Komplett-Abstinenz gerade wieder damit angefangen, und so fühlt es sich auch an. Das Gefühl hinterher ist allerdings unbezahlbar. Ich trainiere mit dem Shred-Programm von Jillian Michaels, weil es nur eine knappe halbe Stunde dauert und mir richtig gut tut. (Die Videos kann man sich auf Youtube ansehen).
Wofür gibst du am meisten Geld aus?
Ich glaube für Lesestoff. Bücher, Magazine, Kinderbücher, Kochbücher.

Du schreibst auf deinem Blog auch über Mode, Kosmetik oder Schmuck. Wie wichtig ist dir dein Aussehen?
Puh. Natürlich ist mir mein Aussehen nicht unwichtig. Wichtiger ist mir aber, dass ich mich wohl fühle, vor allem, weil ich die meiste Zeit des Tages zu Hause an meinem Schreibtisch sitze und man da manchmal ganz schön schnell versumpft. In einer Lieblingsbluse oder mit einem tollen Lippenstift fühle ich mich morgens deutlich besser und manchmal auch stärker. Es macht mir Spaß, mir die Laune anzuziehen, die ich gerne hätte (oder habe): Kuscheldrinversink-Pullis, Ichrockdasschon-Blazer oder meine Lieblingsturnschuhe für die Tage, an denen ich richtig etwas reißen muss. Manchmal sind Mode und Kosmetik aber natürlich auch einfach nur Spaß. Was Schmuck angeht, bin ich eigentlich ein Langeweiler: Ich trage seit Jahren genau die gleichen Ringe, die gleiche Kette und die gleiche Uhr – Stücke, die eine Geschichte haben und mir heilig sind.
Du kommst aus Oldenburg. Wie ist dein Verhältnis zu Norddeutschland? Würdest du es als deine „Heimat“ bezeichnen? Und wenn ja, was macht dieses Heimat-Gefühl aus?
Heimat ist für mich eher ein Gefühl als ein bestimmter Ort. Ich liebe den Norden, ich liebe es, Wind um die Nase zu haben, ich liebe das Meer und wie es einem die Gedanken ordnen kann, ich mag das flache Land und den norddeutschen Schnack (ich habe ja auch eine ganze Weile in Hamburg gelebt). Ich bin auch immer ganz aufgeregt, wenn ich mit dem Zug in den Oldenburger Bahnhof einfahre. Heimat ist für mich aber meine kleine Familie.

Du hast eine kleine Tochter. Wie haben sie und die Rolle und Aufgabe, ihre Mama zu sein, dich und dein Leben verändert?
Sehr, und mehr, als ich erwartet hatte. Ich fühle mich so angekommen und glücklich wie noch nie zuvor in meinem Leben. Es klingt immer fast kitschig, wenn man so etwas ausspricht, aber es ist tatsächlich so. Es macht mich glücklich, wenn sie morgens zu mir unter die Decke krabbelt. Es macht mich glücklich, sie kennenzulernen. Es macht mich glücklich, wie glücklich sie noch über die kleinsten Dinge sein kann, über ein Erdbeer-Eis, übers Rutschen, über ein Blatt. Es macht mich glücklich, eine Familie zu sein. Ich mag unseren Alltag mit Kind, diese kleinen Momente, in denen eigentlich gar nichts passiert und doch alles. Manchmal bin ich verdammt müde und sehne mich nach einem freien, total verantwortungslosen, versumpften Wochenende. Manchmal staune ich, wie durchlässig mich dieses Kind gemacht hat. Manchmal ist es gar nicht so einfach, alles in einem Tag oder in einer Woche unterzubringen – die Liebe, die Arbeit, die Freundschaften, Zeit für mich. Aber das ist es wahrscheinlich nie, oder?
Du arbeitest seit 2008 als freie Journalistin. Man sagt, der Journalismus sei ein Haifischbecken. Erlebst du das ähnlich?
Ich weiß nicht, ob der Journalismus mehr oder weniger Haifisch-Becken ist als andere Berufe. Man gerät, wie wahrscheinlich überall, an tolle Menschen und an solche, mit denen man nicht unbedingt in einem Fahrstuhl stecken bleiben möchte. Mir fallen spontan mehr von der ersten Sorte ein, wenn ich an meine Kollegen denke.

Kannst du gut von deinem Beruf leben?
Im Moment kann ich vom Schreiben leben – die Frage ist aber, wie lange das noch so geht bei all den Magazin- und Zeitungseinstellungen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich in zehn Jahren noch vom freien Journalismus leben kann – oder ob ich dann viel lieber andere Dinge schreibe oder vielleicht etwas völlig anderes mache. Die Antwort auf diese Frage findet sich vermutlich wie so oft auf dem Weg.

Was liebst du am meisten an deiner Arbeit? Und womit haderst du von Zeit zu Zeit?
Journalismus ist nie langweilig. Ich schreibe niemals über das gleiche Thema, ich treffe und spreche jede Woche mit neuen (und oft beeindruckenden) Menschen, ich darf ins Kino gehen und über Filme schreiben oder über Dinge, die mich in meinem Leben beschäftigen – ich finde, das ist ein großer Luxus. Und ich mag das Schreiben selbst. Wenn man herausgefunden hat, wie ein Text geht, wenn er endlich so fließt, wie man ihn sich vorgestellt hat. Aber natürlich gibt es auch Momente des kleinen und großen Haderns: Wenn mir partout nichts einfällt, wenn der Text einfach nicht so will wie ich, wenn ich nicht mag, was ich geschrieben habe, wenn ich mich für völlig talentfrei halte. Oder wenn mir die Decke auf den Kopf fällt – ich arbeite ja von zu Hause aus. Aber das sind immer bloß Momente. Ich bin wirklich gerne Journalistin.

Du lebst mit deinem Mann und Fanny im Prenzlauer Berg. Wie wohnt ihr?
Wir wohnen in einem Drei-Zimmer-Altbau. Die Wohnung ist schon ein wenig runter, aber irgendwie mag ich genau das an ihr: die quietschenden Dielen, die uralten Türen, den merkwürdigen Schnitt. Wir haben eine riesige Küche (die der Grund war, warum wir uns in diese Wohnung verliebt haben) und ein winziges Bad. Ich habe mich noch in keiner Wohnung so wohl gefühlt wie hier. Auf dem Prenzlauer Berg sind wir nur aus Zufall gelandet: diese Wohnung war die erste, die wir mochten und tatsächlich auch bekommen haben, als wir von Hamburg nach Berlin gezogen sind. Ich könnte mir auch gut vorstellen, irgendwann mal in einem anderen Kiez zu leben.
Kannst du dir einen anderen Ort zum Wohnen und Leben vorstellen?
Ich würde gerne mal eine Weile in Paris leben (leider ist mein Französisch grottig). Für ein Jahr würde ich auch gerne in New York oder in San Francisco leben. Aber eigentlich mag ich Berlin sehr und würde hier, nach vielen Umzügen in den letzten Jahren, gerne länger bleiben.

Man sagt, 2013 sei ein Jahr der Veränderung. Welche wichtigen Entscheidungen und Veränderungen stehen für dich an?
Also auf meinem Neujahrs-Glückskeks stand dieses Jahr: „Patience is the best remedy for every trouble“. Das passt gar nicht mal schlecht, bisher war dieses Jahr eher das Jahr des Pläneschmiedens und der kleinen Veränderungen. Mal sehen, was der Herbst so bringt.

17 Comments

  • Angela
    6 Jahren ago

    Ich habe selten so etwas Klares und dabei Schönes gelesen. Liebe Okka, was mir so gut an Deinem Blog gefällt, Du bist und bleibst immer authentisch. Vielen Dank, dass Du uns Leserinnen an Deinen Gedanken teilhaben lässt 🙂

  • 6 Jahren ago

    Okka, in meinen persönlichen Top 5. Mag sie sehr.

  • 6 Jahren ago

    Okka und ihren Blog mag ich auch schon länger und es ist immer wieder schön, noch mehr über sie zu erfahren. Eine unglaublich sympathische Frau. Danke für das schöne Interview!

  • 6 Jahren ago

    so schön zu lesen..

  • 6 Jahren ago

    ich bin ganz sprachlos beim lesen, DANKESCHÖN!

  • 6 Jahren ago

    auf meiner lieblingsliste ganz weit oben! gerade aus dem offline-leben zurück freue ich mich sehr über diesen tollen einblick. okka spricht mir so oft aus der seele und kann so großartig beschreiben wie dieses leben ist. vielen dank! liebe grüße, wiebke

  • 6 Jahren ago

    so leicht und fRöhlich. so schön.
    habt dank ihR zwei. veRgnüglich waR es.

  • 6 Jahren ago

    wie ich okkas worte liebe
    sanft und schön!
    <3

    • Steffie
      6 Jahren ago

      du sagst es: sanft und schön! und so ehrlich!
      mein absoluter lieblingsblog

  • 6 Jahren ago

    wie du schreibst, liebe indre, eine frau, die man einfach mögen muss.

  • 6 Jahren ago

    Tolles Interview mit einer noch tolleren Frau. Okkas Blog ist der Wahnsinn und jetzt mag ich ihn tatsächlich nochmal ein wenig mehr.
    Herzliche Grüße
    Anni

  • Danke für dieses tolle Interview! Okkas Blog ist einer der Ersten die ich gelesen habe und noch immer sehr gerne lese und ihre Texte über Fanny rühren mich oft zu Tränen. Und das obwohl ich selbst (noch) keine Mutter bin…
    Ich wünsche euch einen sonnigen Start in die neue Woche!
    Liebe Grüße Susanne

  • 6 Jahren ago

    Wunderschön! Danke!

  • 6 Jahren ago

    Immer wieder schön, noch ein paar weitere Einblicke hinter einen schon sehr bekannten Blog und dessen sympathische Schreiberin zu bekommen. Danke!
    Liebe Grüße, Katja

  • Das ist ein richtig toller Blick hinter Slomo und Okka. Jetzt mag ich den blog noch lieber lesen. 🙂

  • 6 Jahren ago

    Was für ein schöner Start in die Woche mit einem Blick hinter eines meiner Lieblingsblogs! Vielen Dank!
    Liebe Grüße,
    Sabine

  • 6 Jahren ago

    Okka lese ich schon lange und gerne. Ein Interview mit gut gestellten Fragen beleuchtet aber immer noch Winkel, die beim eigenen Gucken und Lesen noch nie aufgefallen sind. Merci!

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