Ein Blick hinter: Heimatbaum

Sie ist wild und wunderbar, klug und lustig und inspirierend. Mindestens jeden 2. Satz von ihr würde ich unterschreiben und jeden 3. auf ein Plakat drucken lassen. Die Rede ist von Pepper – Pfeffer. Ja, den hat sie. Seht selbst! Mit diesem ‚Blick‘ kann die Woche nur noch gut beginnen. Danke dir, Pepper, fürs Mitmachen und euch eine anregende Lektüre!
Wer steckt hinter der frechen und wilden und wunderbaren tali fee?
Eigentlich hatte ich mir vorgestellt, dass ich mal seriös, anmutig und elegant werde. Allerdings ist mir klar geworden, dass man diese Eigenschaften nicht erlernen kann. Ich habe es versucht und bin gescheitert. Sie müssen einem in die Wiege gelegt werden und das ist bei mir ganz eindeutig nicht der Fall. Ich bin ein Peter Pan. Ich will mich verkleiden, am liebsten jeden Tag, ich will mit Farbe herumschmieren und mir Federn ins Haar stecken. Erwachsensein steht mir nicht, also lasse ich es bleiben.

Was hat es mit dem Namen „talie fee“ auf sich?
Der Name ist eigentlich ganz unspektakulär entstanden. Vor 3 Jahren habe ich mich bei Facebook angemeldet und wollte nicht meinen vollen Namen verwenden, da ich Betriebsrätin in einer sehr großen Firma bin und nicht ständig per Facebook über die Lage des Unternehmens ausgefragt werden wollte. Also habe ich einfach ein paar Buchstaben aus meinem ersten Vornamen und meinem Mädchennamen weggestrichen: naTALIE FEsslEr.
Als ich dann mein Blog angelegt habe, waren alle Namen, die ich mir ausdachte schon vergeben und so habe ich letztendlich talie fee eingetragen. Mittlerweile bin ich damit aber ziemlich unzufrieden. Zum Einen, weil ich geheiratet habe und jetzt eigentlich „talie schmi“ heißen müsste (geht ja gar nicht!) zum Anderen, weil der Name eigentlich überhaupt nichts aussagt. Deshalb habe ich nun das Blog auf eine neue Domain umgezogen: heimatbaum.com. Dieser Name drückt aus, was mir wichtig ist: die Verbundenheit mit meiner Heimat, meiner Familie und mit der Natur.
Wie zeichnet sich (d)ein freches und wildes und wunderbares Leben aus?
Eigentlich ist mein Leben von all dem noch zu wenig. Frech sein sollte man viel öfter. Nicht im rotznasigen Sinne, sondern im eigensinnigen, andersartigen. Weniger angepasst sein. Mehr von dem tun, was man selbst will, auch wenn andere kein Verständnis dafür haben.
Wir nehmen uns so viele wunderbare Dinge vor, die wir tun und erleben wollen, bevor wir sterben. Und obwohl wir nicht wissen, wann das sein wird, schieben wir alles auf, als hätten wir ewig Zeit. Ich will eine Kuh melken. Und einen Tintenfisch an den Saugnäpfen kitzeln, um zu sehen, ob er lachen muss. Was, wenn uns gar nicht mehr so viel Zeit bleibt? Gegen den Strom schwimmen. Das zeichnet ein freches und wildes und wunderbares Leben aus.
Was sollte definitiv mehr Zeit und Raum im Leben haben?
Nächstenliebe. Sich weniger auf sich selbst konzentrieren und zwischenmenschliche Beziehungen stärken. Damit meine ich nicht in erster Linie, dass man den Obdachlosen in der Fußgängerzone ein Sandwich schenken soll. Wobei das natürlich auch schön ist. Ich meine die Eltern und Großeltern, die ihre Familie kaum zu Gesicht bekommen, weil jeder seine eigenen Interessen verfolgt. Ich meine die Menschen, die in Altersheimen ihre Zeit absitzen und davon träumen, dass sie jemand besucht. Ich meine die Geschwister, die ihre Kindheit zusammen verbracht haben und sich als Erwachsene kaum noch kennen. Wir sollten die Zeit, die uns geschenkt wird mit mehr Liebe, Respekt und Anerkennung füllen.
Was machst du, wenn du nicht gerade bloggst oder mal eben einen Couchtisch schweißt?
Eigentlich nimmt das Bloggen und das Drumherum, also Fotografieren, Bildbearbeitung und Seitengestaltung, fast meine gesamte Freizeit in Anspruch, was ich aber auf jeden Fall in Zukunft einschränken will, um mehr Zeit zum Handwerken zu haben. Ansonsten arbeite ich sieben Stunden täglich in einem sehr großen Unternehmen und kümmere mich (viel zu wenig) um unseren Haushalt. Und wenn dann noch Zeit bleibt, lese ich die Bücher, die ich im Tauschregal finde, gehe mit meiner Schwester ins Fitnessstudio oder versuche mich in Handarbeiten. Da habe ich allerdings immer so viel vor, dass ich kaum etwas zu Ende bringe. So oft ich kann strolche ich auf Flohmärkten herum oder schleppe Sperrmüll nach Hause. Ich habe einen sehr ausgeprägten Sammeltrieb.
Wie bist du aufs Bloggen gekommen und was bedeutet es dir?
Mit dem Bloggen habe ich angefangen, weil meine besten Freundinnen etwas weiter entfernt wohnen und wir uns deshalb viel zu selten sehen. Ich habe also nach einer Möglichkeit gesucht, sie auf dem Laufenden zu halten und bin dabei auf Blogs gestoßen. Also habe ich einfach mal damit angefangen und meinen Freundinnen den Link geschickt. Als ich auf den Foto-Frage-Freitag von „OhhhMhhh“ gestoßen bin, war es um mich geschehen. Es machte Spaß, Steffis Fragen mit Bildern zu beantworten und plötzlich lasen völlig fremde Menschen mein Blog und schrieben mir liebe Kommentare – ich war begeistert!
Ich finde den Gedanken faszinierend, Menschen mit meinen Artikeln zu erreichen, zu denen ich sonst nie Kontakt finden würde. Es ist erstaunlich, was man alles lernt und es macht Spaß, das eigene Wissen weiterzugeben. Gerade mit meinen Artikeln über unsere Neuseelandreise konnte ich dem ein oder anderen bei der eigenen Planung vielleicht ein Stück weiterhelfen.
Was ich am Bloggen am meisten schätze ist, dass ich so bescheuert sein kann, wie ich nun mal bin. Ich muss mich nicht zusammenreißen, denn unter Bloggern ist die Akzeptanz von Spinnerei und verrückten Ideen ungleich höher als im analogen Umfeld.
Wo und wie wohnst du?
Das ist im Moment ein leidiges Thema. Mein Mann und ich wohnen in einer 70qm großen Eigentumswohnung im Ortskern von St. Leon. Ich fühle mich in der Wohnung ein wenig eingesperrt, weil ich nur die Wände anderer Häuser sehe, wenn ich aus dem Fenster schaue. Und mir ist das auch alles viel zu klein, weil ja noch meine drei Klone hier wohnen. Außerdem ist die Wohnung komplett mit Fliesen ausgelegt, was ich überhaupt nicht leiden kann. Vor 1 ½ Jahren haben wir unser Traumhaus gefunden und die Chancen standen gut, dass wir es bald kaufen können. Jetzt hat es jemand anders bekommen und wir fangen mit der Suche von vorne an.
Aber was auch immer passiert, in unserem Haus wird ein Kaugummiautomat hängen und ein Streifenhörnchen wird dort mit uns leben. Frei und ohne Käfig natürlich. Und vielleicht auch ein Papagei und ein afrikanischer Weißbauchigel.
Was hast du mit Finnland zu tun? Und könntest du dir vorstellen, dort zu leben?
In Finnland war ich selbst noch nicht, aber ich habe beruflich viel damit zu tun, da unsere Firma dort eine Niederlassung hat. Ich bekomme täglich einen Wetterbericht von meinem Kollegen, mittlerweile sogar in sehr gutem Deutsch. Ich versuche ein paar Brocken Finnisch zu lernen, aber es sind so furchtbar viele „ä“ und „u“ in jedem Wort.
Mein Chef stammt aus Schweden, seine Großeltern aus Finnland, weshalb er dort eine eigene Insel hat. Davon erzählt er immer tolle Sachen, wenn er aus dem Urlaub zurück kommt. Übrigens, er war mit „Michel aus Lönneberga“ bei der Armee! Leben könnte ich dort nicht und um das zu wissen, muss ich nicht dort gewesen sein. Ich kann nämlich nirgendwo anders leben, als da, wo meine Familie ist.
Davon abgesehen, wäre mir Finnland, glaube ich, zu melancholisch. Obwohl, dort würde ich deutlich einfacher an Mumin-Artikel kommen… Seit meiner Kindheit bin ich begeistert von den Geschichten, die auch heute noch mein Hirn kitzeln. Die Menschen scheinen auf jeden Fall sehr nett zu sein, zumindest die, die ich kenne sind es. Meine Kollegen schicken mir oft Süßigkeiten und finnische Rezepte, die ich für mein Blog ausprobieren möchte. Allerdings scheinen die Finnen ihre Rezepte für das ganze Dorf auszulegen. Mit der halben Menge können wir schon die ganze Woche dasselbe Gericht essen. Vor kurzem haben sie mir sogar frische Cloudberries geschickt, weil die in einem Rezept vorkommen und ich nicht wusste, was das ist. Wenn es in Finnland aber nur halb so schön ist, wie in Norwegen, dann muss ich da mal Urlaub machen!
Was steht dieses Jahr noch freches, wildes Wunderbares an?
Hoffentlich der Kauf eines Hauses und damit verbunden wahrscheinlich sehr viel Arbeit. Ich werde an der Blogst Konferenz teilnehmen, will mein Auto fertig bemalen und meine Mutter wird 50. Meine Geschwister und ich sind schon seit Monaten mit der Planung für eine (hoffentlich) ganz besondere Party beschäftigt. Anfang Dezember werden wir eine Woche im Paradies verbringen, denn wir wollen nun relativ kurzfristig die Maledivenreise machen, die ich bei „Zucker, Zimt & Liebe“ gewonnen habe (ist das nicht unglaublich?!). Außerdem habe ich seit kurzem einen eigenen Onlineshop, in dem ich Vintagestücke wie Holzaffen, Medizinbälle und Foodstylingaccessoires verkaufe. Damit möchte ich dieses Jahr natürlich auch noch weiter voran kommen. Und dann ist da ja noch die Sache mit der Weltherrschaft. Das wird sich jetzt durch die Reise und die Feier etwas verschieben.
Vielen Dank Indre, dass du mich eingeladen hast, deine Fragen zu beantworten! Und euch allen, danke für´s Lesen! Sei frech und wild und wunderbar.
Eure Pepper

8 Comments

  • 6 Jahren ago

    Hallo Indre, toller Beitrag! Ich freue mich jetzt noch mehr, Pepper bei BLOGST kennen zu lernen 😉
    LG Elke

  • 6 Jahren ago

    Ich bin ein großer Pepper-Fan! Ob auf Instagram, auf ihrem Blog oder jetzt hier…ich freue mich immer sehr, von ihr zu lesen oder ihre Bilder zu sehen. Pepper strahlt einfach.

  • So ein schönes Interview! Ich drücke die Daumen dass es mit Haus und vor allem Streifenhörnchen was wird! Maike, die mit mir blogt, hat ja eins und das heitert einen in Sekunden wieder auf 🙂

  • 6 Jahren ago

    Vielen Dank Ihr zwei für das schöne Interview. Es war toll, noch mehr über die Frau mit den drei Klonen zu erfahren. Liebe Grüße, Viola

  • 6 Jahren ago

    pepper mag ich. und für das ausderreihehüpfen bin ich sowieso. also doppelt.

  • 6 Jahren ago

    Ein schöner Einblick in einen schönen Blog, den ich erst vor kurzem durch mein #abcfee kennen und schätzen gelernt habe. Jetzt noch mehr.

  • 6 Jahren ago

    Leider glaube ich, dass auch *gegen den Strom schwimmen* nicht zu den Eigenschaften zählt, die erlernbar sind. Aber schön wärs schon!
    Ein guter, *eigensinniger* Start in die Woche – merci.

  • 6 Jahren ago

    wirklich wunderbar 🙂

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