Ein Blick hinter belkabelka [mit Verlosung]

Gaëlles Einrichtungskonzept ist so simple wie praktisch: ‚Alles hingestellt ohne großes Konzept, einfach nur weil es schön ist und da war.‘
Wenn sie aufeinandertreffen, passiert vermutlich das: Der Lärmpegel schnellt von 0 auf 100 dB(A) – was irgendwo zwischen Kreissäge und Disko liegt, die wohlsortierte Ordnung verwandelt sich innert Sekunden in dynamisches Chaos, die Luft vibriert, der Boden auch, und die Musen tanzen Pogo. So jedenfalls stelle ich mir das Zusammentreffen dieser zwei Frauen mit ihren insgesamt sieben Söhnen vor. Bisher habe ich sie nur einzeln erlebt, aber schon das war jedes Mal Inspiration an die Schmerzgrenze. Die Rede ist von Gaëlle und Ocka, den beiden Frauen hinter dem KinderKunstLaden belkabelka, was aus dem Russischen übersetzt EichhörnchenEichhörnchen heißt. 
Das Motto des ‚doppelten Eichhörnchens‘ lautet: Kauft Kindern Kunst!. Was den Unterschied macht zwischen Kunst und Dekoration, das erfahrt ihr im heutigen Montagsinterview. Außerdem reden wir über das Leben allein unter Männern, über Kinderzimmergestaltung und Zukunftspläne. Auch etwas zu gewinnen, gibt es heute wieder. Ocka und Gaëlle verschenken:

Hinterlasst einfach bis Sonntag, den 31. August 0.00 Uhr eine Nachricht (mit Angabe eurer E-Mail-Adresse!).  Die Gewinnerinnen sind: Liv (Mini-Buch), Kathrin (ABC-Poster) und Sonja (Venezianer). Herzlichen Glückwunsch!
Vielen lieben Dank, ihr zwei, für das erfrischende Gespräch, mit dem ich allen einen guten Start in die letzte Augustwoche wünsche.
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Wer steckt hinter belkabelka?
Gaëlle ist Fotografin und initiiert Kunstprojekte. Ocka arbeitet für die Kinderseite des Tagesspiegels und die Bundesarbeitsgemeinschaft Elterninitiativen. Kennengelernt haben wir uns im Kinderladen unserer Söhne. Schnell war klar: Wir wollen zusammen aus Fotografien Bücher für Kinder gestalten, wir wollen Lust auf Entdeckungen wecken, wir wollen schöne, sinnvolle Dinge in die Welt setzen. Bis jetzt sind dabei fünf Mitmachbücher, ein mehrsprachiges ABC, ein Mini-Buch und die Poster-Edition ‚Kunst für Kinder‘ herausgekommen.
Zwei Frauen, sieben Söhne. Wie ist das Leben allein unter ‚Männern‘?
Ocka: Prima.
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Gaëlle: Nicht einfach… es fehlt die Zärtlichkeit. Aber wer sagt, dass Frauen zärtlicher sind…
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Ocka: Haha, dabei denkst du an mich, oder?
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Wünscht ihr euch manchmal weibliche Verstärkung?
Gaëlle: Habe ich dank zweier Au-Pairs. Ohne sie wäre ich schon verrückt geworden.
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Ocka: Ich lebe gerne allein unter Männern. Es sind aber auch weniger als bei Gaëlle.
Welche Rolle spielt die Kunst in eurem Leben?
Gaëlle: Früher war ich ständig in einem Film. Jetzt mache ich den Film.
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Ocka: Bei Kunst denke ich spontan an Bilder, nicht an Filme oder Musik. Bei Bildern ist es mir egal, dass ich ein Werk nicht ‚richtig‘ bewerten und einordnen kann und vielleicht auch keine Worte dafür finde. Ein gutes Bild haut mich einfach um: Ich sehe ein Stillleben aus dem 17. Jahrhundert oder eine Zeichnung meines Sohnes und fühle mich lebendig. Und ein Bild von Laurence Egloff oder Nina Pagalies macht mich glücklich, immer wieder.
Es gibt schier unendlich viele, auch sehr gute Bilder und Grafiken für Kinder(Zimmer). Was unterscheidet eure von den anderen?
Ocka: Ich finde es nicht so leicht, sehr gute Bilder für Kinder zu finden. Kunst hat ihren Wert, Originale sind oft teuer, und das ist richtig so. Und bezahlbare Drucke sind häufig eher dekorativ, sehr ausgewogen, meistens schlicht-skandinavisch oder erinnern an die 60er Jahre. Das ist schön, aber bei uns dürfen Bilder irritieren, eigenwillig, bunt oder opulent sein. Ein Kind hat über Laurence Egloffs Schlumpf gesagt: ‚Der ist aber krickelig gemalt, der sieht doch gar nicht echt aus.‘ Nein, sieht er nicht, aber warum erkennt man ihn trotzdem sofort als Schlumpf? Das ist doch ein toller Anfang für ein Gespräch über Kunst! Und: In ein Kunstwerk wie Laurences Schlumpf verknallt man sich oder man macht es eben nicht. Das geht Kindern genauso wie Erwachsenen. Bei uns gibt es Bilder mit dem Potenzial, zur großen Liebe zu werden – und die sollte ein Kind selbst auswählen dürfen.
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Wie sehen die Zimmer eurer Söhne aus?
Gaëlle: Die Möbel und viele Bilder kommen von Flohmärkten (wie viele Sachen bei uns) oder es sind geerbte Stücke. Alles hingestellt ohne großes Konzept, einfach nur weil es schön ist und da war.
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Ocka: Bei uns kommen noch IKEA, Farbe und Selbstgebasteltes dazu, wie die Lampe, die die Jungs mit Raumschiffen bemalt haben. Und dann noch: irrsinnige Spielzeug-Unordung.
Kennt ihr all die Künstler, deren Bilder ihr vertreibt? Und woher?
Mit Laurence und Jim sind wir schon lange befreundet. Und mit Nina Pagalies, Moki und Yeka Haski wurden wir von Freunden verkuppelt, nachdem wir von unserer „Kunst für Kinder“-Idee erzählt hatten. In Halina Kirschners und Phillip Jantas Arbeiten haben wir uns vor drei Jahren auf der Leipziger Buchmesse verliebt: Als unsere ersten beiden Bücher auf der Messe vorgestellt wurden, haben wir einen Stand mit ihren Drucken entdeckt und einige Bilder für unsere Söhne gekauft. Wir freuen uns immer noch darüber, dass alle Künstler sofort Lust hatten, mit uns zusammenzuarbeiten und uns ihre Bilder anzuvertrauen.
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Welche neuen Pläne und Projekte verfolgt ihr für und neben Belkabelka?
Zusammen für Belka: Wir arbeiten an neuen kleinen Büchern (die vielleicht auch große werden) und denken viel über Fotografie und poetische Sprachspielereien nach. Dann kommen Weihnachtsmärkte und eine kleine Postkarten-Edition auf uns zu. Außerdem freuen wir uns auf ein ABC von Jim Avignon und den (hoffentlich produktiven) Austausch mit neuen und vertrauten Künstlern.
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Neben Belka plant Gaëlle: Zazen üben im Tamaro Zendo in Mitte, das ich dieses Jahr gegründet habe. Für die Fotografin in mir: immer wieder Portraits – und die ganze Welt, immer mit der Kamera in der Tasche. Für die Mutter: eine harmonische Familie… noch viel Arbeit!
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Ocka wünscht eher, als dass sie plant: Für mich: mehr singen. Für Berlin: viel mehr Geld für Kitas und Schulen.
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18 Comments

  • 4 Jahren ago
    • 4 Jahren ago

      Entschuldige! Ich habe versehentlich deinen Kommentar gelöscht ;(

  • Anonym
    5 Jahren ago

    Klingt alles höchst interessant & die Bilder sind auch klasse…Würde gern gewinnen!
    Ines (inesvogel71@web.de)

  • 5 Jahren ago

    Tolle Interview! Das ABC Poster ist wunderbar! ganz anders als ich bis jetzt gesehen habe! Einfach nur "wow". Da hüpfe ich gleich noch in den Lostopf und versuche ich doch mal mein Glück! LG aus Berlin Schmargendorf!
    Singerka
    singerka@outlook.com

  • 5 Jahren ago

    Ein tolles Interview mit schönen Bildern! Ich finde das ABC-Poster total klasse und meine Tochter bestimmt noch mehr. 🙂 sandra@ossieck.com
    LG, Sandra

  • 5 Jahren ago

    Der Venezianer ist toll! Vielen Dank für das tolle Interview!
    LG! Sonja

    • 5 Jahren ago

      Ein Gewinn geht an dich. Herzlichen Glückwunsch!

    • 5 Jahren ago

      WIe toll!!!! Vielen vielen Dank!
      Wir freuen uns schon sehr, wenn der Kleine bei uns eintrifft! 😉
      Eine schöne Woche und viele liebe Grüße!

    • 5 Jahren ago

      Liebe Sonja, juhu, du hast gewonnen! Und wir möchten dir gerne ein Poster zuschicken! Mail uns doch deine Adresse, über unsere Website, ja?
      Liebe Grüße,
      Ocka

  • 5 Jahren ago

    Oh, ich würde so gerne den tamaro zen besuchen! Das finde ich gerade den schöneren Tipp :o)
    Aber leider wohne ich nicht in Berlin…
    lg Nanne

  • 5 Jahren ago

    Ich sag's doch! Schon wieder ein Beitrag über Menschen abseits des Mainstream! Danke. Der arrogante Venezianer gefällt sicher auch meinen Kindern. irene.marx@gmx.net

  • Anonym
    5 Jahren ago

    Ein herrlich erfrischendes Interview!!!! Und die Poster… Wow… Da hüpfe ich gleich noch in den Lostopf . Schöne Grüße aus Freiburg Kathrin kathrinstecher(ät)gmx(dot)de

    • 5 Jahren ago

      Ein Gewinn geht an dich. Herzlichen Glückwunsch!

    • 5 Jahren ago

      Juchuuuuuuu, ich freue mich sehr!!!! Das versüßt mir unseren Italienurlaub gerade ja noch mehr!!! Vielen Dank!!!!!!

  • 5 Jahren ago

    oh, der Venezianer ist wirklich wunderbar, da versuche ich doch mal mein Glück!
    herzliche Grüsse
    Anke

  • 5 Jahren ago

    sonst eher "stille Leserin", meld ich mich heut doch mal zu Wort (; bei d e m Gewinnspiel muss ich einfach! ich kenne belkabelka schon eine Weile – und bin so begeistert von ihren Arbeiten, Ideen und Visionen… gerne gerne würde ich ein Mini Buch oder einen Venezianer gewinnen, für meine Meute (; das Poster haben wir nämlich bereits! (; habt dank, für das tolle Gewinnspiel und das interessante Interview!

    liebst,
    Liv

    • 5 Jahren ago

      Ein Gewinn geht an dich. Herzlichen Glückwunsch!

    • 5 Jahren ago

      Liebe Liv, wir freuen uns, dass du gewonnen hast und möchten dir gerne ein Mini-Buch zuschicken! Mail uns doch deine Adresse, über unsere Website, ja?
      Liebe Grüße,
      Ocka

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