Urlaub in und um Waren am ‚Kleinen Meer‘

Wiese am Feisnecksee

Wie vorgestern schon schrieb: Unser Feriendomizil im Warener Wasserturm wäre für sich genommen schon eine Reise wert, ganz gleich wo er stünde. Aber er befindet sich eben nicht irgendwo, sondern an einem der schönsten Orte in Mecklenburg-Vorpommern: in Waren. Die rund 21.000 Einwohner große Stadt liegt direkt an der Müritz, dem zweitgrößten deutschen Binnensee. Und als ob 112 Quadratkilometer Wasser nicht genug seien, reihen sich fünf weitere Seen um das staatlich anerkannte Heilbad: der Kölpinsee, Tiefwarensee, Feisnecksee, Melzer See und der Waupacksee. Im Stadtzentrum liegt – Nummer sechs – der Herrensee. Ein weiteres Highlight ist der Müritzer Nationalpark, der gleich hinter den Stadtmauern beginnt. Kurzum: Der Wasserturm steht mitten eines Naturparadieses.

Heute will ich erzählen, was wir dort in den knapp fünf Tagen unternommen und erlebt haben. Vielleicht ist die ein oder andere Ferieninspiration für euch dabei.

Der Badesteg am Feisnecksee

Pack die Badehose ein… 
Das Wetter war traumhaft. Und was liegt bei durchschnittlich 30°C und Sonnenschein inmitten einer Seenlandschaft näher als regelmäßig Baden zu gehen? Mindestens zweimal, manchmal dreimal täglich sind wir in das kühle Nass gesprungen. Unser Lieblingsbadesee war der Feisnecksee, der quasi direkt unterhalb des Turms liegt. Neben einer großen, DLRG-bewachten Badestelle gibt es am Ufer jede Menge lauschende Badeplätzchen. Das Wasser ist flach, also bestens geeignet für Kinder.

Natürlich gibt es auch am Müritzufer jede Menge wunderschöne Badestellen. Eine bewachte liegt am Ufer des angrenzenden Campingplatzes Ecktannen. Mehr Infos zu bewachten Badestellen.
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Ma sieht den springenden Jugendlichen fasziniert hinterher.

Bötchen fahren
Nicht nur im, sondern auch auf dem Wasser waren wir. Einmal mit dem Motorbötchen über die Müritz schippern – das musste einfach sein, allein des Anblicks wegen. Hat man nämlich die Warener Binnenmüritz verlassen, eröffnet sich die ganze Dimension des ‚kleines Meers‘, wie die Müritz aus dem Slawischen übersetzt heißt. Die schier unendliche blaue Weite ist einfach wunderschön.

Am Müritzer Hafen gibt es eine Reihe von Bootsverleihern. Das nächste Mal würde ich statt eines motorisierten, ein Segelboot mieten und mindestens einen ganzen Tag die Weiten der Müritz erkunden.
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Unterwegs mit dem Drahtesel

Wir sind große Fahrradfreunde. Wenn möglich fahren wir alle Strecken mit dem ‚Velo‘, wie die Schweizer ihren ‚Drahtesel‘ so kurz wie hübsch nennen. Wie gut, dass sich auch Ma zu einer echten Velo-Liebhaberin entwickelt. Unseren nächsten Großurlaub wollen wir auf dem Berlin-Kopenhagen-Radweg verbringen, und so haben wir in Waren schon mal geübt. Drei Touren haben wir unternommen, bei denen wir erstmals (ohne Kindersitz, Anhänger und Tandemstange) alle drei gestrampelt sind. 
Zuerst ging es einmal um den Feisnecksee. Die rund acht Kilometer Strecke führt direkt am Ufer entlang, quer durch Felder, Wald und Wiesen, und ist optimal für Kinder: kaum Straßen und Autos, abwechslungsreich und überschaubar lang. Gewinnt die Erschöpfung oder Unlust dennoch einmal Oberhand, springt man kurzerhand ins Wasser und radelt erfrischt weiter.

Die nächst größere Tour ging rund 12 Kilometer am Müritzufer und quer durch den Müritzer Nationalpark. Mas erste kleine Krise überwanden wir mit einem Badestopp an der bewachten Badestelle am Campingplatz Ecktannen, die zweite kleine Krise auf Höhe des Wienpitschsees ließ sich spielend überwinden: Unsere Räder verwandelten sich in Pferde, wir wurden zu Reiter/innen und hatten diverse Abenteuer zu bestehen. 


Die dritte und mit gut 16 Kilometern längste Tour führte entlang des Feisnecksee durch den Müritzer Nationalpark nach Federow und zurück. Das kleine Dorf hat einiges zu bieten: eine 500 Jahre alte (Stiel-)Eiche, eine Hörspielkirche (die allerdings bis 2015 Ruhepause hat) und ein Gutshaus aus dem 14. Jahrhundert, ein Restaurant-Café mit Pension namens ‚Bunte Kuh‘, eine Live-Übertragung direkt aus dem Adlerhorst und einen kleinen Streichelzoo mit Ziegen, Schafen, Kaninchen und Meerschweinchen. 
Nichtsdestoweniger waren 16 Kilometer für unsere Fünfjährige eine stattliche Distanz, und so verließ sie gegen Ende hin die Lust und vor allem Kraft. Dagegen half dann nur noch Anschieben (siehe oben Bild rechts).
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Schlemmen von einfach bis Gourmet

Nicht nur in landschaftlicher, auch in kulinarischer Hinsicht ist Waren bestens ausgestattet. Unsere Speisekarte reichte von ‚einfach‘ bis ‚Gourmet‘: Einfach leckere Fischbrötchen zum Beispiel gibt es beim Räucherkahn an der Anlegestelle Steinmole oder beim Fischladen der Müritzfischer in der Marktstraße. Original italienisch kann man in der Pizzeria Etna in der Warener Altstadt essen, und sehr gut mit Ausblick im Restaurant Leddermann hinterm Feisnecksee. Unser kulinarisches Highlight war ein Abendessen im ‚Kleinen Meer‚. 
Das Hotel-Restaurant an der Strandstraße (Restauranteingang) mit Blick über die Müritz zählt zu den besten Restaurants Mecklenburg-Vorpommerns – und das nicht umsonst. Ob ‚Crèmesuppe von Pfifferlingen mit krossem Schweinebauch‘, ‚Ragout von Fischen und Krebsen in Safranveloutè‘ oder ‚Crème Brûlèe mit Sommerblumen‘ – jeder Gang war ein Genuss. ‚Der Feinschmecker‘ hat das ‚Kleine Meer‘ gerade zum ‚besten Restaurant für jeden Tag‘ gekürt – für mich ist und bleibt es ein Ort für besondere Anlässe.
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Links die Kietz-Brücke, rechts der Räucherkahn.

Frühsport

Eine Leidenschaft, die ich nicht mit meiner Familie teile und auch mit niemanden teilen will (dieses Stückchen Zeit gehört mir allein), ist das Laufen. Am liebsten am frühen Morgen, wenn die Luft noch unverbraucht ist und die Nachtstille nachklingt. Das Erste, was ich daher an jedem fremden Ort tue: Ich suche mir Laufstrecken raus. Das war in Waren einfach, denn die schönste Strecke mit familien- und urlaubskompatibler Länge lag direkt vor unserer Tür: die Runde um den schon mehrfach erwähnten Feisnecksee.
Fast jeden Morgen bin ich einmal um ihn herum gelaufen mit einem Zwischenstopp auf der Aussichtsbrücke (Höhe Specker Straße) und einem Sprung ins kühle Nass zum verschwitzten Abschluss. Dabei hatte ich den See immer fast für mich allein. Nur der ein oder andere hartgesottene Frühschwimmer zog neben mir genüsslich seine Bahnen. 
Auch wenn das Laufen vielleicht nicht zu euren Leidenschaften zählt, so empfehle ich unbedingt, ein Frühschwimmen im Feisnacksee. Es macht glücklich!
Viel mehr als Radeln, Baden, Laufen und Essen war für uns in den knapp fünf Tagen nicht zu schaffen. Aber natürlich kann man in Waren und Umgebung noch viel, viel mehr unternehmen. Stefanie Holtkamp hat allein 17 Touren rund um die Müritz und den Müritzer Nationalpark in ihrem Buch ‚Mecklenburgische Seen mit Kindern‘ zusammengestellt, das ich von ihrer (vielen von euch sicher bekannten) Schwester Nicola zum Geburtstag geschenkt bekommen habe – D A N K E dafür auch an dieser Stelle. Das Buch ist wirklich toll und macht Lust auf Mehr!

Stefanie Holtkamp
Mecklenburgische Seen mit Kindern
45 Wander- und Entdeckertouren für Familien
Naturzeit Reiseverlag | 2013
Preis 16,90€
Bestellen

Wir werden auf jeden Fall noch einmal (Kurz-)Urlaub in Waren machen. Habt ihr vielleicht noch Tipps und Empfehlungen für unseren nächsten Warenbesuch?

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Der Feisnacksee am Abend

10 Comments

  • Anonym
    5 Jahren ago

    Liebe Indre, wir lieben den Müritz-Nationalpark seit 8 Jahren sehr. Meine Tipps:
    http://www.dergartenvonmarihn.de/garten-location/ – auch für Kinder, der Ort hat was magisches
    http://de-de.facebook.com/pages/Havelkrug-Granzin/264702613613286 – Pizza essen im Havelkrug, in Granzin gibt es auch eine Kanuanlegestelle (Kanu fahren ist was für fahrradmüde Menschen und an der Müritz ein Traum) und was auch prima kindertauglich ist, ist eine Wanderung zur Zartwitzer Hütte. Ich bin mir sicher, liebe Indre, dass dir auch die Menschen und ihre Geschichte hinter diesen besonderen Plätzen gefallen werden! Für alle anderen Blogleser mit älteren Kindern ist der Hexenkeller in Ankershagen auch ein Besuch wert, gruselig, aber meine Kinder (9+12 J.) wollen immer wieder hin.
    LG auch aus Berlin, Steffi

    • 5 Jahren ago

      Danke, liebe Steffi, für die tollen Tipps! Ich freue mich schon, sie bei meinem nächsten Besuch zu erkunden.

  • Das sieht ja wirklich nach ganz fantastischen Tagen aus – so sollen die freien Tage ja auch sein. : )

  • 5 Jahren ago

    Toll! Und total schön. Danke. 🙂

  • 5 Jahren ago

    Schön beschrieben, dankeschön 🙂
    Ich war selbst schon dort, aber mit dem Auto,
    und habe die Gegend so nicht gesehen.
    Muss mich also ändern 😉
    Und irgendwie hab ich jetzt total Lust auf
    Crème Brûlèe – woran liegt das? 😉
    lg
    das Sigi

  • 5 Jahren ago

    Traumhaft! Und mit dem Fahrrad ist man einfach ganz nah dran an allem – das ist besonders schön.
    Morgen starten wir eine Radtour, unser Jüngster hat erst im Frühjahr die Stützräder "abgeschmissen" und ich war mir nicht sicher, ob er Tagesetappen von 15 -20 km schon packen kann. Dein Bericht macht mich zuversichtlich …
    Ganz liebe Grüße
    Christiane

  • 5 Jahren ago

    Oh, wie schön es da aber ist! Ich glaube, wir müssen doch mal Urlaub im eigenen Land machen, es gibt so viele bezaubernde Fleckchen. Für uns wäre die Anreise an die Müritz zwar keine kurze aber das wäre es sicher wert…
    Danke für die Inspiration und die Tipps!

    Allerliebste Grüsse,
    Kristina ♡

  • 5 Jahren ago

    Wow, das ist toll!
    Und zeigt meine Heimat von mir unbekannten Seiten. Da muss man gar nicht weit reisen! 🙂

  • 5 Jahren ago

    Schön! Die Bilder und der Text machen definitiv Lust sofort wieder in Urlaub zu fahren. Ich war letztes Jahr das erste mal in Meck-Pomm, allerdings in der Nähe der Küste, auch wunderschön. Die Seenplatte steht absofort auf meiner Urlaubswunschliste für die nächsten Jahre.
    LG, Mecki

  • 5 Jahren ago

    Ja, die Müritz. Es ist wunderschön dort. Ich werde bestimmt auch wieder vorbei schauen. Da kann es einem gut gehen. Ist ja auch nicht so weit von Berlin weg, so das man mal kurz vorbei schauen kann.
    Danke für die schönen Fotos und Empfehlungen. Den Turm muss ich mir auf jeden Fall ansehen.
    Liebe Grüße,
    Andrea

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