M i MAMIX #avantgarde

Autobiographie = Narrativ = „Lebenslüge“

In der Rückschau erscheint das Leben, als folge es einer inhärenten Logik. Ein zufälliges Ereignis, eine bloße Gelegenheit wirken retrospektiv wie das Ergebnis planvollen Handelns, eine einfache Dummheit wie eine kluge Entscheidung. Gern erzählen wir unser Leben in diesem Duktus der Rationalität. Folgte ich ihm, könnte ich meine wechselnden musikalischen Vorlieben als einen stringenten Bildungsweg beschreiben, der mich vom Indie-Punk direkt zur Avantgarde führte. Nur: So war es nicht.

Zufälle + Gelegenheiten = Glück

Weder war es ein direkter, noch ein irgendwie logischer Weg. Naheliegend vielleicht, ja. Meine Ohren waren schräge Töne schon gewohnt, so dass ich empfänglicher für sie war. Aber wir hätten uns ebenso verpassen können, die Avantgarde-Musik und ich. 

Das Leben ist voller verpasster Gelegenheiten. 

Laurie Anderson

Doch diese Gelegenheit hat mich nicht verpasst, und darum bin ich recht froh. Sie hat meinen Horizont erweitert.

Der 2. M i MAMIX

Der zweite M i MAMIX ist eine (wilde) Mischung aus Stücken verschiedener Vertreter/innen der Avantgarde-Musik – und für den einen oder die andere vielleicht eine Chance, sie für sich (wieder) zu entdecken. Vielleicht findet ihr auch heraus, dass sie euch gar nichts sagt. Auch was wert.

  1. Motormouth | Fred Frith Guitar Quartet
  2. The Sicilian Clan | John Zorn
  3. Bob the Bob | The Lounge Lizards
  4. The Good And Happy Army | John Lurie (nicht öffentlich)
  5. Different Trains – America Before The War [movement 1] | Steve Reich
  6. Bohemians After Dark | Erik Friedlander
  7. The Room of Hair Mobiles | After Dinner
  8. Money or The Story (The Milltown Union Bar) | Wayne Horvitz (nicht öffentlich)
  9. The Island Where I Come From | Laurie Anderson
  10. Mad Rush | Philip Glass and Bruce Brubaker
  11. Tabula Rasa: Ludus | Arvo Pärt
  12. 13 Harmonies: No. 1, Old North | John Cage and Noël Akchoté (nicht öffentlich)
  13. The Old Man Of The Mountain | Bill Laswell
  14. Mädchenlied, Op. 85, No. 3 | Wayne Horvitz (nicht öffentlich)
  15. Pipeline | Bill Frisell
  16. I’ll Go Birdwatching | After Dinner
  17. Track 11 | Hoahio (nicht öffentlich)
  18. Der Hund, Der Stinkt | Les Reines Prochaines (nicht öffentlich)
  19. Dřív než | Iva Bittová
  20. String Quartet No. 3 „Mishima“ , VI | Kronos Quartett
  21. W twojej głowie | Tara Fuki
  22. Five Policemen | Jablkon (nicht öffentlich)
  23. Bill | Tin Hat
  24. I Am the Dead | Eyvind Kang

2 Comments

  • 4 Jahren ago

    Einige wenige Künstler sind mir bekannt, viele kenne ich (noch) nicht. Nach dem ersten Reinhören habe ich durchaus Lust auf mehr. Danke für die Inspiration. Dein Einführungstext ist fantastisch. So klug, so ehrlich. Das mag ich. LG Annett

    • 4 Jahren ago

      Wie schön, dass der Mix Lust auf mehr macht. Und danke für deine lobenden Worte, die mich sehr freuen.

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