KW 19 #UnerwarteteBeben – oder die Angst vor der guten Idee

»Hier meine Idee zum Thema XY zum Weiter-, Um- und Überdenken – oder für die Tonne.«

Ich weiß nicht, wie viele Einfälle ich in meinem {beruflichen} Leben verbunden mit einem Satz dieser Art an Kolleg/innen*, Partner*innen, Freund*innen und flüchtige Bekannte adressiert habe. Manchmal fruchtete einer und entwickelte sich in einer Art Co-Denken zu einem Konzept, das dann und wann in ein Projekt mündete, das heißt, Wirklichkeit wurde. Andere  Ideen erreichten diese Flughöhe nie. Sie zerplatzten oder blieben liegen und gerieten nach und nach in Vergessenheit. Bisher habe ich das für einen ganz gewöhnlichen, vor allem gänzlich harmlosen Vorgang gehalten. Doch weit gefehlt!

Die Angst vor der Alternative

Das Teilen einer Idee kann – wie ich kürzlich wieder erfahren musste – Erschütterungen der Stärke 9 auf der Richterskala auslösen und mitunter einen Tsunami. Kompetenzüberschreitung, Regelverletzung, Grenzüberschreitung, Unruhestiftung – so oder so ähnlich lauten die Vorwürfe.

Allgemeinsprachlich steht der Ausdruck Idee für: [schöpferischer] Gedanke, Vorstellung, guten Einfall. Idee kann aber als Leitbild verstanden werden, das Orientierung gibt bzw. nach dem man handeln kann. Quelle: Wikipedia | Duden

Als ich jüngst nach einer solchen Flutwelle zwischen den Trümmern meiner Selbstverständlichkeiten wieder zu (Selbst-)Bewusstsein kam, war meine Verwirrung groß: Wie konnte dieser harmlose kleine Gedanke eine solche Wirkung entfalten? Eine letzte Antwort habe ich nicht, wohl aber eine erste Hypothese: Ideen zeigen, dass es Alternativen gibt zum Hier und Jetzt und Status Quo, und manch eine*r sieht den ihren/seinen dadurch gefährdet. Um ihn zu wahren, verweist sie/er aufs geltende Recht oder die hierarchische Ordnung, wonach nur die-/derjenige einen Einfall (mit-)teilen darf, die/der das »Mandat« dazu hat.

Hierarchie als Innovationsblockade

So sehr ich die Sorge um die eigene Position verstehe, so ärgerlich finde ich diese Reaktion. Die Maxime, wonach nur die-/derjenige einen Gedanken ins Spiel bringen darf, die/der qua Auftrag, Wahl oder Position legitimiert ist, ist ein echtes Innovationshemmnis – und in Zeiten von Sharing-Economy, Social Media und nutzerzentriertem Design zum Glück kaum mehr halt- und durchsetzbar.

In diesem Sinne ein ideenreiches Wochenende!

  1. GESEHEN: »Weit. Ein Weg um die Welt«
  2. GEHÖRT: Blondie {Debbie Harry ist einfach cool} und Christine Finkes großartige Rede zur »Lage der Alleinerziehenden«
  3. GELESEN: Tipps zur neuen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) {tritt am 24.5. in Kraft}
  4. GEWESEN: auf der #blogfamilia {v.a. moderierend} und im WEIN-Salon {gibt’s und kenne ich seit 1995 – hui!}
  5. GEDACHT: »Es reicht für uns alle«
  6. GEMACHT: moderiert {auf der blogfamilia (s.o.) und hier}
  7. GEMOCHT: Chicks on Speed
  8. GEFUNDEN: dass ich diese Sandalen brauche
  9. GEWOHNT: Ideen teilen, weil sie sonst schlecht werden und die Welt nicht besser.
  10. GELOHNT: eine neue Routine zu installieren: morgendliche Creme-Fußmassage {mein Beauty-Tipp}
  11. GELERNT: »Programming is the act of teaching a computer to have a conversation with a user.« {Programmieren heißt, einem Computer beibringen, mit Nutzer*innen zu kommunizieren.}
  12. GEMELDET: bei der Codeacademy {um ein wenig mehr übers Programmieren zu lernen}
  13. GEFALLEN: die Ideen von Kindern für die Schule von morgen
  14. GEFRAGT: Was ist Gegenwart?
  15. GESTAUNT: Künftig werden wir nicht mehr selbst telefonieren müssen – das macht der Google-Assistent für uns. {Hallo Zukunft!}
  16. GESCHLUCKT: angesichts der Radioregel: »Nicht mehr als zwei Frauengesänge hintereinander, sonst schaltet der Hörer ab.«
  17. GEWÜNSCHT: einen Stuhl von IKEA x Virgil
  18. GEPLANT: mir die »Abfallprodukte der Liebe« anzuschauen
  19. GEKLICKT: betterblogs

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