KW 1|2 #gelegentlich

Die ersten zwei Wochen des noch jungen Jahres sind bald Vergangenheit. Was ist passiert? Was hat mich bewegt? Was hab ich getan?

Viel Musik habe ich GEHÖRT. Pergolesis Stabat Mater etwa. Eine Musik, die mich jedes Mal aufs Neue aus der Fassung bringt ob ihrer überirischen Schönheit. Apropos überirdische Musik – ein Meister dieses Faches war zweifelsfrei Johann Sebastian Bach. Der Choreograph Nacho Duato hat ausgewählte Werke in Vielfältigkeit. Formen der Stille und Leere in die Sprache des Tanzes übersetzt. Lang habe ich nicht mehr solch anmutig-schöne und zugleich spielerisch-leichte Bewegung GESEHEN.

Ma und ich haben Der kleine Prinz GESCHAUT. Die filigranen Papierfiguren-Szenen haben es mir besonders anGETAN. AnGETAN hat es mir auch Kate Blanchet in Carol – was für eine Ausstrahlung!

Aber auch GELESEN habe ich. Mehr als sonst, und echte Bücher, aus Pappe und Papier. Eines davon war Wolfgang Herrndorfs unvollendeter Roman Bilder deiner großen Liebe. Ein wunderbares Buch! Iris Radisch hat darüber in der DIE ZEIT geschrieben, besser als ich es je könnte. 

Über Berlin und meine Beziehung zu dieser Stadt, in der ich nun das 21. Jahr lebe, habe ich nachGEDACHT. Das Ergebnis dieses Nachdenkens ist in der Ode an Berlin kondensiert. Dabei habe ich ein paar alte Fotos GEFUNDEN. Und dann bin ich über ein Fotoprojekt von Valeria Mitelmann GESTOLPERT, an dem ich teilhatte. Findet ihr mich?  – Es ist immer wieder seltsam, sich selbst auf früheren Bildern zu begegnen. Nähe und Distanz fallen so schamlos ineinander.

GEÄRGERT haben mich die vielen dummen Reaktionen auf die Vorfälle in der Silvesternacht in Köln. „Unsere Gesellschaft hat ein Sexismus-Problem auf allen Ebenen“. Welche Frau könnte nicht davon berichten {siehe: KatjaNic oder Lina}? Leider.


GEFREUT haben mich hingegen die vielen guten Begegnungen in diesem gerade mal zwei Wochen alten Jahr {u.a. mit Mehrdad}. Und ein klein wenig GEWEINT habe ich um David Bowie, auf dessen Spuren ich letztes Jahr noch durch Schöneberg geradelt binGEMOCHT habe ich den Schnee. Er hätte ruhig ein wenig länger verweilen dürfen.


Ich habe GEBACKEN und GEKOCHTGetränkten Zitronenkuchen, Berliner Buletten und Kartoffelbrei mit Saure-Gurkenstücken, und dazu Malzbier GETRUNKEN. Auch gut.

Nach einem Badvorleger habe ich GESUCHT, weil der Boden im Bad zwar warm, aber nicht weich ist. Am Ende gefielen mir dann die Hölzernen am besten. Von wegen weich. Immer wieder auf diesen Pullover und dieses Kleid GEKLICKT. Am Ende bin ich aber standhaft GEBLIEBEN und habe sie nicht GEKAUFT.

Viel mehr habe ich auch nicht GEMACHT in den ersten zwei Wochen des Jahres. Mich im Nichtstun GEÜBT, was gar nicht so einfach und doch erstaunlich leicht war. Vielleicht wird aus mir ja doch noch eine Artistin des Gelegentlichen – gelegentlich.


Womit waren eure ersten zwei Wochen GEFÜLLT?

Bilder: Giuliana Bottino und Michael Banzhaf © Fernando Marcos | Pergolesi Stabat Mater | ace & jig | Berlinkarte 1980er | Der Himmel über Berlin | Badvorleger | Pullover

3 Comments

  • 3 Jahren ago

    Seit "Schwedenrot" lese ich hier und finde M i MA einfach gut.
    Die ersten zwei Wochen haben so viel Schönes gehabt:
    Heute vor 9 Jahren hat mich meine Liebste zum ersten Mal angemailt, weil sie eine Glasperle zu einem Gedicht von mir drehen wollte … so kann das Urheberrecht etwas zusammenbringen, das sich damals nicht erahnen ließ …
    Musik habe ich auch viel gehört, am meisten freue ich mich an der neuen CD von BAP und an der Konzertkarte für JJ Grey & Mofro, die ich im Juni in Stuttgart sehen werde.
    Schnee haben wir hier seit gestern und zum ersten Mal seit langer Zeit habe ich das Knirschen beim Joggen im Wald unter den Füßen sehr genossen, wenn auch noch das eine oder andere Schokoladenstück zwischen den Jahren hängengeblieben ist.
    Und ein neues Blogprojekt habe ich mir auch für 2016 gewählt:
    http://366-zeilen.blogspot.de/
    Bei allem und vor allem: Gute Begegnungen, interessante Aufgaben in meiner Arbeit, Begegnungen, die zweifelhaft bleiben, berührende Momente mit meiner Herzdame und die Planung eines neuen Lyrikbandes, der für eine Osterausstellung in der Schweiz fertig sein soll, die wir zum zweiten Mal organisieren … und zu guter Letzt:
    Ein guter Blick auf das letzte volle Jahr meiner Berufstätigkeit in Deutschland und viele Pläne, was danach sein könnte und noch nicht fertig geplant sein muss.
    Liebe Grüße und ich freue mich.
    Hermann Josef

    • 3 Jahren ago

      Lieber Hermann Josef, vielen Dank für dein Schreiben, über das ich mich sehr freue. Es klingt nach einem guten Jahr. Ich bin gespannt und schau heute Abend auf jeden Fall vorbei. Herzliche Grüße, I.

  • 3 Jahren ago

    Was für ein wunderschöner Blog! Es freut mich sehr, dass ich dich gefunden habe.
    Mein neues Jahr war mit "ESMI" gefüllt!
    Wünsche dir einen schönen Sonntag

    Greetings & Love
    Ines

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