Künstler/innen und Kreative als Hoffnungsträger/innen

gesehen / see in Stockholm 2012

Gewissheiten in Frage stellen, in Alternativen denken, von Grund auf anders und neu, im besten Sinne radikal: Das können Kreative. Und diese Fähigkeiten sind […] heute wichtiger denn je.

Christian Boros | Medienunternehmer und Kunstsammler

Es ist so spannend, was derzeit in den Debatten rund um die Rolle von Künstler/innen und Kreativen diskutiert wird – und auch ermutigend! Denn hier werden wirklich gedankliche Wagnisse eingegangen, neue Denkwege eingeschlagen und innovative Denkräume betreten.

Bei der diesjährigen Creativitäty & Business Convention (C’n’B) in Köln beispielsweise wurde darüber diskutiert, ob Unternehmen oder gar Staaten künftig eine/n Radikalitätsbeauftragte/n brauchen, die/der dafür Sorge trägt, dass unser Tun und Denken immer wieder in Frage gestellt wird. 

Hintergrund für solche Debatten ist eine Art Krise des Denkens: Unsere bisherigen Lösungsstrategien haben die Probleme eher verschärft denn gelöst. Sei es der Klimawandel, die Umweltzerstörung oder die globale Ungleichheit. Künstler/innen und Kreative „ticken“ anders und könnten uns – so die Hoffnung – deshalb neue Wege des Denkens und Handelns eröffnen. Wie dies gelingen kann, diskutierten auch Studierende und Lehrende der UdK Berlin.

Das Symposium Strategic Art kreiste um die  Frage, wie Kunst zur innovativen Ressource werden kann, um gesellschaftliche, wirtschaftliche sowie politische Blockaden aufzubrechen. 

Um eine ähnliche Frage dreht sich auch der aktuelle Designdiskurs: Design könne, so die These, den Weg von der massenkonsumierenden Wegwerf- hin zu einer nachhaltig effizienten Nutzengesellschaft ebnen. Hierfür sei allerdings – folgt man etwa der Argumentation von Michael B. Hardt – ein radikaler Wandel des Designbegriffs notwendig:

Was wir heute als Design bezeichnen, ist allenfalls Dekoration. Den Beruf des Designers gibt es noch nicht, er ist erst im Entstehen begriffen. Noch fehlen die weltweit anerkannten Definitionen für ihn. Der Designer des 21. wird mit dem Pseudodesigner des 20.Jahrhunderts nicht mehr viel gemeinsam haben.

Michael Hardt | Designer

Ich sehe für diese/n „neue/n Designer/in“ bereits viele Vorzeichen. Angefangen von der neuen Handmade-Kultur über die junge Generation der Designer/innen bis hin zum Design Thinking. Mit der neuen (ökonomischen) Rolle des Designs beschäftigt sich der Film Design the Business.

Mich stimmen diese Entwicklungen hoffnungsfroh. Wie geht es euch? Nehmt ihr sie ähnlich wahr? Fortan möchte ich euch in unregelmäßigen Abständen Kunst- und Designprojekte vorstellen, die aus meiner Sicht am „Umbau unserer Gesellschaft“ mitwirken. 

This post is about the current debate about the role of artists and creative people. Due to divers experts they could find sustainable solutions for the big problems like climate change, ecological devastation or global inequality, and that´s why they become more and more important for our society (look here for instance or here). I agree with that opinion. What do you think?

2 Comments

  • 7 Jahren ago

    als laie nehme ich heutiges design oft als dekoration wahr (wer mich kennt, weiß, dass ich dekoration gut finde)- sicherlich auch durch die handemade-kultur. innovativ finde ich unabhängig von der form, wenn design sich nicht mehr so sehr am kommerz orientiert. zwangsläufig wird sich langfristig sowieso alles durch die neuen medien verändern….
    auf jeden fall ein interessantes thema, liebe mima
    herzlichst birgit

    • 7 Jahren ago

      … das dekorative Element soll ja nicht verschwinden. So wie ich es verstehe, geht es darum, den Begriff Design zu erweitern… als eine Herangehensweise, die "Funktion" und "Erfolg" im Sinne der Nachhaltigkeit (also sozial, ökologisch, ökonomisch, kulturell-ästhetisch) versteht und Dinge oder Prozesse "designt", die sozusagen fair, umweltverträglich und sozial sind.

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