Design Thinking. Ein Bericht.

Rund eine Woche liegt Design Thinking Workshop im Rahmen der Vision Summit 2012 nun hinter mir. Und noch immer fühle mich ein wenig wie akupunktiert: Nadeln im Kopf, in den Händen und Füßen. Hier kribbelt und sticht es, da beißt und piekt es, dort juckt und summt es. So viele Inspirationen, Ideen und Assoziationen, die sich bis heute noch zu keinem klaren Bild zusammengefügt haben. Aber vielleicht ist das symptomatisch. Denn Design Thinking ist zumindest für mich eine eher ungewohnte Art und Weise, sich mit einer Aufgabe oder Problemstellung auseinanderzusetzen: Teamarbeit statt Einarbeiten, Brainstormen statt Analysieren, Prototyping statt Konzepte, Testen statt Evaluieren. Aber der Reihe nach…*

Workshop-Beginn war um 9 Uhr, das offizielle Ende um 18 Uhr (das inoffizielle deutlich später, doch konnte ich nicht bis zum Schluss bleiben). Insgesamt hatten wir 40 Teilnehmer/innen, die wir aus allen Teilen des Landes in Potsdam zusammengekommen waren, rund eine Stunde Pause. Diese Zeit war verteilt auf mehrere kleine Auszeiten, in denen wir mit guten, vor allem gesunden Essen und Musik versorgt wurden. Ganz im Sinne des Wortes Workshop stand das „Machen“ im Vordergrund.

Zwei einführende, kurzweilige Vorträge leiteten den Tag ein: Peter Spiegel vom Genesis-Institute skizzierte anhand von Beispielen, warum die Zukunft im Zeichen der Sozialen Innovation und der Sozialunternehmer (Social (Impact) Business) steht. Seine These: Für die Entwicklung Sozialer Innovation eignet sich derAnsatz des Design Thinkings in besonderer Weise. Was sich hinter dem Ansatz verbirgt, wie er „in die Welt kam“ und im Rahmen des einjährigen Zusatzstudiums an der School of Design Thinking gelehrt wird, erzählte Ulrich Weinberg (Leiter der School of Design Thinking am HPI) in groben Zügen. Anschließend ging es direkt mit dem „Design denken“los.

In Zwiegesprächen über unseren Geldbeutel gewannen wir so tiefe Einblicke in unser Gegenüber, dass wir innerhalb von 20 Minuten das ideale Portemonaie für sie/ihn entwickeln konnten. Anhand von 10 gesichtslosen Schnappschüssen rekonstruierten wir den dahinterstehenden Menschen – und waren so nah an der Wirklichkeit, dass es fast unheimlich wurde (Stereotypen und Vorurteile sind in ihrer Wirkungsmacht nicht zu unterschätzen). Wir (re)konstruierten auf Basis der Fotos die Schülerin Louisa, 16 Jahre aus Berlin, sozial engagiert, umweltbewusst, wissbegierig und klug mit einer Abneigung gegen „spießige Öko-Ignoranten“. Für sie entwickelten wir das „optimale Bildungserlebnis“ – eine Schullabor für soziale Innovationen. Schlussendlich lernten wir noch, wie man eine Riesen-Frage à la „Wie kann ich die Welt verändern?“ so umformuliert, dass man schließlich eine konkrete Antwortidee entwickeln kann. Am Ende des Tages war ich so geschafft wie lange nicht mehr nach einem Arbeitstag. Und mein Fazit?

Ich stimme Peter Spiegel zu: Design Thinking ist ein vielversprechender Ansatz insbesondere zur Entwicklung sozialer Innovationen. Für mich weist Design Thinking aber auch einen Weg in die Zukunft der Arbeit. Der Ansatz zeigt exemplarisch, wie eine auf Kooperation, Kreativität und „Menschlichkeit“ basierende Arbeits- und Innovationskultur aussehen kann.

Wenn ihr mehr über Design Thinking erfahren möchtet, findet ihr hierdadort oder hier mehr zum Thema.

* Ich bin immer ein wenig unsicher, ob das Thema bzw. Themen dieser Art hier passen und/oder euch wirklich interessieren. Daher würde ich mich über euer ganz ehrliches Feedback sehr freuen!

My dear international readers, this article is about my experiences and conclusions of the Design Thinking Workshop. It was a really inspiring day! I have got lots of ideas for the future of work or a new culture of work and innovation based on cooperation, creativity and humanness. If you are interested in that subject, so please contact me

6 Comments

  • Anonym
    7 Jahren ago

    das thema ist super interessant! ich bin selbstständige grafikerin, habe zwei kinder und frage mich häufig wie sieht meine arbeitswelt, mein leben, in zehn jahren aus … diesen workshop hätte ich auch gerne besucht! insofern finde ich es toll, das du eine zusammenfassung hierüber geschrieben hast und uns teilhaben lässt. DANKE dafür und für viele andere deiner beiträge – immer her damit 😉
    liebe grüße
    ute

  • 7 Jahren ago

    Vielen lieben Dank für euer schönes Feedback, das mich ermutigt, hier weiter über dieses und verwandte Themen zu schreiben.

    Liebe Grüße!

  • 7 Jahren ago

    ich finde deine berichte sehr interessant! in mir wird die lust geweckt wieder mehr an workshops teilzunehmen, auch profitiere ich "als elternzeitmummy auf dem Sprungbrett zum Wiedereinstieg" von deinen impulsen und informationen. merci hierfür.

  • 7 Jahren ago

    Auch von mir ein mehr davon!
    Ich finde es spannend. Das Thema und auch andere Einblicke. Es ist facettenreicher. Wie eben das Leben. Das ist ja nicht nur Rezepte und DIY. Ich mag das und würde mich freuen, wenn Du dabei bleibst.

  • 7 Jahren ago

    Hab' lieben Dank für den umfassenden und überaus informativen Bericht. Für mich gerne immer wieder und mehr davon!
    Ganz liebe Grüße nach Berlin schickt Dir
    Isa

  • 7 Jahren ago

    Vielen Dank für den ausführlichen, interessanten Bericht! Das Thema war mir bisher unbekannt ud erweitert nun meinen Horizint. Schöne Grüße, Wiebke

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