Ein Blick hinter den Brotladen

Ein Blick hinter Tomkes Brotladen, Kindertheater, Hannover, Brot, Tomke Friemel, Oststadt, Lehrer-Viertel, Bruschetta
Entdeckt habe den Brotladen über Éva. Sie hatte ein Brot für Tomkes Laden gebacken und ich folgte ihrem Link. Der Ort, an dem ich ankam, gefiel mir und machte mich neugierig auf die Person hinter dem virtuellen Laden. Also fragte ich an – und stapfte dabei prompt in den Fettnapf, den ich selbst jedes Mal wieder ärgerlich finde: „Lieber Indre!“ Zu meiner Entschuldigung kann ich – das unterscheidet Tomke von Indre – immerhin sagen, dass es sowohl ein weiblicher als auch ein männlicher Name ist. Ich kannte nur die männliche Version, was mich natürlich nicht vom Vorwurf nachlässiger Recherche befreit. Zum Glück nahm Tomke mir diesen Faux Pas nicht übel und beantwortete meine Fragen gern. So erfahrt ihr heute unter anderem, was Kindertheater aus Sicht der Theaterpädagogin ausmacht, wie sie zum Brotladen kam und wo man sie in Hannover so antreffen könnte.
Hab´vielen lieben Danke, Tomke, für das schöne Gespräch, mit dem ich euch – wie immer – einen anregenden Start in eine gute Woche wünsche.


Wer bist du? Woher kommst du? Und wohin willst du?

Ich bin Tomke, Regisseurin und Theaterpädagogin, lebe mit Mann und Kindern (2 Jungs, 3 + 7 Jahre alt) in Hannover. Bevor die Kinder da waren, war ich viel unterwegs, habe in unterschiedlichen Städten und Theatern gearbeitet. Seit ein paar Jahren habe ich das Gefühl langsam anzukommen. Ich fühle mich hier ganz wohl.
Woher kommt eigentlich dein Name?
Mein Name kommt aus Ostfriesland. So ganz genau, weiß ich nicht, was er bedeutet. Die zu Gott gehörende, Zaunkönig, kleiner Thomas oder auch eine Herleitung zum Donnergott Thor. Sowohl Mädchen als auch Jungs können ihn tragen. Oft kommt die Post an Herrn Tomke. Es gibt keinen bestimmten Grund, warum meine Eltern mir damals diesen Namen gegeben haben. Sie fanden ihn einfach schön …
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Was macht die Theaterarbeit für Kinder aus? Und was liebst du besonders daran?
Theater für Kinder ist immer unmittelbar, direkt, aus dem Bauch heraus. Es soll und muss einen behutsamen Blick auf die alltäglichen Geschichten unserer Welt riskieren. Es muss sich immer wieder Fragen stellen, experimentieren und die Perspektive wechseln. Es ist wie eine große Schiffsfahrt – man sticht in See, ohne zu wissen wo man landet, lenkt das Boot durch Wind und Wetter und schaut sich all die Länder und Menschen an, die einem auf der Reise begegnen. Und irgendwann erreicht man wieder den Heimathafen – voll mit Geschichten und Eindrücken.
Ist Theater für Kinder anders? Und wenn ja, wie?
Gutes Kindertheater sollte auch immer Theater für Erwachsene sein. Es soll berühren und zum Nachdenken anregen. Der einzige Unterschied ist, dass der intellektuelle Überbau unnötig ist. Den brauchen die Kinder nicht. Ich ehrlich gesagt ganz oft auch nicht …
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Du lebst in Hannover. Wie und wo lebst du dort?
Ich wohne in der Oststadt von Hannover. Früher als Lehrer-Viertel abgetan, tummeln sich hier heute viele Familien. Es gibt einen großen Wald in unmittelbarer Nähe, viele Kinderläden, Kneipen, die es schon immer hier gegeben hat, und immer wieder schöne, neue Cafés. Und wahrscheinlich gibt es immer noch viele Lehrer, aber die Sicht auf die Dinge hat sich geändert.
Wo trifft man dich am ehesten, wenn du nicht gerade zuhause bist?
Da ich noch ziemlich kleine Kinder habe, bin ich oft auf Spielplätzen zu finden. Da schleicht sich allerdings langsam eine gewisse Müdigkeit ein. Ich bin dann froh, Freunde im Schrebergarten zu besuchen oder durch den Wald zu stromern.
Was sind deine liebsten Orte in Hannover? Und was muss ich bei meinem nächsten Aufenthalt unbedingt besuchen?
Da triffst du einen wunden Punkt. Wenn ich nicht arbeite oder mit den Kindern unterwegs bin, komme ich nicht richtig in Bewegung. Oft bin ich zu müde und mir fehlt der rechte Antrieb. Die liebsten Orte mit den Kindern sind aber definitiv unser Wald – die Eilenriede. Hier gibt es eine Dinosaurierlichtung und ein Waldhochhaus. Der Zoo, der einen von Sambesi bis Yukon Bay entführt, die Wochenmärkte in der List, die kleine, feinen Läden in Linden. Und wenn ich wieder mehr Zeit habe und meinen Schweinehund im Griff habe, möchte ich wieder öfter ins Sprengelmuseum, in die Kestnergesellschaft und abends in eines der vielen freien Theater in der Stadt.
Was sind deine liebsten Orte rund um Hannover?
Der Garten von den Großeltern.
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Wie bist du auf die Idee des Brotladens gekommen?
Der Brotladen ist in einem beruflichen Tief entstanden. Ich arbeite freiberuflich und habe Projekte, die ich sehr gerne mache und wiederum Projekte, die zum Geldverdienen da sind, aber nicht unbedingt Spaß machen. Diese Jobs wurden mit der Zeit mehr und mehr. Die Freude an meiner Arbeit wurde immer kleiner. Es brauchte einen neuen Motor. Die Idee einen kleinen Brotladen aufzumachen, schlummerte schon lange in einer Schublade herum. Ich mag Brot, ich mag feine Stullen, und wünsche mir schon lange einen etwas liebevolleren Umgang mit belegten Brötchen. Die Idee habe ich aber immer wieder weggeschoben: dazu braucht es Fachwissen und Kapital. Habe ich beides nicht. Dafür aber viele Ideen. Ich habe also beschlossen den Brotladen erstmal virtuell zu eröffnen. Und wer weiß, eines Tages ist er vielleicht wirklich da. Einmal im Jahr mache ich dann den Laden dicht und inszeniere ein kleines Theaterstück….
Was ist dein Lieblingsbrot? Und wie isst du Brot am liebsten?
Das wechselt ständig. Manchmal ist es ein Baguette, manchmal ein Kartoffelbrot, und manchmal ein Sauerteigbrot. Am liebsten mag ich einfache Brote. Oder würzige Brote. Bruschetta mit Tomate und Basilikum, gesalzene Butter und Käse, Schinken mit Oliventapenade.
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5 Comments

  • 3 Jahren ago

    Und morgen lernen ich sie endlich persönlich kennen!!! Mit Brot im Gepäck 🙂

  • wie schön, tomke hier zu finden! lg, éva

  • 5 Jahren ago

    Das Zitronengelb und Veilchenviolett sind die Helden dieses Tages. So erfrischend! Und wohltuend wie frisches Brot.

  • 5 Jahren ago

    Oh wie fein Tomke so ein wenig mehr kennen zu lernen :: Danke 😉

  • 5 Jahren ago

    oh ja, tomkes brotladen gefällt mir.
    gäbs den nicht, hätte ich vermutlich gar nie meinen brotfisch gebacken 😉
    schön, mehr über tomke zu erfahren.

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