Die Wand. Eine Fläche mit viel Gestaltungspotenzial.

links: Ohoy-Tapete von Fine Little Day | rechts: alte Tapeten und unverputzte Altbauwände
Vergangenen Dienstag richtete sich mein Blick nach Unten – auf den Boden und die Frage, auf welchem Material ich künftig stehen möchte. Ihr habt mir viele Anregungen und Argumente für oder wider Beton oder Holz gegeben. Dafür ein großes Dankeschön! Ich bin noch im Abwägen und von einer Entscheidung einigermaßen weit entfernt – zum Glück besteht noch kein Grund zur Eile. Unsere Wohnung existiert bisher nur auf dem Papier und das ist bekanntlich geduldig. Doch jede Frage wirft neue auf. Das Thema Boden lenkte meine Aufmerksamkeit direkt zur Wand, denn sie müssen sich ja vertragen, im besten Falle harmonieren. Das haben auch eure Antworten gezeigt, in denen es häufig um gelungene Materialkombinationen ging: „Die Kombi aus Echtholzboden und einzelnen Betonwänden oder einer Betontreppe fände ich Granate!“ [Sandra von 3-ZKB]. Ich auch! In der Zwischenzeit haben wir jedoch erfahren, dass die Option Betonwand leider nicht besteht (und eine Treppe ist nicht vonnöten). Was also tun mit unseren vier Wänden?
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Zunächst fiel mir nicht viel mehr ein als die weiße Wand – glatt verputzt und rauhfaserfrei ganz im Sinne des White Cube-Ansatzes: der Innenraum als Bühne für das Interieur. Doch will ich meine Möbel oder jede Steckdose wirklich zum Kunstwerk erheben? Grundsätzlich mag ich weiße Wände, und Räume, die Raum geben. Doch wie wohnlich es dauerhaft in einem ‚weißen Kubus‘? Vielleicht sollte ich mal Neues wagen. Was meint ihr? Das Materialangebot ist riesig: Allein im Farbensegment tun sich Welten auf. Die verlorene Betonoption könnte ich zum Beispiel mit Beton-Farbe kompensieren. Alternativ könnte ich die Wände auch grau streichen, wie zum Beispiel Catherine von Hyggelig. Das gefällt mir ziemlich gut. Allerdings werden unsere Zimmer deutlich niedriger sein als die altbautypische Raumhöhe, und ich frage mich, ob unsere 2,80m hohen Zimmer dann noch niedriger wirken. Kennt ihr euch aus?

Graue Wände bei Catherine von HyggeLiG. Links: Schlafzimmer | rechts: die neue Küche

Außer Farben bieten Tapeten, Putz, Holz oder auch Stoff schier unendliche Gestaltungsmöglichkeiten, und sie haben nur noch wenig gemein mit dem kleingeistigen Charme, den die papier- oder holzveredelten Zimmer meiner Kindheit versprühten. Ich könnte mir durchaus vorstellen, der ein oder anderen Wand im Schlaf- oder Kinderzimmer mit einer Tapete neue Funktion zu verleihen: von der Tabula rasa zum Artefakt. Doch welches Muster, welche Farbe soll es sein? Die bevorstehende Qual der Wahl schreckt mich ein wenig ab. Das Tapetenangebot ist mindestens so groß wie das der Farben. Außerdem frage ich mich, ob man sich nicht viel zu schnell satt sieht an den Farben und Mustern. Auch hier fehlt mir die Erfahrung. Wie haltet ihr es mit der Wandgestaltung und was würdet ihr empfehlen?

Rauverputzte Wände

Bei meinem großem Wohnabenteuer werde ich von verschiedenen Partnern begleitet, die mich mit Rat und Ressourcen unterstützen. Wer, wie, was und warum erfahrt ihr hier.

11 Comments

  • 6 Jahren ago

    Uuuuiii, wieder so viel Auswahl, was für schwere Entscheidungen! Ich bin da aber eher der klassische Typ und würde mich für mein Haus für schön weiß verputzte Wände entscheiden. Das passt einfach zu allen Böden, zu allen Möbeln, zu allen Farben, die Du durch Deko usw. reinbringst. Und wie Catherine Hug eine grau gestrichene Wand als Ersatz für die Betonwand fände ich auch toll.

  • 6 Jahren ago

    Erhalte Dir eine "rauhe" Wand mit all den Spuren des Entstehungsprozesses pur, grob – wie ein Objekt als ein Blatt der Erinnerung an diese aufregende Zeit. So schnell ist alles zugeputzt, verspachtelt und verschwunden unter der glatten Oberfläche. Wir haben auf unserer Baustelle viele Zeit-Spuren erhalten – rechtzeitig: Fragmentarische Stuckreste, Oberflächen, Bruchsteinwände, geschliffene Stuckdecken in virbrierenden Weißtönen – wie die Farbflächen bei einem Rothko. Eine so spannende Zeit… Lieben Gruß . : Iris

  • Es kommt natürlich auf die Räume und den persönlichen Geschmack an…aber ich finde unverputzte Wände toll, gerne auch aus altem Backstein oder Beton. Oder eben glatt geputzte Wände. Das würde ich mir wünschen…statt Raufaser 😉

  • 6 Jahren ago

    Ich denke da kommt es sehr auf die Fenster an. Niedriger Deckenhöhe plus kleine Fenster zb plus dunkle Möbel plus graue Wand… mhhh.. neee. Aber zb Fenster die bis zum Fussboden gehen plus eh viel Licht durch die grossen Fenster plus helle Möbel plus graue Wand eventuell ein grosses JA!
    (wobei ich noch nie so glücklich war wie jetzt mit den einfach weiss glatt gestrichenen Wänden ohne Tapete.. die bringen mir die nötige Kopfruhe)

  • 6 Jahren ago

    liebe indre,
    wir haben aus kostengründen bei unserer renovierung leider auf die altbekannte raufasertapete zurück greifen müssen. ich wollte die eigentlich weg lassen. aber das herrichten der alten wände in unserem bungalow, hätte unser budget komplett gesprengt. ich hätte ja lieber alles glatt gehabt. um es einfach zu halten, haben wir alles weiß gestrichen. jetzt – 3 jahre später – kommt man so nach und nach dazu, den räumen ein gesicht zu geben. das kann man nicht von anfang an. also, ich zumindest nicht. ich muss eine weile in den räumen wohnen, bis ich feststelle, wie ich sie gerne hätte. und jetzt kommt nach und nach farbe an die wand. unsere raumhöhe beträgt nur 2,60m, aber dunkle farbe als akzent geht trotzdem. hab heute gerade darüber gebloggt. 🙂 http://www.stefilicious-addicted.blogspot.de/2013/10/wallpainting.html
    manchmal tut's auch einfach nur ein farbfeld hinter einem besonderen möbel, statt die ganze wand zu streichen.
    das schöne daran – wenn's nich mehr gefällt, streicht man es wieder um.
    ich wünsche dir noch viel energie für all diese entscheidungen und bin gespannt, wie's später aussieht.
    herzliche grüße
    die frau s.

  • Carolin
    6 Jahren ago

    Liebe Indre,
    ich habe einmal auf dem blog von Eva gesehen, wie sie eine Betonwand als Illusion geschaffen hat: http://emilundiegrossenschwestern.blogspot.de/2013/08/wohnmomente-alexandra.html – sieht doch täuschend echt aus, oder?
    Ich finde die 2,80m Deckenhöhe für einen Neubau gar nicht so wenig, es ist natürlich eine Umstellung von einem Altbau mit hohen Decken; bei mir war es damals von fast 4m Deckenhöhe auf 2,60m und da habe ich mich tatsächlich nicht an dunklere Farben gewagt, das lag aber auch an den relativ klein geschnittenen Räumen.
    Ich bin sehr sehr gespannt, wie es bei Euch weitergeht! Liebe Grüße, Carolin

  • 6 Jahren ago

    Liebe Indre,

    ich empfehle dir das Buch "Das 1×1 der Wandlasuren" sowie "Edle Putz- und Spachteltechniken" von Martin Benad. Da quellen dir nicht nur die Augen über, sondern es entsteht der Wunsch, sofort und auf der Stelle die Wohnung herzurichten.
    Weiß würde ich auch nicht für alle Räume/Wände wählen, das wirkt so unheimlich steril und es gibt viele ansprechende Grautöne, die dann wiederum das Mobiliar oder eben Bilder besser wirken lassen. Wichtig ist nur, dass man sich die Farbkarten bei Tageslicht anschaut und nicht in irgendeinem Raum mit Kunstbeleuchtung. Unsere Küchenwand ist ein solcher Fauxpax … mit Kunstlicht beschienen, schwemmt sie uns feinen Ostseestrand an, bei Tageslicht jedoch … öhm … naja, wir haben uns daran gewöhnt. Aber das hat lang gedauert.

    2,80m ist übrigens immer noch eine ganz angenehme Raumhöhe, in der man auch mit Farbe arbeiten kann, ohne dass es erdrückend wirkt. Tapeten an einer Wand eingesetzt, die dann zum Blickfang werden kann, weil nicht viel davorsteht, finde ich sehr eindrucksvoll – da dürfte es auch mal eine teurere sein.

    Hach, es ist und bleibt spannend.

    Liebe Grüße
    Katja

  • 6 Jahren ago

    Liebe Indre, ich hab' noch einen Tipp bezüglich der Betonwände: das aktuelle Couch-Magazin hat eine Beilage "COUCH SPECIAL" . Auf Seite 4 wird erklärt, wie man auf normalen Wänden eine Beton-Optik erzeugen kann. Ich könnte die Seite einscannen und dir mailen.
    Viele herzliche Grüsse, helga

    • 6 Jahren ago

      Oh, das wäre ganz wunderbar! Danke.

    • 6 Jahren ago

      Ehrlich gesagt bin ich da etwas kritisch, das tönt für mich ein bisschen wie Laminat, das echtes Parkett imitiert. Liebe Indre, lass dich nicht so leicht abwimmeln, nur weil die sagen, Betonwände gehen nicht. Extra-Wünsche beim Kauf einer Wohnung werden per se zuerst immer abgelehnt. Frage, wieso, warum geht es nicht? Unsere Betonwand zwischen Schlafzimmer und Wohnzimmer wurde nicht vor Ort gegossen, sondern in der "Fabrik" vorfabriziert und dann wie ein Legobauteil mit dem Kran eingesetzt. Das ist die einfachste und wahrscheinlich auch kostengünstigste Variante. Herzlichst, Viviane

    • Anonym
      6 Jahren ago

      Hallo Indre,
      grundsätzlich erstmal woraus ist die Wand? Ist es sowieso Beton? Nur heißt das nicht, dass sie 'ansehnlich' ist denn die Betonbauer basteln so einiges mit rein, was hinterher hinter der Trockenbauplatte verschwindet, Ösen für den Kranhaken, Durchlässe für Leitungen, einfach alle anderthalb Meter ein gelber Plastikstöpsel usw. die Wand müsste also von vorne herein 'clean' sein, das ist die Herausforderung an die Handwerker… (und deren Lieblingsantworten: 'geht nicht', 'dürfen wir nicht' und 'is Vorschrift so')
      Viel Spaß noch
      Tobias aka Artobi

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