Zurück

Zurück. Es war schön und tat gut. Die salzige, frische Luft. Der Schnitt ins Alltägliche. Man kommt auf andere Gedanken (auch oder gerade wenn das kleine Mädchen eine erneute Trotzphase durchlebt und einen halb in den Wahnsinn treibt). Viel geredet haben wir  – auch über „Früher“: die 1970er und 80er Jahre. Damals als ich Kind war, gab es auch eine „Handmade-Bewegung“. Nur das Internet mit seinen Marktplätzen und (Aus-)Tauschplätzen gab es nicht. Stattdessen entstanden die ersten Kunstgewerbeläden und man verkaufte seine Arbeiten für gute Zwecke auf meist kirchlich organisierten Basaren.

Meine Mutter sagt, sie hätte damals – neben der Lust an der Sache – auch deshalb mit dem „Handarbeiten“ begonnen, weil es günstiger war (das ist heute nicht mehr so) und weil sie dafür die Anerkennung bekommen hat, die sie für die tägliche Hausarbeit nicht erhielt (das könnte heute durchaus noch so sein). Ich finde das spannend und möchte noch mehr von ihr erfahren aus dieser Handmade-Bewegung, von der sie sagt, dass es nicht die erste sei. Auch meine Großmutter hätte schon eine solche Bewegung erlebt. Sie hat anderen Frauen (eine weibliche Bewegung schien es schon immer zu sein) das Stricken und Häkeln beigebracht… Wenn ich das nächste Mal bei meiner Mutter bin, werde ich die alten Handarbeitsbücher durchforsten und die alten Fotos mit all den selbstgemachten Sachen. Ich werde es euch zeigen.

I am back in town having a good time at the sea. We have talked a lot among other things about the handmade-movement from the 1970/1980th. Then it was cheaper to do things by their own and – as a woman – you got the acceptance you hadn´t got as a house wife. It is exciting to talk about that movement with my mum. I will ask her much more and tell you.

Links: Installation im Fahrradladen in der Hauptstraße, rechts: Fischernetz
Links: Hafen Timmendorf auf Poel, rechts: Klingel der Löwen-Aptheke Wismar

Links: Das kleine Mädchen malt, rechts: Kerzenbaum in der Nikolaikirche

Deckenbemalung in der St. Josef-Kirche

4 Comments

  • 7 Jahren ago

    Ui, Indre, eine interessante Geschichte das mit den Handmade-Bewegungen. Schön, davon zu lesen! In meiner Familie war es auch so, dass es günstiger war, sich selbst etwas zu nähen und dann kam noch dazu, dass wir aus der ehemaligen DDR stammen, wo es nur wenige Sachen gab und so alle Menschen gleich aussahen. Da half es ungemein, konnte man sich seinen Stil selbst definieren und ein paar Kleidungsteile nähen.

    Für mich ist es der ideale Ausgleich zur Denkarbeit über den Tag. Mir fehlt immer das fertige Produkt in den Händen. Das ist z.B. beim Nähen ganz anders. Man muss auch denken, aber viel bildlicher und am Ende hat man etwas, auf das man stolz sein kann. Erst gestern habe ich Blazer, Kleid und Longshirt an mein 1,5jähriges Patenkind verschenkt und mich gefreut, dass alle so begeistert waren. Ja, die Anerkennung spielt auch wohl auch eine Rolle!

    Alles Liebe an Dich und wenn Du Zeit hast, schreib doch mal, wie es im neugeordneten Privatleben so läuft! Sindy

  • 7 Jahren ago

    ja von meiner oma habe ich das stricken, häkeln.. handarbeiten gelernt. und bewundernswert wieviele stunden oma decken gestickt und opa genäht hat, alles für basare und einen guten zweck – danke für die erinnerungen! liebe grüße suanne

  • 7 Jahren ago

    Eine schöne Anregung mal wieder zurück zu schauen! Finde es auch immer spannend, mit meiner Mutter Erfahrungen auszutauschen, die immer noch ohne Unterbrechung so viele wunderschöne Dinge schafft: Aquarelle zeichnen, Töpfern, Stricken, Fotografieren, Linolschnitt, Papierfalten usw. Sie ist ein ewiger Ansporn für mich, auch wenn die Ergebnisse völlig unterschiedlich sind. Freue mich auf die Fotos! Schöne Grüße

  • 7 Jahren ago

    Schön dich am Sonntagabend noch zu lesen, liebe Indre! Auch wir hatten heute unser alle-zwei-Wochen-Wochenendmädchen hier, Trotzkopf in Person – "ich bin beleidigt" sagend. Abhilfe hat die riesige Pfütze vor der Tür geschaffen, mit Gummistiefeln für sie und mich hat auch das stille Wasser bei uns geholfen 🙂
    Einen schönen Wochenendausklang dir, lieben Gruß

    Silke

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