KW 48 #DieLiebeZuEinemKind

»Ich habe nie zu denen gehört […], die die Liebe zu einem Kind für eine irgendwie höhere Form der Liebe halten […]. Aber es ist eine einzigartige Form der Liebe, denn es ist eine Liebe, die nicht auf gegenseitigem Gefallen, nicht auf körperlicher oder intellektueller Anziehung beruht, sondern auf Angst. Du weißt nicht, was Angst ist, ehe du ein Kind hast. … Der erste Gedanke des Tages ist nicht ‚Ich liebe ihn?‘, sondern ‚Wie geht es ihm?‘. Die Welt wird mit einem Schlag zum Hindernisparcours der Schrecknisse.« Harold in: »Ein wenig Leben« von Hanya Yanagihara, S. 221 

Eine interessante Erklärung der »elterlichen Liebe« von Hanya Yanagiharas Protagonisten Harold, seines Zeichens Juraprofessor und einer der wahrhaft Guten in ihrem Roman. Je länger ich darüber nachdenke, desto zutreffender finde ich sie. Oder?

In diesem Sinne: einen liebevollen 3. Advent.

  1. GESEHEN: »Speechless«
  2. GEHÖRT: Giovanni Battista Pergolesi »Stabat Mater« {immer wieder wunderbar}
  3. GELESEN: »Ein wenig Leben« {Ich bin erst auf Seite 380 von 956 Seiten, aber längst in seinem Sog – und ich hätte es zu keinem anderen Zeitpunkt ertragen.}
  4. GELERNT: dass Design Thinking vor allem ein Verkaufsschlager von Stanford/IDEO ist {wobei ich es nicht allein darauf reduzieren würde; der Ansatz kann eingefahrene Denkstrukturen aufbrechen und neue Blickwinkel eröffnen. Klassische Bildung jedoch, da stimme ich dem Autor zu, kann DT nicht ersetzen, sondern nurmehr ergänzen.}
  5. GEFRAGT : Wie investiere ich meine Energie sinnvoll?
  6. GEFREUT: dass es meine »Karte der Herausforderungen« {Zeichnung} auf die Weihnachtskarte meines Arbeitgebers geschafft hat.
  7. GEDACHT: an die frühen 1990er, in denen nicht nur im Osten, sondern auch im Westen Neonazis Angst und Schrecken verbreiteten.
  8. GEMACHT: Grünkohl-Auflauf
  9. GEMOCHT: Stepaninis Weihnachtsgedanken samt Plätzchen
  10. GESUCHT: Ruhe
  11. GEFUNDEN: Störzonen
  12. GEHOFFT: dass der Widerstand gegen widrige Entmietungspraktiken zum Erfolg führt.
  13. GEPLANT: »Les Oubliérs«
  14. GEKLICKT: Schattentiere

Beitragsbild: Lando Jansone

6 Comments

  • 1 Jahr ago

    Liebe, die auf Angst beruht? Mmmh. Ich finde diese Definition zwar in eine Richtung ganz ok….nachvollziehbar. Nicht, dass es mir nicht genauso geht, haha, diese morgendliche Frage nach dem Befinden….oder mittägliche oder abendliche. Auch unausgesprochen. Puh…ja. Ist sie/er heute blasser als sonst? All das.
    Ist jetzt nicht so, dass ich mütterliche/väterliche Liebe für eine höhere Form halte, aber…..
    Vielleicht lernt der Protagonist ja im Laufe des Buches (ich habe es noch nicht gelesen), dass mit dem Beginn des Lebens plus Kind voller Schrecknisse und Hindernisse, man auch das nötige Equipment frei Haus bekommt, um diese zu überwinden. Umsonst und leicht ist bekanntlich nix im Leben.
    Danke fürs Warmdenken-lassen, Indre! Hab ein schönes Wochenende!

    • M i MA
      1 Jahr ago

      Ich bin gespannt, ob und wie sich seine Haltung verändert. Er hatte ein Kind. Das muss man vielleicht wissen. … Vielleicht aber auch nicht. … Herzlich, I.

  • 1 Jahr ago

    Danke für die schöne Liste.
    Ich habe „Ein wenig Leben“ vor einigen Monaten gelesen. Selten hatte ich ein Buch in der Hand, das so intensiv, spannend und schwer zu ertragen war. Es ist ein gutes, ein unglaubliches Buch, trotzdem bin ich immer hin- und hergerissen, ob ich es wirklich empfehlen kann. Vielleicht nur mit einem Warnhinweis.
    Liebe Grüße und einen schönen 3. Advent!
    Alicia

    • M i MA
      1 Jahr ago

      Liebe Alicia, das habe ich schon oft gehört und gelesen und bin gespannt, wie es mir nach der Lektüre geht. Das Schlimmste steht mir, glaube ich, noch bevor. Herzlich, I.

  • 1 Jahr ago

    Dir auch einen schönen dritten Advent. Hast du bald Urlaub? LG alu

    • M i MA
      1 Jahr ago

      Danke. Urlaub? „Nur“ zwischen den Jahren. LG I.

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