»Boom chicka« − oder: Neulich in Friedrichshain

Klack klack klack

Die Absätze meiner Schuhe spiegeln den Grad meines Gehetztseins. Vor meinem inneren Augen visualisiere ich die Zutaten fürs Abendessen. Kurz vor knapp. Ich werd’s nie pünktlich schaffen.

Currygeschwängerter Grillhähnchengeruch schlägt mir entgegen. Bei den Einkaufswagen steht ein Junge. Er trägt ein großes rotes T-Shirt und einen kecken Blick. »Wagen oder Korb?«, frage ich mich und entscheide noch im Fragen. »Wo sind die Körbe?« Aus den Tiefen meines Gedächtnisses steigt eine Erinnerung. Mechanisch bewege ich mich Richtung Rollband.

Klack klack klack

»Boom chicka boom chicka boom chicka…«

»Was war das?«

Ich schnappe einen Korb, biege auf’s Rollband, eile hinunter.

Klack klack klack…

Da ist er wieder, der Gesang:

»Boom chicka boom chicka boom chicka…«

Ich werfe einen Blick über die Schulter; er trifft direkt in sein keckes Gesicht. »Genau der richtige Takt«, sagt er. Ein breites Grinsen entfaltet sich auf seinem runden Gesicht.

Ich biege auf den Gang.

Klack klack klack

»Boom chicka boom chicka boom chicka…«

Klack klack klack

»Boom chicka boom chicka boom chicka…«

»Okay, ich hör jetzt auf.« Er schmunzelt. Ich auch.

Der Abend ist gerettet.


Foto: Lando Jansone

1 Comment

  • 2 Jahren ago

    Hihi wie schön. 🙂

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