Tag

Sonntagssüß

»Mmh, köstlich – das ist der beste Apfelkuchen!« Schöner konnte mein Silvesterexperiment kaum kommentiert werden. »Kannst du mir das Rezept aufschreiben?« »Klar, das mache ich gern«, antwortete ich. Als ich dann aber Papier und Stift zur Hand nahm, kam mir ein Gedanke: Warum schreibe ich es nicht hier auf? So könnten alle das neue Jahr so genussvoll angehen lassen, wie sie das alte verlassen haben. Gesagt, getan.

Also, hier das Rezept für den – laut S. besten – Mürbeteig-Apfelkuchen mit Mandelkruste.

Ein Apfelkuchen für Selina

Mürbeteig

1 Ei und 125 g Zucker schaumig schlagen
125 g zimmertemperierte Butter untermischen und mit
250 g Mehl, 1 Prise Salz, 1 TL-Spitze gemahlener Vanille {o.ä.} und 1 TL Backpulver zu einem geschmeidigen Teig kneten.

Den Teig anschließend ca. 30 Minuten im Kühlschrank aufbewahren. Später in einer gefetteten oder mit Backpapier ausgelegten Springform mit einem 2-3 cm hohen Rand verteilen.

Füllung

Ca. 1 kg Apfel schälen, achteln und mit 1 TL Zimt, 1 TL-Spitze Vanille, 1 Prise Kardamom und gemahlenen Chili in einer großen Schale mischen. Anschließend auf dem Teig verteilen.

Für die Mandelkruste 100g Butter, 125g Zucker, 100g gehackte Mandeln, 100g Mandelblättchen, 1 TL Pinienkerne {kann man auch weglassen} in einem Topf erwärmen und leicht karamellisieren lassen. Dann 3 EL Milch und Mehl dazugeben und gut einrühren.

Die Mandelmasse nun gleichmäßig auf den Äpfeln verteilen und den Kuchen bei 200°C Ober- und Unterhitze rund 50 Minuten backen.

Der Kuchen schmeckt warm zwar mega-lecker, lässt sich dafür umso schlechter schneiden. Ich empfehle daher, ihn erst abkühlen zu lassen. Selbst 4 Tage nach Sylvester schmeckt er noch köstlich.

Ein Apfelkuchen für Selina

Apfelbild (c) Roberta Sorge via Unsplash

… zumindest der beste meiner kleinen Welt ist der Getränkte à la Betty Bossi. Sein Geheimnis liegt im Zitronenguss. Er verleiht ihm diese wunderbare „Knietschigkeit“ (gibt es das Wort eigentlich offiziell?). Dazu ist er auch noch ruckzuck und easy peasy gemacht. Ein Kuchen für Zwischendurch also, für werktags und unter der Woche. 

So geht’s: 
Der Teig
250 g zimmertemperierte Butter weich rühren
250 g Zucker hinzugeben
4 Eier dazugeben und alles gut miteinander verrühren
2 Zitronen reiben und Schale dazugeben
250 g Mehl
1 TL Backpulver und 
1 Prise Salz 
1 Prise echte Vanille unterrühren   
Den Teig anschließend in gut eingefettete Kuchenform füllen und bei 180°C ca. 60 Minuten backen. 
Der Guss
100 g Puderzucker in
100 ml Zitronensaft auflösen
Wenn der Kuchen ein wenig ausgekühlt ist, mehrmals einstechen und mit dem Guss tränken. Fertig. Köstlich! Dazu einen Cortado [span.: gekürzt, geschoren]: Espresso mit ein wenig Milch und etwas mehr Milchmädchen [gezuckerte Kondensmilch aus der Tube] und der Moment ist perfekt.
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M i MA bei goldpapertalks mit vanilla talks und vanillekipferln

Heute findet ihr mich bei Goldpapertalk, denn ich bin Teil von Marleens so überraschend wie wohltuend anderem Adventskalender. Inspiriert von Leo Lionnis Frederick hat sie 20 Wörter und Farben gesammelt und 20 Bloggerinnen eingeladen, diese in einen Adventsbeitrag für Goldpapertalk zu verwandeln, um Kraft und Energie für den Winter zu schenken. Mein Farbwort lautet Vanilla Talk. Und es hat – wie die Madeleine bei Marcel Proust – ein Kindheitserlebnis wachgerufen – mit all seinen Bildern, Klängen, Geschmäckern und Gerüchen.

Oh, wie das wohltat, wenn das mürbe, zarte Gebäck auf der Zunge zerfiel… Dieses Vergnügen konnte mich so gefangen nehmen, dass ich alles um mich herum vergaß. … ihre Worte knüpften den Klangteppich auf dem ich mich im zarten Vanillerausch verlor bis jemand meinen Namen rief und mich zurückholte an den adventlich gedeckten Kaffeetisch.

Welches Gebäck mich als kleines Mädchen entführte und wie es gemacht wird, das erfahrt ihr bei Marleen. Und damit wünsche ich euch einen schönen Freitag und einen guten Start ins letzte Adventswochenende.
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M i MA bei goldpapertalks mit vanilla talks und vanillekipferln und zutaten für ein gelungenes weihnachten

Während meines ‚Digital Detox‚ habe ich mich nicht nur viel bewegt, sondern auch einiges mit den Händen getan, unter anderem einen köstlichen Fladen gebacken. Und weil ich das Rezept so ungewöhnlich wie ausgezeichnet finde, möchte ich es mit euch teilen.

Es geht um eine auf den ersten Blick befremdliche, aber schon auf den ersten Biss überzeugende Kombination: Rosmarin und Pflaume. Eingebettet in einen Hefefladen, dazu Mohn-Vanille-Quark und der kühl-verregnete Sommer kann einem fast nichts mehr anhaben.

ZUTATEN

°°°
60 ml Milch (lauwarm)
½ Pk. Trockenhefe
120g Zucker
2 Eier (gequirlt)
Zitronenschale
2TL Rosmarin (fein gehackt)
250g Mehl
150g Butter (weich) 
10 Pflaumen (halbiert und entsteint) oder 
800g aus dem Glas 
Öl für die Schüssel 
Butter für die Form 
500g Quark 
1Pk. Vanillezucker 
50g Mohn 
° 
ZUBEREiTUNG
°°°
Hefe in der Milch auflösen
60g Zucker, Eier, Zitronenschale und 1 TL Rosmarin dazugeben und verrühren
Mehl dazu geben und rd. 1 Min. verrühren bis 
der Teig dick, glatt und glänzend ist
Teig in eine große Schüssel legen, mit Frischhaltefolie zudecken und 
1½ Std. ruhen lassen bis er doppelt so groß ist
Springform einfetten bzw. mit Backpapier auslegen
Teig in die Form drücken
Pflaumen mit Schnittflächen nach oben darauf verteilen
30 Min. gehen lassen
Pflaumen mit 60g Zucker und 1 TL Rosmarin bestreuen
10 Min. auf 200°C backen
20 Min. auf 180°C goldbraun backen
Quark mit Vanillezucker und Mohn verrühren
°
Fertigen Fladen warm mit Quark genießen
!

Am Freitag, auf der abendlichen Tour de Kiez, habe ich es endlich geschafft: Ich habe die Holundersträucher im nahe gelegenen Park geplündert. Das wollte ich schon längst tun. Aber entweder fehlte mir die Zeit oder aber ein ‚Transportmittel‘. 25 Dolden nahm ich, gewickelt in mein Halstuch, mit nach Hause. WAS FÜR EIN DUFT! Zum Hineinkriechen-wollen, wie Ma zu sagen pflegt. So frisch fruchtig und heiter. Wie ein früher Sommermorgen. Und weil wir nicht hineinkriechen können, haben wir ihn mit Apfelsaft und Zucker eingefangen und genießen ihn nun allmorgendlich auf frischem Brot.
* * *
On Friday evening on our ‚Tour de neighborhood‘ I’ve finally made it: I have raided elderberry bushes in the nearby park and took 25 cones at home. WHAT A FRAGRANCE! So fresh fruity and cheerful. As an early summer morning. We have captured it with apple juice and sugar and now we enjoy it on fresh bread every morning.

HOLUNDERBLÜTENGELEE
*
Zutaten

25 Holunderblütendolden
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1 Liter Apfelsaft
*
1 kg Gelierzucker 1:1

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Zubereitung

Holunderblüten vorsichtig waschen oder ausschütteln
*
24 Stunden in Apfelsaft abgedeckt ziehen lassen
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aromatisierten Apfelsaft abgießen und 750 ml abmessen
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Gelierzucker beigeben und aufkochen lassen
*
bei bestandener Gelierprobe, Topf vom Herd nehmen
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Gelee in vorbereitete (heiß ausgespülte) Gläser füllen, fest zuschrauben und 
ca. 10 Minuten auf den Kopf stellen
*
Gläser umdrehen und abkühlen lassen
*
FERTIG!
*

Unser Morgenritual beinhaltet eine große Tasse Café und eine Tasse Kakao – auf dem Sofa getrunken. Eingekuschelt. Gerne mit Buch und Zeitung. Das Frühstück kommt später. Nicht immer gesund (wie oben rechts), aber mindestens genauso lecker! Zurzeit besteht es nämlich aus Bananen-Muffins, die wir am Wochenende gebacken haben. 
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Our morning ritual includes a cup of coffee and a cup of cocoa. We drink it on the sofa. Cuddled. Reading a book and newspaper. The breakfast comes later. Not always healthy. Currently, we eat the banana muffins that we have baked on the weekend. Delicious!
D A S    R EZ E PT
330 g Mehl
2½ TL Backpulver
75g Haferkleie
170g Zucker
60g zerlassene Butter
175ml Milch
2 Eier
2 reife Bananen (zerdrückt)
D i E    Z U BE R E i T UN G
Backofen auf 210°C vorheizen
Muffinformen einfetten* 
*Ich habe stattdessen zurechtgeschnittene Backpapier-Quadrate verwendet
Mehl, Backpulver, Kleie und Zucker mischen
Butter, Milch, Eier und Bananenmus separat mischen 
beide Mischungen mit einem Holzlöffel – nicht zu stark – verrühren**
**Der Teig soll ein wenig klumpig aussehen
Teig in die Formen füllen
15 Min. backen
fertig!
Mehr über Rituale findet ihr – wie ich zufällig beim regentrotzigen frl. entdeckte – bei Nicola. Wie sehen eure Morgenrituale aus?

Zum Wochenende dieses Mal mal etwas Kulinarisches: B A N A N E N B R O T. Es schmeckt nicht nur köstlich, sondern macht auch ein reines Gewissen und schont die Ökobilanz, denn das Rezept ist Upcycling at it´s best. Aus alten, schwarz-weichen Bananen wird – statt Kompostmüll – ein süßes Brot. Gefunden habe ich das Rezept vor Jahren auf einem mittlerweile stillgelegten Blog aus dem Berliner Crelle-Kiez: A cup of Kiez lautete sein hübscher Name, unter dem man heute leider nichts mehr findet. Doch das Rezept habe ich mir damals zum Glück ausgedruckt.
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The weekend this time something Culinary: BA N A N A   BR E AD. It not only tastes delicious, but also makes a clear conscience and protects the ecological balance, because the recipe is upcycling at it’s best. Old, black-soft bananas become a sweet bread instead waste compost. I found the recipe years ago on a now defunct blog from the Berlin-Crelle neighborhood: A cup of Kiez. Fortunately I printed it then. So I have also found the original recipe for you: here.

Z U T A T EN

  • 100 g Sultaninen
  • 75 ml dunkler Rum (oder Bourbon)
  • 175 g Mehl
  • 2 TL Backpulver
  • ½ TL Natron
  • ½ TL Salz
  • 125 g Butter (geschmolzen)
  • 150 g Zucker
  • 2 große Eier 
  • 4 kleine, überreife Bananen
  • 60 g gehackte Walnüsse
  • 1 TL Vanillezucker
Z U B E R E i T UN G
  • Sultaninen mit Vanillezucker und Rum mischen und in einem kleinen Topf zum Kochen bringen. Anschließend zugedeckt ziehen lassen.
  • Ofen auf 170ºC vorheizen.
  • Mehl, Backpulver, Natron und Salz vermischen. 
  • Butter und Zucker cremig rühren. Eier und Bananenbrei hinzugeben und alles sehr gut verrühren.
  • Walnüsse und eingeweichte Sultaninen unterrühren. 
  • Teig in eine gefettete Kastenform geben und 1 bis 1¼ Stunden backen.
  • Fertiges Brot auf einem Kuchengitter abkühlen lassen und 
  • … zum Kaffee und/oder Frühstück genießen. 
In diesem Sinne wünsche ich euch ein köstliches Wochenende!
Ganz gleich ob Ackertinisches, Alltägliches oder Argentinisches, ob Balkonisches, Bereistes oder EmpfohlenesMitgebrachtes, Rezeptiges, Saisonales, Sonntagssüßes oder Verlostes – alles, was Julie von mat & mi in ihren Fingern hält, wird zu ‚Gold‘. Umso mehr freue ich mich, dass sie – die nicht nur über ausgezeichnete Tischmanieren, sondern auch über einen erlesenen Geschmack verfügt – sich von mir hat hinter ihr Blog blicken lassen. Eine gute Alternative zum F F F, meine ich und hoffe, ihr stimmt mir zu.

Übrigens: Antworten gebe ich heute auch – zwar nicht auf freitägliche Foto-Fragen, aber im W i N T ER – Gespräch mit & bei Julie.

Ich wünsche euch viel Vergnügen beim Lesen, Schauen und Genießen von Julies Worten und Bildern, und sage D A N K E für das schöne virtuelle Gespräch.
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Today I talk to Julie from mat & mi. Her blog is much more than a foodblog but a select eye candy on the highest aethetical stage. Please have a look at it. It´s absolutely worth a visit!

Wer ist Julie – abgesehen von der, die Kulinarisches, Fotografiertes, Getüfteltes und ihren Gemüse-Acker ‚Ackertinien‘ mag, gerne auf Flohmärkte geht, Geschmackskombinationen auf Strukturen verehrt und sich in Zutaten, gedeckte Tafeln und Orte mit Herz verliebt?
Eigentlich bin ich eine Suchende nach einer genauen Definition oder Rolle. Dabei bin ich meist fröhlich, manchmal auch ehrfürchtig, oft zutiefst beeindruckt und gerne auch mal schüchtern, dann wieder neugierig, aber immer vertieft und hoch konzentriert.
Wie und wo bist du groß geworden? Und welche Rolle spielte das Kulinarische und Schöne in deiner Kindheit?
Ich habe flämische Wurzeln. Als ich ein paar Wochen auf der Welt war, zogen wir nach Deutschland. In Göttingen verbrachte ich eine herrliche und sehr behütete Kindheit, an die ich nur die besten Erinnerungen habe. Üppige Johannisbeersträucher, fröhliche Sommerfeste und lange Sommerferien an der belgischen Nordsee mit Kokos-Eis und rosa Apfelmus sind mir besonders im Gedächtnis geblieben.
Meine Eltern essen schon immer gerne und gut. Sie probieren kulinarisch viel aus, ganz gleich ob zu Hause oder auswärts, und nahmen uns Kinder ganz selbstverständlich mit. Ich war als kleines Mädchen kein einfacher Esser, das legte sich aber irgendwann von ganz alleine. Auch im Verwandten- und Bekanntenkreis spielte Essen immer eine wichtige Rolle. Und so etablierte sich der Reis mit Brotkruste einer armenischen Freundin genauso in unserem Speiseplan wie Vol-au-vent aus dem belgischen Kochbuch oder zartes Gurkengeschnetzeltes aus irgendeiner Zeitschrift. Nur das „typisch“ deutsche deftige Essen gab es eher bei anderen. Somit war das warme Mittagessen bei Schulfreunden immer eine spannende Abwechslung.

Ich bin sehr dankbar, dass ich von zu Hause neben Tischmanieren auch den Sinn für Kultur und schöne Worte, den Respekt vor Kunst und Gegenständen mit Geschichten sowie das Interesse an anderen Lebensweisen und Orten mit auf den Weg bekam. Eine unbezahlbare immaterielle Aussteuer. Das ist nicht selbstverständlich.

Was tust du, wenn du nichts Kulinarisches kreierst, fotografierst oder auf Ackertinien bist?

Unter der Woche verbringe ich den Tag vor allem auf der Arbeit. Ich arbeite im Bereich Onlinemarketing für eine Hochschule. Seit einem halben Jahr habe ich eine 4-Tage Woche. Eine Entscheidung, die ich keine Sekunde bereut habe, da sich dadurch der Schwerpunkt in der Woche etwas verlagert und mir dadurch eine Tag geschenkt wird, an dem ich nach Lust und Laune anderen Projekten, Ideen und Aktivitäten nachgehen kann.

Ich kann mich schnell für ein neues Thema begeistern, mich reinhängen, alles förmlich aufsaugen, was damit zu tun hat. Ich möchte immer wieder dazu lernen. Im vergangenen Jahr waren deshalb die meisten meiner Wochenenden mit den verschiedensten Dingen verplant. Das war schön, aber auch schön anstrengend. Ich lerne gerade wieder das süße Nichtstun. Das tut gut.
Wo ist die Schnittstelle zwischen deiner kulinarischen Leidenschaft und Onlinemarketing?
Gerade die Onlinewelt ist sehr schnelllebig. Man muss sich selbst immer auf dem Laufenden halten, neugierig sein und dabei über den Tellerrand schauen.

Genau diese Neugierde habe ich auch beim Kulinarischen. Das genieße ich. Ich entdecke immer wieder Neues und werde es wohl mein Leben lang tun. In diesem Thema steckt mein Herzblut, es ist mein kreativer und emotionaler Ausgleich zum Job. Beim Bloggen profitiere ich von meinem beruflichen Wissen und andersherum. Gleichzeitig möchte ich meinen Blog nicht bis ins letzte Detail optimieren und vermarkten. So bleibt er persönlicher und eher eine Art Visitenkarte und Portfolio.

Warum und an welchem Tag kam es zu mat & mi?

Der Start von mat & mi war ein typischer Neujahrsvorsatz: Ich begann am 1. Januar 2010 zu bloggen. Damals verfolgte ich einige amerikanische DIY-Blogs, wodurch meine Neugierde geweckt war und ich das Thema Bloggen selber von der technischen, gestalterischen und redaktionellen Seite kennenlernen wollte. Los ging es mit einem Tumblr, der aber kurze Zeit später auf die Blogspot-Plattform umgezogen ist.
Wofür steht bzw. wer sind mat & mi?
Ich schreibe gerne. Aber Überschriften und Namen fallen mir manchmal schwer. Nun brauchte ich aber einen Namen, und da es 2010 bei mir noch gar nicht überwiegend um kulinarische Themen ging, kam nichts in der Richtung in Frage. Ich kam dann auf mat & mi (sprich „mat und mi“). Sowohl „mat“ als auch „mi“ stehen für Namen, die mir am Herzen liegen. Mittlerweile weiß ich, dass mat auf Schwedisch „Essen“ und auf Koreanisch „Geschmack“ heißt. Passt also.

Auch wenn ich zwischenzeitlich darüber nachdachte, den Namen zu ändern, bin ich froh ihn gewählt und behalten zu haben. mat & mi ist ein Ort für Genuss, schöne und leckere Dinge sowie tolle Orte und Menschen. Durch meinen Blog lerne ich viele spannende und liebenswerte Menschen kennen, das freut mich sehr. Damit hätte ich zu Beginn von mat & mi nicht gerechnet.

Was passiert mit all den Köstlichkeiten, die du kochst und backst? Gibt es jedes Mal ein großes Essen mit Freunden?
Vor allem von den süßen Sachen ist oft etwas übrig. Darüber freuen sich Kollegen, Freunde, die Nachbarin, die Verwandtschaft oder das Tiefkühlfach. Als das Sonntagssüß noch aktiv jeden Sonntag ausgerufen wurde, habe ich kleine Backformen und Mini-Gebäck sehr zu schätzen gelernt, damit nichts übrig bleibt.

Die meisten Freunde leben leider recht verstreut, wenn wir uns an den Tisch versammeln, wird gerne ausgiebig gekocht und getafelt. Gemeinsamer Genuss ist für mich ein Sinnbild der Gemütlichkeit, dabei entstehen oft die schönsten Erinnerungen.
Was sind deine Inspirationsquellen und wer sind deine Vorbilder?
Manchmal kann mich ein bestimmtes Wort, eine Struktur, eine Beobachtung oder eine Farbkombination, ein Schnitt oder ein Lied so treffen, dass automatisch die Gedanken und Ideen angeregt werden. Rein kulinarische Inspiration bekomme ich aus Kochbüchern, Speisekarten, auf dem Markt oder wenn ich in der Supermarktschlange stehe und aus den Einkäufen der Person vor mir gedanklich ein Menü kreiere. Eine sehr inspirierende Übung. Das Internet und vor allem die Foodblogs sowie Pinterest sind ebenfalls ein wahrer Fundus für Ideen.

Vorbilder sind all diejenigen für mich, die respektvoll mit Essen umgehen, die passenden Geschichten dazu erzählen und es schaffen, von Herzen aus wenigen Zutaten etwas Unerwartetes und Überraschendes zu zaubern. Und all diejenigen, die liebevoll Zutaten herstellen, dabei ein Handwerk bewahren und obendrein fair zu Mensch und Tier sind.
Wo verlierst du dich gut und gerne in der weiten Welt der schönen Blogs?
Blogs lesen macht süchtig. Aber irgendwann wird auch das zum Zeitfresser. Ich sortiere regelmäßig den Blogreader aus und um und freue mich über all diejenigen, die eine spannende thematische Grundidee haben, frischen Wind und neue Ideen liefern, nicht unnötig kopieren oder sich verbiegen. Ich mag die, die lieber weniger schreiben, dafür aber durchdacht und sorgfältig und mit einer gehörigen Portion Herzblut bei der Sache sind. Es sind vor allem die Blogs mit guten Fotos und berührenden authentischen Texten, die mich immer wieder neu verzaubern.

Was ist das Feinste, das du je angerichtet hast?

Beim Backen fordert mich eher das raffinierte Patisseriestück heraus: Profiteroles, Biskuitrollen, Macarons oder Millefeuilles. Daran probiere ich mich immer wieder, bis ich zufrieden bin.

Beim Kochen bin ich gar nicht so fein und exquisit. Dafür fehlt mir die Geduld, um alles gleich groß zuzuschneiden oder filigran anzurichten. Das lasse ich mir lieber an einem schönen Ort servieren. Im Alltag sind es deshalb eher die ehrlichen einfachen Dinge, die mich auf dem Teller glücklich machen. Eine leckere Bolognese-Sauce oder eine gelungene Quiche. Einmal verlangte ein Rezept nach Rosenkohl, von dem die einzelnen Blättchen gezupft und gedünstet werden sollten. Das war viel Arbeit, schmeckte aber tatsächlich fein.

Wie und wo lebst du? Und wohin würdest du mich führen, wenn ich für einen Abend auf Durchreise wäre?
Ich lebe in Wiesbaden, mit dem Mann, mit dem ich hoffentlich für immer zusammenlebe. Hier gibt es viele alte Häuser und demnach viele tolle Altbauwohnungen. Wir haben eine davon, ein Zufall brachte sie uns und wir sagten sofort zu. Wir haben Platz und jeder Raum hat ein anderes Muster am Boden und ein anderes an der Decke. Zum Teil gibt es noch die alten Drehlichtschalter. Unser Küche ist leider klein, ohne Platz zum Sitzen, dafür hat sie einen großen alten Einbauschrank, der die ganze Wandbreite füllt und viel Platz für Back- und Kochutensilien bietet.

Wir mögen alte Gegenstände und Möbel. Farbtupfen blitzen immer wieder auf. Jedes Zimmer hat ein Thema, das passierte eher unterbewusst. Im Schlafzimmer dominieren die Berge, ein Ort, der uns verbindet. Damit wir immer mit dem nötigen Weitblick aufwachen, haben wir uns Berge mit Schnüren an die Wände gespannt.

In der ganzen Wohnung findet man bei genauem Hinsehen kleine Figuren, sie sind auf Reisen. Wir haben ein Faible für altes Spielzeug, mögen besonders altes Fisher Price.

Immer wieder kommt etwas hinzu oder altes findet einen neuen Platz. Die besten Ideen für die Wohnung kamen uns immer dann, wenn wir unterwegs waren. Gestapelte Eierkartons entdeckten wir z.B. in einem Café in Argentinien. Die Idee nahmen wir mit und nun sind sie sowohl Hocker als auch Beistelltisch, Laptopunterlage oder Fotoassistent.

Wärst du einen Abend auf Durchreise, würde ich dich zu einem kleinen Essen zu uns einladen. Falls es ein herrlicher Sommertag ist, würden wir umdisponieren und auswärts in meinem liebsten Biergarten selbstgeschnitzte Fritten essen gehen. Dann könnten wir in die Stadt schlendern, in der kleinen Patisserie kurz vor Ladenschluss noch ein paar Petit Fours zum Nachtisch auf die Hand kaufen und dann je nach Lust und Laune in das schöne Programmkino gehen oder schauen, ob uns ein Konzert oder Theaterstück anlockt. Dann noch einen Absacker bei den französischen Schwestern und der Abend kann ausklingen.

Die ersten vier Päckchen von Adventskalender Nr. 1 sind gefüllt. Mit Weihnachtsgebäck: Mailänderli,  – dem Schweizer Weihnachtsguetzli – mit Schoko-Vanille-Taler, Braunen Kuchen, Linzer Schnitten und mehr. In den nächsten Tagen nehme ich mir Weihnachtsschmuck vor. Apropos: das Himmeli wächst weiter. Bald mehr .

The first packages for Advent calendar No. 1 are filled. With cookies: the tradional Swiss Mailänderlichocolade-vinilla-cookiesbrown cake and Linzer Schnitten. The next days I will do some Christmas decoration. Apropos: The Himmeli is growing. More soon.

Impressionen eines Sonntags. Ein wunderbarer Herbsttag. Mit wohlwollendem Licht und Wärme. Im Park. Auf dem Balkon. Mit einem frech-fröhlichen Mädchen. Ich wünsche euch einen guten Start in eine gute Woche!

Impressions of a Sunday. An awesome autumn day. With this complaisant light and warmness. At the park. On the balcony. With a breezily girl. I wish you a good start in a good new week.