Tag

Sehnsüchte

Der Berliner Winter ist besonders hart; überdrüssig bin ich ihm eigentlich schon im Januar. Der Punkt, an dem ich nicht mehr kann, ist spätestens im Februar erreicht: Mit allerletzter Kraft trotze ich dem endlosen Kaltnass, dem Dauerdunkel und Ewiggrau. Im März sind sämtliche Reserven verbraucht; jetzt gehts an die Substanz. Nach Laune, Lust und Motivation kommt schließlich meine Phantasie zum Erliegen: Ich kann mir keinen Frühling mehr vorstellen. Wenn ich die Augen schließe, seh ich immer nur das eine Bild: Berlin im Winter. Ich möchte weinen. Da blitzt er plötzlich auf im gefrierpunktnahem Nieselregen: kaum sichtbare Knospen, ein Vogelzwitschern hier und da und der Geruch von frostbefreiter Erde. Ich bin sofort voll drauf – sozusagen instantfrühlingsbesoffen. Wenn er dem Winter jetzt noch mal die Bühne überlässt, tut’s richtig weh. Kennt ihr das?


Was sonst noch so war in den letzten zwei Wochen? Unter anderem dies:

  1. GESEHEN: Bombay Beach
  2. GEHÖRT: Judith Holofernes über das Chaos
  3. GELESEN: Das Magazin
  4. GEWESEN: auf der CeBIT
  5. GESUCHT: einen Jumpsuit
  6. GEFUNDEN: eine goldene Schere
  7. GEDACHT: Wie krass – die Aktionen des russischen Künstlers Pjotr Pawlenski!
  8. GELACHT: über den Schokoladenpizza-Battle
  9. GELOBT: das komplexe Denken in »Zwischenfarben, Schatten, Nachmittagslichtern und endlosen Meeren«
  10. GEMACHT: Alltagslogistik10  2 x VollzeitDienstreisen + krankes Kind – Kinderbetreuung = Chaos
  11. GEMOCHT: die Arbeiten der in Berlin lebenden Künstlerin Karin Felbermayr
  12. GEFALLEN: dass Zohre Esmaeli das Gesicht der Kampagne »Deutschland – Land der Ideen« ist und Julia, das neue Mitglied der US-amerikanischen Sesamstraße
  13. GEFREUT: dass »Nusret und die Kuh« für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2017 nominiert ist
  14. GEWÜNSCHT: dass Mujo Kazmi genug Unterstützer/innen für sein Buchprojekt findet, in dem es um Flucht, Grenzen und Neuanfänge geht.
  15. GERÜHRT: von diesem Papa
  16. GEFRAGT: ob ich es hinkriege, die ARD-Doku »Brücken in die neue Heimat: Integrationslotse Mehrdad Zaeri« nicht zu verpassen.
  17. GEPLANT: den Frühling auf dem Balkon pflanzen in Form eines Frühbeets {von Hellweg}
  18. GEKAUFT: Tickets für Hauschka im Funkhaus Nalepastraße
  19. GESTAUNT: wie einfach die Lösung für große Probleme manchmal sein kann
  20. GESEUFZT: weil ich {wieder} nicht auf die Leipziger Buchmesse komme {gut gibt’s das Radio}
  21. GESPANNT: auf den Ausgang der Wahlen in Frankreich
  22. GEHOFFT: auf eine Art »Schulz-Effekt« für Macron
  23. GESCHMUNZELT: »Es ist wirklich an der Zeit nicht mehr nur wahnsinnig engagiert auf dem Sofa rumzusitzen.« Dorothea Volz {via »Die Offene Gesellschaft«}
  24. GEKLICKT: in den März vor einem Jahr

»Stein fand das Haus im Winter. {…} Es sah aus, als würde es jeden Moment lautlos und plötzlich in sich zusammenfallen.«
aus: Judith Hermann: Sommerhaus später, 1998


Als Judith Hermanns Erzählband »Sommerhaus später« erschien, war ich Mitte Zwanzig und hatte das Experiment Landleben erst kürzlich beendet. Trotzdem fand ich an der Vorstellung Gefallen, später einmal ein Sommerhaus zu besitzen – gerne am See, noch lieber an der See und am allerliebsten auf einer Insel. Wenn ich mit meinem damaligen Freund durch den damals noch ziemlich »wilden Osten« fuhr, hielt ich stets Ausschau nach »meinem Sommerhaus«. Ich fand es nie und so wird es wohl auch bleiben. Nicht dass das Bild von mir in einem prachtvollen Blumengarten vor einem kleinen Haus mit Blick aufs Meer keinen Reiz mehr hätte. Durchaus! Nur das Wissen um die Arbeit, die in einem prachtvollen Blumengarten steckt und um die hinter der Idylle lauernde Tristesse dämpft die Euphorie. Nichtsdestoweniger zieht es mich immer wieder aufs Land und eben weil ich dort keine feste Bleibe habe, suche ich immer neue Orte auf.


»Gerade im Winter muss ich mich in der Wohnung wohlfühlen.«

Schöne Ferienwohnungen im näheren und weiteren Umland von Berlin {auch zu erschwinglichen Preisen} findet man z.B. über diese Plattformen {kennt ihr noch andere?}:


Ma. blickt aufs Salzhaff hinaus

Meine jüngste Entdeckung heißt Rerik. Das kleine Ostseebad zwischen Rostock {ca. 37 km} und Wismar {ca. 36 km} trug bis 1938 den slawischen Namen Alt Gaarz, doch die Nazis stellten sich lieber in die Tradition der kriegerischen, ergo: »starken« Wikinger und benannten den Ort nach ihrer hier vermuteten Siedlung Reric. Tatsächlich lag der slawisch-wikingische Handelsplatz etwa 19 km südsüdwestlich, aber faschistische Regime nehmen es bekanntermaßen nicht so genau mit der Wahrheit und also heißt Alt Gaarz nun eben Rerik.

Das 2.000-Einwohner/innendorf liegt am nordöstlichen Ende des Salzhaffes, dort wo die Halbinsel Wustrow beginnt und der Strandspaziergang jäh am Stacheldraht endet. Schon von Ferne blicken einem die tiefschwarzen Fenster der einstigen Gartenstadt entgegen – beinah idyllisch, wäre da nicht dieses düstere Unbehagen.

Die Gartenstadt auf der verbotenen Halbinsel Wustrow

Über viele Jahrhunderte war die Halbinsel ein unbedeutender Grundbesitz mit drei Erbpachthöfen, Wiesen und Feldern. Das änderte sich 1932 als die »von Plessen-Brüder« das Areal an die Reichswehr verkauften. Die Nationalsozialisten hatten Großes mit der kleinen Insel vor: Innert weniger Jahre wurde hier die größte Flak-Artillerieschule errichtet samt Kasernenanlagen, Flugplatz, Hafenanlagen und Gartenstadt {Rerik-West}. Wie die Sache weiter- und ausging, ist bekannt. Am 2. Mai 1945 wurde Wustrow kampflos an die sowjetischen Streitkräfte übergeben, die es von 1949 bis 1993 einen Militärstützpunkt nutzten. 1998 verkaufte die Bundesrepublik Deutschland das Areal entgegen dem Willen der Reriker/innen an einen Privatinvestor. Die Fundus-Gruppe träumte von einem Luxus-Resort mit Golfplatz und Marina. Doch daraus wurde nichts. Es fehlte ein überzeugendes Verkehrskonzept, weshalb die Stadt ihr Veto einlegte. Den Vorhabensstopp quittierte der Investor prompt: Das vollständige Zutrittsverbot untersagte fortan auch die Führungen über das Gelände. Das liegt nun 13 Jahre zurück; in der Zwischenzeit hat sich die Natur die Insel Stück für Stück zurückerobert und das einstige Bauland in einen Wald verwandelt. Ob und wie der Investor seine Pläne jemals realisiert, ist offen. Anders die Halbinsel: Die ist weiterhin geschlossen. 2013 unternahmen Studierende des Instituts für Freiraumentwicklung an der Universität Hannover einen neuen Anlauf und entwickelten fünf alternative Nutzungskonzepte für »das verbotene Paradies«, doch die »Entwürfe für die postmilitärische Wildnis« wurden meines Wissens nie ernsthaft diskutiert.

Stachseldraht versperrt den Weg zur Halbinsel Wustrow

Abgesehen von der turbulenten Geschichte der Halbinsel Wustrow ist Rerik ein eher unspektakulärer Ort: Zu seinen touristischen »Highlights« zählen eine frühgotische Kirche, ein kleines Heimatmuseum und ein paar Großsteingräber. Mein persönliches Highlight war der morgendliche Steilküstenlauf und unsere »wohnung süd« im »haus m«, die der in Berlin lebende Architekt Sebastian Kablau entworfen und gebaut hat. Die 50qm-Wohnung hat alles, was das Wohnminimalist/innen-Herz begehrt: schlichte Möblierung, viel weiße Wand und noch mehr Licht.

Doch selbst in der schönsten Wohnung droht irgendwann der Budenkoller, wenn das Wetter den täglichen Strandspaziergang vereitelt. Gegen den drohende Deckenabsturz hilft nur eines: »ausfliegen«.

Meine Ausflugs-Tipps rund um Rerik

WONNEMAR Wismar: Wenn es einem endlich gelungen ist, sich mit der Tatsache zu arrangieren, dass Runen- und Landser-Tattoos hier zur Normalität gehören, kann das Wismarer Badeland mit seinen vielen Becken und Rutschen sogar Spaß machen.


Von Rostock haben wir nur einen kleinen Ausschnitt gesehen: die Stadtmitte und die Kröpeliner-Tor-Vorstadt {kurz: KTV}. Vor allem das bunte Studenten- und Szeneviertel mit seinen vielen kleinen Läden, Cafés und Bars mochte ich.

Meine Rostock-Empfehlungen:


Warnemünde gehört zwar zu Rostock, kann aber durchaus für sich allein stehen. Das Seebad mit dem breitesten Sandstrand der Ostseeküste hat vor allem architektonisch einiges zu bieten: auf der einen Seite das Hotelturm »Neptun« {Baujahr: 1971} und der hochmoderne Hyparschalenbau von Müther und Kaufmann, Teepott genannt {Baujahr: 1965}. Auf der anderen Seite der Leuchtturm und die alten Fischerhäuser und dazwischen das Kurhaus im Stil des Neuen Bauens, die riesige Werft und nicht minder großen Hafen.

Meine Empfehlungen für einen Besuch in Warnemünde:

Der Strand von Rerik

Neben Rostock, Warnemünde und dem Wonnemar gibt es natürlich noch viel mehr zu sehen; Heiligendamm zum Beispiel oder Bad Doberan. Das heben wir uns für ein eventuelles nächstes Mal auf. Habt ihr für dieses nächste Mal vielleicht noch ein paar Tipps und Empfehlungen?

Inka Cee ist viel und weit gereist, hat viel gesehen und erlebt. Sie war in Afrika und der Antarktis, in Asien und Amerika. Doch wer reisen will, sagt sie, muss nicht weit fort. Sobald wir uns öffnen für das Neue und Unbekannte, wenn wir bereit sind, uns zu verändern und verändern zu lassen, begeben wir uns auf eine Reise. Sie selbst ist von jeder Reise verändert zurückkehrt, egal ob sie auf einem Gletscher oder an den vorpommerschen Darß führte. Auf blickgewinkelt erzählt sie von ihren Reisen, im heutigen Montagsinterview spricht sie über das Reisen.

Vielen Dank, liebe Inka, für das anregende Gespräch, mit dem ich allen einen inspirierten Start in die KW 42 wünsche.


»Die Intention macht den Unterschied zwischen Reisen und Urlauben. Wenn ich mich öffne für das Neue, begebe ich mich auf eine Reise.« 


Ein Foto von Inka Cee von blickgewinkelt zeigt sie am ostseestrand am darß

Inka Cee – geboren in Wolfsburg, wohnhaft in Berlin, gärtnernd in Brandenburg. Welche Rolle spielen diese Orte in deinem Leben?

Sehr unterschiedliche. Ich habe mich häufig wieder neu erfunden, und doch gehören diese verschiedenen Welten natürlich alle zu mir. Zu Wolfsburg habe ich ein seltsames Verhältnis, ich bin dort geboren und aufgewachsen, habe mich dort das erste Mal verknallt und politisch erfunden, das erste Frauencafé Niedersachsens gegründet und meine ersten Demos mitgemacht. Aber ich habe dort auch meine Mutter beerdigt und mit Teenagerdepressionen gekämpft. Dass mein Vater das Haus irgendwann verkauft hat und weggezogen ist, ist einerseits tragisch und andererseits sehr befreiend.

In Berlin durfte ich ein ganz neues Leben starten, das war damals sehr wichtig für mich und meine Suche nach Ausgeglichenheit. Dann kam die übliche Studienzeit, wechselnde Partner, Nächte durchtanzen in der anonymen Großstadt – ich fand diese wilde Zeit sehr großartig.

Brandenburg habe ich entdeckt, als ich aufgrund von Rückenschmerzen anfing, viel zu laufen, was mir extrem gut tat. Zu der Zeit habe ich erst gemerkt, wie sehr Naturkind ich bin. Erst einige Jahre später habe ich dann den Mann kennengelernt, der einen Kirschkernspuck von Berlin weg in Brandenburg lebt und dann mit Bloggen angefangen, was mein Leben wieder sehr verändert und meine Zuneigung zu Brandenburg, zum gärtnern und überhaupt ländlichen Gegenden sehr vertieft hat. Also nicht, dass der Mann ländlich leben würde, aber wir träumen beide von einem alten Bauernhof, den wir irgendwann kaufen und ausbauen.

Ein Foto von Inka Cee von blickgewinkelt zeigt berlin vom grunewald aus

Wie und wo und warum lebst du in Berlin?

Dass ich nach meinem Abitur nach Berlin ziehen würde, war früh klar: Meine besten Freundinnen lebten dort, so hatte ich auch meinen damaligen Berliner Freund kennen gelernt, und mein Großvater stammte aus Berlin, dessen Berliner Schnauze ich immer heiß und innig geliebt habe. Und schließlich freute ich mich sehr auf die Anonymität und das Großstadtleben, und das war ja auch eine self fullfilling prophecy.

In Berlin halte ich meine kleine 2-Zimmer-Wohnung, obwohl ich meistens im Haus des Mannes bin. In diese Wohnung habe ich mich vor 10 Jahren sofort völlig verknallt, als ich sie betrat, und ich bin noch nicht bereit, sie komplett aufzugeben und ganz mit dem Mann zusammenzuziehen, zudem brauche ich ab und an mal meine Ruhe. Der Mann hat Kinder, regelmäßig geht es bei uns etwas trubelig zu, und natürlich braucht es da auch Kompromisse. Ich hoffe, ich bin ein sehr kompromissbereiter Mensch, neige aber schon sehr zum Einsiedeln und war früher immer gewöhnt, mir meinen Alltag auch trotz Partner kompromisslos einzurichten. Da ist das natürlich eine große Umstellung, auch nach fast sechs Jahren.

Ein Foto von Inka Cee von blickgewinkelt zeigt herbst in brandenburg am kanal

Woher rührt deine Lust am Reisen?

Das wurde ich schon einige Male gefragt und ich habe keine wirklich schlüssige Antwort darauf. Ich vermute, es ist die Mischung aus Neugier, Entspannung, Herausforderung und Relativierung: Ich liebe es, neue Dinge zu entdecken, und ich liebe die Fotografie, insbesondere in der Natur. Da liegt das Reisen nahe, ob nun in Brandenburg oder in Südamerika.

Dann gibt es auch Dinge oder Plätze, die sich einfach gut für mich anfühlen, zu denen ich immer wieder zurückkehren möchte. Das ist das ewige Eis, weshalb es mich immer wieder in polare Regionen treibt. Das ist das real gewordene Kirschblütental auf dem Darß an der Ostsee, wo ich jedes Jahr hinfahre. Das ist Afrika südlich der Sahara, dessen Mentalität mir in vielerlei Hinsicht gefällt.

Und dann reise ich wegen der Herausforderung, mich mit neuen, anstrengenden und auch unangenehmen Dingen auseinanderzusetzen. Im Grunde finde ich mich viel zu faul und fordere mich damit selber, meine Sinne neu zu entdecken und in meinem Kopf Dinge mal wieder umdenken zu müssen. Außerdem finde ich draußen in der Welt so viele Dinge, die mir zeigen, dass ich noch kleiner bin als der kleinste Furz, global betrachtet. Und das macht mich glücklich. Die eigene Person zu relativieren, zu wissen, dass ich so unwichtig im Großen und Ganzen bin, finde ich tatsächlich sehr tröstlich, das macht mich glücklich und angstfrei.

Oh, und Spaß natürlich, nicht zu vergessen. An fremden Orten fließt die Kreativität manchmal besser, und damit auch der Humor. Der Mann und ich stellen zum Beispiel gerne an Reiseorten berühmte Filmszenen nach… total albern, ich weiß. Wer weiß, welche Szene das hier auf dem Foto ist?

Ein Foto von Inka Cee von blickgewinkelt zeigt sie und ihren mann in rom
Welche Szene stellen Inka und ihr Freund nach?

Welche Reisen haben dich – wie – verändert?

Tanzania, eine meiner ersten Fernreisen, hat mich verändert. Ich hatte damals wahnsinnig wenig Geld, konnte während des Studiums – ich habe unter anderem Afrikawissenschaften studiert – häufig die Miete nicht bezahlen und diese Reise konnte ich mir nur mit der Finanzierung durch meinen Vater leisten. Und dann waren da diese Kinder mit den aufgeblähten Bäuchen, die weinten, weil sie noch nie einen weißen Menschen gesehen hatten. Ich habe meinen ersten Elefanten in der Wildnis getroffen, hatte das erste Mal Angst vor korrupten Polizisten, bin nachts durch die Straßen des geheimnisvollen Stown Towns auf Sansibar gelaufen und habe mir am Lagerfeuer Geschichten eines Rastas angehört. Da habe ich gewusst: Ich will noch so viel mehr erleben. Damals hätte ich das südliche Afrika gerne mehr kennen gelernt, leider fehlten mir die finanziellen Mittel. Einfach mal so durch die Weltgeschichte tingeln, wie viele Leute das heute machen, war einfach nicht drin.

Meine erste Fernwanderung hat mich verändert, es war der so unspektakulär klingende Rheinsteig. Damals ein Riesending für mich, und es fühlte sich unfassbar großartig an. Diese Erkenntnis hat viel bewegt. Seit damals weiß ich, was Selbstbewusstsein für mich bedeutet und dass in mir Glücksgefühle explodieren, sobald ich mich auf eine Wanderung begebe.


»Die Antarktis hat mich wahnsinnig ehrfürchtig gemacht: Ich darf hier am Ende der Welt sein und dieses Wunder sehen.«


Die erste Reise nach Grönland hat mich verändert, beim Anblick der riesigen Gletscher war es Liebe auf den ersten Blick. Und dann die Antarktis! Sie hat mich wahnsinnig ehrfürchtig gemacht: Ich darf hier am Ende der Welt sein und dieses Wunder sehen.

Kasachstan hat mich verändert: So viel Hoffnungslosigkeit, so viel Brutalität live zu sehen war ein Schock, oder vielmehr war der Schock, gar nicht damit umgehen zu können. Zudem hatte ich das erste Mal in meinem Leben die sehr reale Angst, im nächsten Moment vergewaltigt zu werden. Nie ist mir mehr bewusst geworden, dass ich jetzt mit meiner Beziehung auch Verantwortung trage und mich nicht mehr leichtfertig in jedes Abenteuer stürzen darf. Ich reise seitdem vorsichtiger.

Gut, ich merke, ich mache hier gerade endlos weiter. Im Grunde verändert mich wohl jede Reise, wenn sie etwas verändert hat in meinem Innern.

Was macht {für dich} den Unterschied zwischen „Urlaub im Ausland“ und {Fern}Reisen?

Die Intention macht den Unterschied, und damit auch die Wahrnehmung. Deshalb muss für mich eine Reise gar nicht unbedingt außerhalb meines Alltagsumfeldes stattfinden. Sobald ich mich aufmache, etwas Neues auf meinem Weg zu entdecken, begebe ich mich auf eine Reise. So entstand auch der Name „blickgewinkelt“, auch wenn das etwas kryptisch gedacht ist.

Der Begriff „Reise“ bedeutete ja ursprünglich „sich auf den Weg machen“, der „Aufbruch“. Wenn ich reise, bewege ich mich, ob nun körperlich oder geistig. Wenn ich Urlaub mache, möchte ich eine Pause von etwas, meist vom Alltag, und bewege mich eher wenig. Aber das sieht eventuell jede/r anders.

Mit den Kindern machen wir Urlaub, weil die Mehrzahl eher für „Lange-Schlafen und Nixtun“ ist – was nicht so ganz nach meinem Geschmack ist. Da ist ein perfekter Kompromiss übrigens eine Floß- bzw. Hausbootfahrt durch Brandenburg – einer meiner schönsten Urlaube bisher, was wir unbedingt wiederholen wollen.

Ein Foto von Inka Cee von blickgewinkelt zeigt einen steg am see in brandenburg
Flossfahren in Brandenburg

Übernächstes Jahr möchte ich mit meinem 23jährigen Sohn eine ca. 10tätige Fernreise machen. Welche Reise würdest du mir warum empfehlen?

Puh, da muss ich schwer nachdenken. Ich mache jetzt mal ein Ausschlussverfahren: Zuerst einmal würde ich Nord- und Südamerika streichen, das finde ich für 10 Tage viel zu weit. Ohnehin sind 10 Tage etwas kurz, um sich einer sehr fremden Kultur anzunehmen, sonst hätte ich Äthiopien vorgeschlagen, was irre interessant ist. Ich persönlich hätte da aber lieber mehr Zeit, um mich darauf einzulassen.

Was Afrika angeht, wäre Südafrika noch eine Möglichkeit, das ist zwar weit, aber fast die gleiche Zeitzone, man fliegt über Nacht und Südafrika ist „Africa for Beginners“, wie wir im Studium immer etwas verächtlich gesagt haben, weil es sehr viel weiße, koloniale Strukturen hat, die uns nicht fremd sind. Das soll jetzt aber nicht so negativ klingen, ich fand Südafrika ganz toll. Auch Marokko wäre sicher sehr spannend.

Aber! Es soll ja vermutlich eine ganz besondere Reise sein, und da würde ich weniger eine Reise machen, bei der das Programm von A bis Z durchgeplant ist und wenig Zeit für die spannenden Entdeckungen am Wegesrand bleibt, denn die machen ja eine besondere Reise aus. Wie wäre es deshalb zum Beispiel mit einem Roadtrip zum Nordkap? Das muss unwahrscheinlich toll sein. Oder mit dem Zug durch Österreich, Slowenien, Kroatien bis nach Montenegro, das stelle ich mir unheimlich toll vor. Und zwischendurch mal Aussteigen und Leute kennen lernen. Von Mitreisenden im Zug Tipps holen.

Ansonsten: Immer wieder Griechenland. So riesig, so abwechslungsreich, die gastfreundlichsten Menschen, die ich je erlebt habe, viele tolle Gespräche, trotz der Sprachhürden. Die Akropolis, Geschichte hautnah spüren, im Dionysos-Theater sitzen, wo vermutlich Demokrit mal gesessen hat! Die tolle Landschaft, die Berge auf den Peloponnes, kleine Klöster, die in hunderten Metern Höhe an eine Felswand gequetscht sind, Olivenhaine, das Meer. Ich glaube, es kann gar keinen Menschen geben, der Griechenland nicht lieben kann.

Ein Foto von Inka Cee von blickgewinkelt zeigt eiine haeuserzeile am kanal in venedig

Merken

Ostsee, Schwedenrot, Usedom, Reisen, Ferienhaus

Es sich einfach mal gut gehen lassen? Das will in diesem Jahr nicht recht gelingen. Angesichts von Tod und Terror wirkt jedes Vergnügen mindestens borniert, wenn nicht maximal ignorant. Das Gewissen ist gnadenloser denn je. Schon beim geringsten Versuch, mich den täglichen Katastrophenmeldungen genussvoll zu entziehen, hebt es zur Mahnung an: „Wie kannst du nur? Wie kannst du nur?“

„Ich kann. Ich will. Ich muss“, entgegnet mein Gefühl. Es ist von all der Aufregung noch ganz verwirrt und so erschöpft. Also fass ich mir ein Herz, trotze der wahnwitzigen Wirklichkeit und lass mich in den Sommer fallen – nicht ohne die obligatorische, aber ungewöhnlich leichte Liste.

Internationaler Tag des Kusses, Robert Doisneau

„Bei den Römern gab es noch drei Worte für den Kuss: Der Kuss innerhalb von Familien, der die Verbundenheit ausdrückte, hieß Basium. Das Osculum ist ein ähnlich unschuldiger Kuss: ein Zeichen der Anerkennung unter Gleichgesinnten. Das Suavium war der Kuss der Liebenden.“ Alexandre Lacroix

Und was mir in der vergehenden Woche noch so begegnet ist? Dies:

{Foto: 2010 Nachlass Robert Doisneau/courtesy Schirmer/Mosel}

Tessin, Schweiz, magie, verzasca
M i MA wacht langsam auf, räkelt sich noch traumverhangen, Bilder huschen über die Lider. Ein letztes fang ich auf: ein Erinnerungsbild aus dem vergangenen Jahr.

.
***
.
Ich saß meinen Morgenkaffee trinkend vor dem noch stillen Haus und blickte in die Ferne. Nebel lag über den Hängen, und von Weitem hörte ich das donnernde Rauschen der Verzasca, diesem stolzem, grünen Fluss
Im Haus, das früher einmal Schafe, Hühner und anderes Vieh beherbergte, hatte es eine kleine Bibliothek. Dort fand ich das Buch über die „erotische Rebellin“, Franziska Gräfin zu Reventlow und verschlang nun ihr Leben zum Frühstück.

Das Tessin hatte schon immer eine magische Anziehungskraft auf ungewöhnliche Leute, und in diesem Moment glaubte ich zu verstehen. Dieser Ort ist ein Versprechen. Zwischen seinen engen – je nach Sonnenstand – tiefschattigen oder sonnendurchflutenden Tälern und den kastanienbewachsenen Hängen scheint das Unmögliche möglich. 

.
***
.
Was M i MA noch so im Schlaf erlebte und sah? Unter anderem dies mit herzlichen Grüßen! 
Portugal

Loslassen. Neues wagen. Aufbrechen ins Unbekannte. So könnte man Mandy Raaschs {Movin’n’Grovin} Lebensmotto beschreiben. Aufgewachsen ist die studierte Betriebswirtin und freiberufliche Webdesignerin im ehemaligen Bezirk Dresden, genau genommen in Bischofswerda. Eine Gegend, die man damals mangels Westempfang als das Tal der Ahnungslosen bezeichnete und die heute als Pegida-Hochburg keinen besonders guten Ruf genießt. Mandy verbrachte hier eine glückliche Kindheit, an die sie sich gerne erinnert. Als die Mauer fiel, war sie elf. Ihr erster Gedanke war: „Wir können jetzt überall hin reisen!“ Und das tut sie bis heute.

Neben Musik und Berlin, wohin sie die neu gewonnene Bewegungsfreiheit als erstes führte, ist das Reisen ihre große Leidenschaft. Argentinien, Großbritannien, Israel, Marokko, die Mongolei und die Niederlande, Nordkorea, Portugal, Russland, Slowenien und Spanien hat sie seit bereist. Und damit nicht genug. Im Mai wird sie ihren festen gegen einen mobilen Wohnsitz und das Stadtleben gegen ein Leben „on the road“ tauschen. Im heutigen Montagsinterview erzählt sie, wie es zu dieser durchaus weitreichenden Entscheidung kam, worauf sie sich besonders freut und wohin sie aufbrechen wird.

Hab vielen lieben Dank für das spannende Gespräch, mit dem ich allen einen anregenden Start in die neue Woche wünsche.
.

Mandy in Salvador de Bahia (links) und Rio de Janeiro (rechts)



Du bist verrückt nach Reisen, Musik und Berlin. Zum Reisen komme ich gleich noch. Darum: Welche Musik ist „deine“? Und wo hast du Berlin am liebsten?

Meine Musik ist irgendwie in den 80/90ern hängen geblieben, und auf einer Insel: die meisten Bands aus meiner Playlist kommen aus Großbritannien. Morrissey, David Bowie, New Order, Depeche Mode, Stone Roses, Oasis sind einige meiner Favoriten. Es gibt auch ein paar Bands aus Deutschland, die mir ganz sympathisch sind, aber die höre ich aktiv nicht wirklich – das sind eher „Konzert-Bands“ für mich, die schaue ich mir gerne live an: Beatsteaks, die ärzte, Tocotronic u.a.
Ansonsten habe ich eine Menge Musik aus Argentinien in meiner Playlist, weil ich mal drei Jahre lang in Buenos Aires gelebt habe. Dazu gehören u.a. Soda Stereo, Babasónicos, Virus oder die Band meines Spanischlehrers: Excursiones Polares
Ich höre mir auch sehr gerne neue Künstler an – oftmals entdecke ich die auf Konzerten als Supportbands vor einer meiner Lieblingsbands. 
Wo habe ich Berlin am liebsten? Hmm, am liebsten dort, wo nette Leute sind und bestenfalls noch gute Musik läuft. Konzerte gerne in kleinen Läden, SO36 oder Lido… ansonsten gehe ich gerne zum White-Russian-Schlürfen in gemütliche Kneipen, Scotch & Sofa, Tiki Heart oder – ganz frisch entdeckt – ins Mandy’s nach Kreuzberg (ich bin da zufällig des Namens wegen reingestolpert und war sofort verliebt!).
.
Foto (c) Scotch & Sofa

Was war deine bisher wichtigste Reise? Und warum?
Ich denke die wichtigste „Reise“ war wohl mein Umzug nach Buenos Aires. 2007 habe ich mich auf den Weg ins Ungewisse gemacht und bin einfach mal an’s andere Ende der Welt gezogen. Der Zeitpunkt war perfekt und ich bin froh, dass ich es durchgezogen habe. Dieser Umzug hat mich sehr bereichert und geprägt. Ich habe eine neue Sprache gelernt, bin in die Kultur und den Alltag Argentiniens eingetaucht und habe dabei viel über mich selbst gelernt. Seit ich wieder zurück in Deutschland bin, sehe ich die Dinge etwas anders – vor allem viel entspannter. Dennoch ist Deutschland (noch) nicht das Ziel – ich muss bald wieder los…
… und du wirst nicht in eine andere Stadt, sondern weil du deine Wohnung ab April in einen Van umtauschen und ein „Vagabundenleben“ führen wirst. Wie kam es zu dieser – nicht ganz trivialen – Entscheidung?
Schon seit einigen Jahren geistert mir diese Idee im Kopf herum, dass ich mal im Van durch die Welt reisen möchte. Eigentlich war ich noch nie im Van im Urlaub, nur einmal mit Freunden eine Wochenende beim Southside Festival – aber das zählt nicht wirklich. Immer wieder habe ich Artikel gelesen und Dokus geschaut über Leute, die genau das machen. Und ich war jedes Mal total hin und weg! Deshalb beschloss ich letztes Jahr im Sommer: ich mach das jetzt einfach – und habe mir einen Van gekauft. Andere kaufen sich Wohnungen oder Häuser, ich eben ein Auto.
Street Art in Buenos Aires
Worauf freust du dich am meisten? Wovor hast du am meisten Angst, wenn du an dein neues Leben auf vier Rädern denkst?
Ich freue mich am meisten auf die Freiheit, jeden Tag spontan entscheiden zu können „Should I stay or should I go?“. Ich freue mich darauf, die Welt in allerbester Slow-Travel-Manier kennen zu lernen, unterm Sternenhimmel schlafen zu können, mir den Ausblick aus dem Fenster selbst aussuchen zu können. Generell freue ich mich auf das Abenteuer Van, was auch immer mich da erwartet! 
Angst habe ich nicht, vielleicht etwas Bedenken was die Sicherheit in manchen Gegenden angeht. Aber darüber zerbreche ich mir erst den Kopf, wenn es so weit ist. Ein Thema bereitet mir aktuell etwas Bedenken: das Campingklo im Van – aber das möchte ich jetzt nicht näher ausführen… 
Was wünscht du dir für dich von deinem Van-Leben? 
Vor allem wünsche ich mir eine unfallfreie Fahrt. Ich möchte viele schöne Momente erleben in schönen Gegenden, spannende Begegnungen haben und auch ganz viel Ruhe und einfach Zeit. Ich will bewusst, minimalistisch und nachhaltig leben (soweit das mit dem Auto eben möglich ist), noch mehr als bisher. Ich sehe das Ganze nicht als riesige Veränderung, für mich ist das Van-Leben einfach eine andere Lebensform, bei der die Wohnung eben vier Räder hat. Ok, vielleicht unterschätze ich das Vorhaben ja noch… we will see! 
Zu Kamele

Hast du einen Plan, welche Länder und Orte du in welcher Reihenfolge ansteuern willst? Und warum so?
Mein Plan ist gerade am Entstehen. Da ich dieses Jahr bereits einige Termine habe (u.a. in Stockholm und Helsinki), stand recht schnell fest: im Sommer geht’s in den Norden, also Schweden, Norwegen und Finnland. Und wenn es dann im Herbst wieder kalt wird, düse ich in den Süden Europas – am liebsten nach Portugal. So genau festlegen will ich mich noch nicht. Vielleicht gefällt’s mir ja auch im Winter in Skandinavien! 
Generell will ich nicht weit im Voraus planen, habe aber ein paar Ideen die noch reifen müssen. Für’s Erste werde ich durch Europa reisen – da gibts es schließlich eine Menge zu entdecken. Die anderen Kontinente kommen später dran.
Welche Rolle spielt die Netzcommunity bei deinem neuen Leben bzw. wird sie spielen (soweit du das voraussagen kannst)?
Durch meinen Blog Movin’n’Groovin habe ich ja bereits eine gute Plattform. Diese werde ich weiterhin nutzen und dann von unterwegs berichten. Außerdem fange ich gerade an, mich in diversen Camping/Van-Foren und Facebook-Gruppen umzusehen und Gleichgesinnte zu finden. Davon gibt’s zum Glück eine ganze Menge! Die Community ist mir auf jeden Fall wichtig, so bekommt man Hilfe und Unterstützung unterwegs und kann sich auch mal irgendwo zum Lagerfeuer am Strand persönlich treffen. 
Verbindung halten

Meinst du, dass es jeder/jedem gut täte, einmal „auszubrechen“ und sich auf eine lange Reise zu begeben?
Ich weiß nicht, ob es jedem gut täte, aber ich glaube den meisten Menschen könnte es definitiv nicht schaden, einfach mal loszulassen, die Komfortzone zu verlassen und Neues auszuprobieren. Ich brauche diese Herausforderungen in regelmäßigen Abständen und habe bisher noch keins meiner „Experimente“ bereut! Seit meiner Zeit in Argentinien sage ich jedem, der darüber nachdenkt mal eine Auszeit zu nehmen: einfach machen! Und wenn’s keinen Spaß macht, kommst du eben wieder zurück (das ist bisher noch niemandem passiert).
.

Manchmal hilft es nur noch, mich in schönen Dingen zu verlieren. Um nicht verrückt zu werden an Welt – oder besser: mit der Welt. Hier ein paar Dinge, die ich mag. 
Ein Teppich namens Desert, weil weite, warme Wüstenfarben in diesen grauen Wochen zwischen Winter und Frühling, für die man eine eigene Jahreszeit erfinden müsste, bisweilen so unerträglich sind. Dazu passt die sonnenblumengelbe Decke und der südafrikanische Halb-Sonnenring.
Das Sweatshirt würde mich sicher gut durch diese namenlose Jahreszeit bringen, wäre es verfügbar und dann noch in meiner Größe. Alternativ ließe ich mich auch von dieser grünen Strickjacke durch das nassglänzende Grau begleiten, bis die Temperaturen es gestatten, in diesen wunderbaren Play Suit zu steigen – und diese schlichten, flachen Schuhen
Bis dahin behelfe ich mir mit meinen liebsten Blumen. Allein der Klang ihres Namen entzückt: Ranunkeln
Nur ein kurzer Blick zurück auf die 45. Woche, die mir u.a. diesem Morgenmoment bescherte. Beinah kitschig.

Mit dem Kitschigen tu‘ ich mich immer ein wenig schwer. Dabei tut es manchmal so gut: kein Widerspruch, keine Konflikte, ungetrübte, reine Harmonie. Doch sobald ich mich diesem wohligen Gefühl hingeben will, springt mein innerer Adorno hervor und ermahnt mich mit erhobenem Zeigefinger, dass Kitsch falsche Geborgenheit sei. Wirklichkeitsflucht. Und Ingeborg Bachmann, die ebenfalls auf Höhe meines Über-Ichs einen Nebenwohnsitz hat, ergänzt: „Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar.“ Also versuche ich ihr ins Gesicht zu sehen und dem wachsenden Bedürfnis nach Verklärung standzuhalten. … klappt nicht. Kann nicht klappen. Nicht auf Dauer. Ich brauche die kleinen Ausflüchte in heile Welten.

Ohne mich zwischendurch in schönen Bildern zu verlieren, den Alltag hin und wieder poetisch aufzuladen und alles Hässliche zu ignorieren, geht’s einfach nicht. Oder?