Tag

Glückspaket

#radikalhoffen

Es ist Mittwochabend, kurz nach dem Essen. Der Mann nimmt die Zeitung zur Hand: erschütternde Überschriften Seite um Seite untermalt von Bildern des Schreckens. Ma. tänzelt um uns herum. Da fällt ihr Blick auf die Zeitung, hängt sich auf an einem Bild. Rasch versucht der Mann umzublättern, doch sie hält ihn auf: »Schau mal, Papa, der Laster hat ein Auge.«

Es ist das Bild jenes LKWs, der mitten in den Berliner Weihnachtsmarkt fuhr, 12 Menschen das Leben nahm und 48 teils schwer verletzte.

Ma. kann lesen. Noch talentierter als im Buchstabenlesen ist sie im Bilderlesen. Das Foto ist eindeutig: Es zeigt die Szenerie einer schweren Beschädigung. Doch unsere Tochter sieht ein Auge. Was soll ich davon halten? Das fragte ich mich im ersten Moment. Doch nach Überwindung der anfänglichen Irritation wusste ich es: viel. Denn da will sich eine nicht dem Schrecken beugen, sich nicht die Zuversicht nehmen und die Seele von Angst aufessen lassen.

Meine kleine groß{artig}e Tochter lehrt mich an diesem Abend den kreativen Widerstand.

***

In diesem Sinne verabschiede ich mich schon heute in die Weihnachtspause – mit dem obligatorischen Blick zurück und herzlich guten Wünschen.

Besinnliche Tage

GESEHEN: Robbi, Tobbi und Fliewatüt {ganz süßer Kinderfilm}
GEHÖRT: Gillian Welch »Time« {so schön, dass es fast wehtut.}
GESPÜRT: Zuversicht
GESCHMECKT: Granatapfelpunsch
GELESEN: Dankbarkeit
GEDACHT: Es ist dringend an der Zeit für eine »Konferenz der Tiere«.
GEMACHT: zusammengestanden {#zusammen}
GEMOCHT: Peters und Reginas Erzähl!Kunst und Fred Herzogs »farbenfrohe« Fotografien
GEFREUT: auf ein paar Tage unter lauter lieben Leuten
GESUCHT: ein Geschenk
GEFUNDEN: »Die Vegetarierin«
GESTUTZT: über die Prognose, dass 2017 das Jahr der Mirco Influencer werden soll
GESCHMUNZELT: über den Witz eines 70jährigen Politikprofessors
GEWÜNSCHT: eine/n Bundestherapeut/in
GEKLICKT: ins Glück zurück

 

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»Worry when you come to the bridge.«

Mit diesen Worten pflegt meine gute alte Freundin Hazel Rosenstrauch ihren Vater zu zitieren, wenn ich wieder einmal Katastrophen heraufbeschwöre, wozu ich – wie ihre Mutter – bisweilen neige. Der 9.11. mag mir allen Grund dafür geben, aber es hilft ja nichts in apokalyptische Depressionen zu verfallen. Im Gegenteil. Man müsse, so meine Freundin, auch das Gute sehen, sonst verliere man die Kraft dafür zu kämpfen. Recht hat sie.

In diesem Sinne: Kommt gut ins Wochenende!

GESEHEN: den ersten Schnee
GEHÖRT: Leonard Cohen {Ich mag das neue Album so sehr! Nun ist auch er gegangen.}
GESCHMECKT: Anti-Kummerkuchen
GELESEN: über die wenig bekannte Schriftstellerin Libuše Moníková.
GESUCHT: ein neues Fahrrad, nachdem mein Rahmen gebrochen ist… {grmpf}
GEFUNDEN: dass Stephanie den Publikumspreis #digitalfemaleleader verdient
GEMOCHT: Mareices Buch »Alles inklusive« {bald mehr}
GEMACHT: einen Heimkino-Abend mit Ma. {im Programm: »Harry Potter«}
GEDACHT No. 1: Es gibt so viele gute Plattformen – ich sollte sie mehr nutzen.
GEDACHT No. 2: »Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.«
GERÜHRT: wie die Kunstwelt auf Trumps Wahlsieg reagiert.
GEWEINT: Um Leonard Cohen und all die Künstler/innen, die unser Leben so bereichert haben.
GEFRAGT: Wie die Welt in 3 Jahren wohl aussieht?
GESTAUNT: über die Bescheidenheit eines großen Meisters
GEFASST: an den Kopf
GEFREUT: über Alus Besuch mit K3
GESCHMUNZELT: über Stephan Porombkas Tweets
GEKLICKT: Bundeszentrale für Politische Bildung

»Gleiches mit Gleichem behandeln.« So lautet nicht nur das Grundprinzip der Homöopathie, sondern auch meines. Wenn sich wieder einmal eine Gemütsverdunkelung anbahnt, hilft vor allem eines: schwarzer Kaffee und noch schwärzerer Schokolade.

Warum nicht diese zwei Stimmungsaufheller in einem Kuchen miteinander vereinen? Das fragte ich mich am Wochenende und startete ein Experiment. Herausgekommen ist der schwärzeste aller Schokoladenkuchen, die ich je gebacken habe. Veredelt mit einer Prise Salz, Vanille und Chili bin ich nun bestens gegen jedes Stimmungstief gewappnet. Braucht ihr auch? Na, dann…

Zutaten für den Teig
• 100 ml Espresso
• 100g Bitterschokolade {mindestens 70%}
• 120g Butter
• 120g Zucker
• 2 Eier
• 50g Kakaopulver
• 150g Mehl
• 1 TL Backpulver
• 1/2 TL Natron
• Prise Salz
• Prise Vanille

Zutaten für die Ganache
• 150 ml Espresso
• 50g Butter
• 100g Bitterschokolade {mindestens 70%}
• Prise Chili
• 5g Meersalz

Für den Teig Schokolade und Butter mit Espresso in einem kleinen Topf schmelzen und leicht abkühlen lassen. Zucker und Eier in einer Schüssel schaumig schlagen. Schokoladen-Espresso-Mischung unterrühren, dann restliche Zutaten dazugeben und alles gut miteinander verrühren. Teig in eine Springform {ø 20 cm} geben und bei 200°C ca. 40 Min. backen.

Für die Ganache Butter und Bitterschokolade mit Espresso in einem kleinen Topf schmelzen. Meersalz und eine Prise Chili dazugeben {je nachdem wie scharf man es mag, kann die Prise größer oder kleiner ausfallen} und stehen lassen. Nachdem der Kuchen fertig und leicht abgekühlt ist, mit Ganache bestreichen.

Guten Appetit!

Fotos: Espresso und Chili via Unsplash, Schokolade via px

Als ich durch diese gottvergessene NPD-plakatierte Plattenbausiedlung ging, … als ich mit Sack und Pack und Kind und Kegel den liftfreien Bahnhof erklomm, … als mir die mütterliche Frustration wie schlechter Atem entgegenschlug, … als ich mit zwei fröhlichen Kindern im weißhäutigen Seniorenbad aufschlug, … als ich über die Transgender-Frau las, die in der CSU Fuß fassen will, … da wusste ich wieder, welch verdammtes Scheissglück ich habe.

In meiner Kindheit herrschte vielleicht die Depression, nie aber Resignation: Man glaubte an das Wunder der Bildung. Treppen sind für mich kein Hindernis, Sprachbarrieren eine Urlaubsbekanntschaft und taube Ohren eine Trotzreaktion. Die Mutterrolle war für mich nie eine Endstation. Meine Haut ist geografisch korrekt pigmentiert. Mit der Weiblichkeit konnt‘ ich mich arrangieren; in meinem Körper ein leidliches Zuhause finden. Ein Glückskind bin ich. Andere nicht. Das ist nicht fair. Drum möcht‘ ich die Schwelle zum Glück bis unter den Meeresspiegel senken – auf dass es alle Leben flute. #barrierefreiesglück

In diesem Sinne: ein glückliches Wochenende und die obligatorische Liste – heute mit einem kräftigen Schuss Moskau {als kleiner Vorgeschmack}.

Moskau auf dem Dach des Royal Raddisson


Das völlig normale Leben, nur anders. So lautet der Claim von Katharinas Blog Sonea Sonnenschein. Anders macht es vor allem Tochter Sonea, die ihre Eltern zur Geburt mit einem zusätzlichen Chromosomenpaar überraschte: Trisomie 21 oder auch Down-Syndrom genannt. Der Schock saß zunächst tief, doch Katharina wäre nicht Katharina – nämlich von Grund auf fröhlich und zuversichtlich – hätte sie ihn nicht rasch überwunden. „Es gibt immer Hürden und Herausforderungen, denen wir uns stellen müssen„, sagt die heute zweifache Mutter und findet meine Frage nach ihren Wünschen am schwierigsten zu beantworten. Denn eigentlich sei sie sozusagen wunschlos glücklich.
Hab vielen Dank, liebe Katharina, für heiteren Antworten, mit denen ich allen einen ebensolchen Start in die neue Woche wünsche.
Auf deinem Blog erfährt man schon einiges über dich und deine Familie. Zum Beispiel dass du schokoladen- und nähsüchtig, stoffverliebt und Inklusionsbefürworterin bist. Was gibt es noch über dich zu sagen?
Mopsvernarrt fehlt noch. Was gibt es über mich zu sagen? Ich bin ein sehr impulsiver und feinfühliger Mensch, der immer irgendwelche Ideen im Kopf hat, die ihn nicht loslassen. Meine Familie ist für mich unverzichtbar und ich bin eher der gemütliche, häusliche Typ.
„Das völlig normale Leben, nur anders“ lautet dein Blog-Claim. Was ist völlig normal an deinem Leben? Und was anders?
Mein Leben und vor allem unser Familienleben ist für mich völlig normal. Sicherlich ist es aufgrund der Behinderung meiner Tochter Sonea vielleicht hier und da ein bisschen anders als das Zusammenleben anderer Familien und für andere auch unvorstellbar, was ja auch die Statistik besagt (98% aller pränatal diagnostizierten Fälle von Down-Syndrom werden abgetrieben).
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Was wünscht du dir noch normaler und was noch anders in deinem/eurem und für dein/euer Leben?
Ich kann gar nicht behaupten, dass ich mir etwas anders wünsche. Es gibt immer Hürden und Herausforderungen, denen wir uns stellen müssen. Vielleicht wären diese anders, wenn wir kein Kind mit Down-Syndrom hätten, aber das Leben wäre deshalb sicherlich nicht einfacher, nur eben möglicherweise anders. Aber es wäre dann eben auch nicht mehr unser Leben.

Was sagt die Inklusionsbefürworterin in dir zum gesellschaftlichen Inklusionsstand? Wie viel gibt´s noch zu tun? Und was bzw. wo sind deiner Meinung nach die größten „Baustellen“?
Der Grundgedanke der Inklusion ist wirklich toll, aber Deutschland steht eben auch noch völlig am Anfang und ist teilweise sogar rückschrittlich, wie sich in den letzten Monaten deutlich gezeigt hat.
Die Inklusion wird oft sehr stiefmütterlich behandelt und abgelehnt, da viele einfach ins kalte Wasser geworfen werden. Es werden mit der Schaffung von Inklusion Gelder und Personal gekürzt, die mit der Inklusion aber trotzdem dringend notwendig sind. Es läuft sicherlich einiges schief und nicht optimal hier in Deutschland, um eine funktionierende Inklusion zu gewährleisten. Allerdings bin ich auch ganz klar der Meinung, dass Inklusion in den Köpfen der Menschen beginnt und mit dem Abbau der Barrieren in den einzelnen Köpfen und der Bereitschaft zu einer funktionierenden Inklusion wächst und dann auch erst funktionieren kann. Ich bin durch und durch Visionär und der festen Überzeugung, dass man mit Willenskraft viel mehr erreichen kann, als mit irgendwelchen finanziellen Mitteln. Sicherlich sind diese auch notwendig, aber ein fester Wille ist der Anfang von vielen großartigen Dingen. Und wenn ich Inklusion ablehne, nützt mir auch sämtliches Geld nicht.
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Welche gesellschaftlichen-politischen Entwicklungen stimmen dich hoffnungsfroh und woran möchtest du zuweilen verzweifeln?
Ich bin sehr froh, dass Sonea heute und nicht vor 30 Jahren geboren wurde. Gerade hat André Frank Zimpel, ein großartiger Professor für Erziehungswissenschaften, ein Buch über eine lang ausgelegte Studie über Menschen mit Down-Syndrom herausgebracht. Einzelheiten zum Buch könnt Ihr hier erfahren. Ich werde aber bald in einem Beitrag noch näher darauf eingehen und auch ein Exemplar von diesem Buch verlosen.
Menschen mit Down-Syndrom haben heute bessere Lebensbedingungen als früher und auch die Fördermöglichkeiten sind sehr viel vielseitiger. Außerdem ist die Akzeptanz deutlich besser als noch vor vielen Jahren. Wir ernten selten komische Blicke. Es gibt sie, ganz klar, aber wir sind nicht die absoluten Außenseiter, sondern haben einen ganz normalen Freundeskreis.
Du hast deinen Blog (wie ich) im Jahr 2009 ins Leben gerufen. Warum (Grund) und wozu (Ziele)? Und was ist aus dem, was du 2009 begonnen hast, heute – also bald sieben (Kinder-)Jahre später – geworden?
Als ich mit dem Bloggen begonnen habe, war es einfach der Impuls über Sonea und unser Leben mit ihr zu schreiben. Es half mir ein bisschen die Diagnose zu verarbeiten, denn am Anfang saß der Schock ziemlich tief und die Traurigkeit war groß. Außerdem wollte ich neben all den negativen Links zum Thema Down-Syndrom ein kleines, positives Gegenstück schaffen und Vorurteile abbauen. Am Anfang war das Blog recht persönlich und aus der Sicht von unserem Sonnenschein Sonea selbst geschrieben. Anfangs habe ich mich gefreut, wenn das Blog 20 Besucher am Tag hatte. Meine Oma in Dänemark genießt es heute noch mit fast 90 Jahren. dem Blog zu folgen und so ein kleines Stückchen an unserem Familienleben teilzuhaben.
Irgendwann kam ich durch Sonea zu meiner Leidenschaft, dem Nähen. Die täglichen Leser wurden nach und nach auch mehr. Mir fiel es zunehmend schwerer aus der Sicht von Sonea zu schreiben, da sie mehr und mehr ihre eigene Persönlichkeit entwickelte – eine starke Persönlichkeit, der ich ungern meine Gedanken und Worte in den Mund legen wollte.
Heute blogge ich aus meiner eigenen Sicht – mal mehr, mal weniger persönlich und trotzdem immer mit Rücksicht auf unsere eigene Privatsphäre und vor allem die der Kinder. Ich zeige meine Kinder im Netz – Sonea, weil ich es wichtig finde ihr ein Gesicht zu geben (Kinder mit Down-Syndrom wurden lange genug in unserer Gesellschaft versteckt) und ihren kleinen Bruder, weil er wirklich zutiefst beleidigt ist, wenn ich ihn nicht ab und an auf dem Blog zeige. Aber bei allem was ich schreibe, spielt vor allem immer wieder mein Bauchgefühl und mein Herz eine große Rolle. Es steckt mittlerweile wirklich sehr viel Herzblut in diesem Blog und das Blog ist fast schon wie ein drittes Kind.

Was hat es mit deiner Blog-Rubrik Mein Leben mit dem Besonderen auf sich?
Das war ein Impuls vor knapp 1 1/2 Jahren. Damals gab es eine Reportage über ein Paar, welches einen Spätabbruch gemacht hat, weil ihr Kind das Down-Syndrom haben sollte. Ich verurteile solche Entscheidungen nicht. Ich selbst war glücklicherweise nie in dieser Lage, einen solchen Entschluss treffen zu müssen, da Sonea ihr Extra gut versteckt hatte und erst nach ihrer Geburt offenbart hat. Aber ich kann mir vorstellen, welcher gesellschaftlicher Druck in einer solchen Situation auf einem lastet. Und wenn man selbst nicht den Kontakt zu Menschen hat, die in irgendeiner Form „besonders“ sind, gibt es eben auch (Berührungs-)Ängste und Vorurteile. Das ist einfach so.
Mit der Rubrik wollte ich vorrangig noch ein Stückchen mehr dazu beitragen Vorurteile abzubauen und vor allem auch zeigen wie normal es ist verschieden zu sein. Und dann auch wie normal und vielseitig „das Besondere“ eben sein kann. Jeder ist in irgendeiner Weise besonders und das ist das, was diese Rubrik eben ausmachen soll. Sie soll bewegen und zum Nachdenken anregen.
Welche Blogs liest du besonders gerne? Und warum?
Es gibt unglaublich viele Blogs, die ich gerne lese und es gibt auch wirklich viele großartige Blogs. Leider fehlt mir oft die Zeit dafür, aber wenn ich es mal schaffe, bin ich jedes Mal total inspiriert und manchmal auch begeistert von der Wortgewandtheit und der Kunst mancher Blogger mit Worten zu spielen. Ich lese unglaublich gerne.
Wenn schon der Wunsch nach „hündischem Familienzuwachs“ vorerst nicht Erfüllung geht, welcher Wunsch wird oder wurde dieses Jahr wahr?
Ich habe gerade ein wunderschönes, verlängertes Wochenende alleine mit meinem Mann in Paris verbracht. Das hat wirklich sehr, sehr gut getan, auch wenn ich die Kinder am Ende doch ganz schrecklich vermisst habe und mich am liebsten zurück nach Hause gebeamt hätte, um schnell wieder dort zu sein. Aber grundsätzlich finde ich diese Frage von allen hier am schwersten, denn wirklich große Wünsche habe ich nicht. Ich habe eine Familie, die mich sehr glücklich macht, einen Job, der mich erfüllt und mir riesig Spaß macht und nun fehlt eben nur noch der Mops. Und ein klitzekleines Vermögen vielleicht, damit ich unsere Wohnung nach meinen Wünschen renovieren kann… haha!
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Manchmal hilft es nur noch, mich in schönen Dingen zu verlieren. Um nicht verrückt zu werden an Welt – oder besser: mit der Welt. Hier ein paar Dinge, die ich mag. 
Ein Teppich namens Desert, weil weite, warme Wüstenfarben in diesen grauen Wochen zwischen Winter und Frühling, für die man eine eigene Jahreszeit erfinden müsste, bisweilen so unerträglich sind. Dazu passt die sonnenblumengelbe Decke und der südafrikanische Halb-Sonnenring.
Das Sweatshirt würde mich sicher gut durch diese namenlose Jahreszeit bringen, wäre es verfügbar und dann noch in meiner Größe. Alternativ ließe ich mich auch von dieser grünen Strickjacke durch das nassglänzende Grau begleiten, bis die Temperaturen es gestatten, in diesen wunderbaren Play Suit zu steigen – und diese schlichten, flachen Schuhen
Bis dahin behelfe ich mir mit meinen liebsten Blumen. Allein der Klang ihres Namen entzückt: Ranunkeln
Nina, auch bekannt als Frl. Text und für erlesene Rezepte, hat sich vor gut drei Jahren einen Traum erfüllt. Im November 2012 öffnete zierrat und gold seine güldenen Pforten. Seither findet man in dem Online-Konzeptladen schöne und schönste Dinge aus dem Leben und der Küche: ausgesuchte Vintage-Stücke, Porzellan und Papier, Schmuck, Stoff und vieles mehr.
Für den M i MA-Adventskalender hat sie ein Zitat von Christine Nöstlinger für euch und spendiert 25 Euro für den (nächsten) Einkauf im virtuellen Schauraum. Zum Fest. Danach. Wann Ihr wollt.
Glück ist was für Augenblicke.
Christine Nöstlinger
In diesem Sinne: Bleibt froh. Werdet froh.
Lasst es leuchten + eine schöne Weihnacht(szeit)!
Wer bis zum 22. Dezember 0.00 Uhr eine Botschaft an die Adventsfee hinterlässt, findet vielleicht schon bald ein kleines Glück in Ninas Kauf- und Ideenraum. Die Adventsfee hat orakelt: Der Gutschein geht an Netti. Viel Freude damit!
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„Mama, wie schön!“, sagt mein Sohn, als der Weg sich öffnet und den Blick auf den Turm freigibt. Der historische Wasserturm auf dem Nesselberg in Waren an der Müritz ist für uns eine Entdeckung. In diesem Herbst habe ich das wunderbare Glück, hier mit Indre und unseren drei Kindern ein paar Tage zu verbringen. Den Turm umgibt ein kleiner lichter Wald aus nun gelbbunten Herbstbäumen, der Blick geht hinauf zu unserem Ziel, die beiden obersten Stockwerke, und in Gedanken wiederhole ich den Ausruf meines Sohnes, als wir dem Turm unters Dach gestiegen sind und die Wohnung „Pankow“ sehen.

Während ich aus manch einer Ferienwohnung fliehe ob der Einrichtung oder Enge, habe ich hier umso mehr Lust, gemeinsam den Tag beginnen und ausklingen zu lassen. Auf zwei Stockwerken laden viele Verweilplätze zum Lesen, zum Schauen und zum Ausruhen ein. Ich trete auf den umlaufenden Balkon, lasse meinen Blick über die Baumwipfel schweifen und freue mich auf ein paar Tage im herbstlichen Waren.

 

Am nächsten Morgen erwache ich in unserem runden Schlafzimmer und sehe die Müritz durch die Bäume glitzern. Die gedämpften Geräusche meiner Mitreisenden verlieren sich in der weiträumigen Maisonnettewohnung. Nach einem gemütlichen Frühstück erkunden wir die Gegend auf einem kleinen Ausflugsschiff der Blau-Weißen Flotte. Als wir in den Reeckkanal einfahren, entdecke ich einen Eisvogel. Kaum sichtbar sitzt er auf einem Baumstamm; sein farbiges Gefieder hat ihn verraten. Vorbei an herbstbunt gesäumten Ufern, hier und da eine versteckte Villa hinter den Bäumen, fahren wir zum Kölpin- und weiter zum Fleesensee. Die kurzen Ortsbeschreibungen des Kapitäns lassen uns genug Zeit zum Träumen.

 

Mit einem Tee und einem Glas Wein genießen wir später in „unserem“ Turm den Abendhimmel über der Müritz. An den Fenstern sammeln sich Marienkäfer und kündigen den Abschied vom noch warmen Herbst an. Die Kinder „retten“ die Krabbeltiere mit großem Eifer und bringen fast sommerliche Geschäftigkeit in die runden Räume. Über uns trommeln die Dohlen, die unterm Dach zu Hause sind.
Das trübe Wetter am nächsten Tag kann uns nicht schrecken: Wir leihen Fahrräder am Fuß des Nesselbergs und fahren von dort in den Müritz-Nationalpark. Der Weg führt uns am Ufer der Müritz durch lichte Wälder, immer wieder halten wir an und freuen uns am Farbenspiel der Bäume. Kleine Schilder am Wegesrand weisen auf Beobachtungsstände am Ufer hin, von denen aus sich heimische Vögel wie See- und Fischadler beobachten lassen. Nach zwei Stunden erreichen wir den Müritzhof, der vom Lebenshilfewerk Waren bewirtschaftet wird und nur ohne Auto zu erreichen ist. Im Hofgarten begrüßt uns ein alter Quittenbaum, beladen mit vielen dicken, gelben Früchten. In der hofeigenen Schänke werden regionale Gerichte sowie frisches Brot und selbstgebackener Kuchen angeboten. Die Kinder erkunden sofort das weitläufige Gelände und besuchen die Gotlandschafe, Fjällrinder und Shetlandponys auf den Weiden rund um den Hof.

 

Auf dem Rückweg machen wir einen Abstecher in die Fontanestraße und bestaunen alte Villen und skurrile Eigenheime. In der Therme des Kurzentrums unterhalb unseres Turms lassen wir den Abend entspannt ausklingen. Wasserturmgäste können sie exklusiv nutzen, wenn sie sich eine Anwendung gönnen.

Am dritten Tag steigen wir der kleinen Stadt auf das Dach. Vom Kirchturm der St.-Marien-Kirche blicken wir in alle vier Himmelsrichtungen und suchen uns unser nächstes Ziel aus: der japanische Zen-Steingarten im Schaugarten am Tiefwarensee. Kanji Nomura ordnete kleine und große Steine der Region zu einem vieldeutigen Zengarten an. Der Betrachter sieht den Kranich als Vogel der Region, vielleicht aber auch eine Insel, zu der alle streben. Leider waren wir zu früh für einen Besuch im Café des Hotels Am Tiefwarensee. Dort gibt es am Nachmittag selbstgebackenen Kuchen und am Abend eine kleine Auswahl an Speisen der mecklenburgischen Küche. Also schlendern wir zurück zum Hafen und essen zum Mittag Fischbrötchen auf dem Räucherkahn.

 

 

Ich hatte in diesen Tagen das Gefühl, der Natur und dem Herbst sehr nahe zu sein. Das nächste Mal möchte ich gern den Frühling hier entdecken, dem Zug der Kraniche zurück an die Müritz zusehen und vielleicht nur mit einer Freundin in einer der anderen drei Wohnungen im Wasserturm übernachten. Dieses Mal sind wir lieber auf eigene Faust Rad gefahren, das nächste Mal aber mache ich sicher die fünfstündige Nationalpark-Radtour mit Führung. Auch die MüritzTherme in Röbel und das Naturerlebniszentrum Müritzeum heben wir uns auf, denn wir kommen sicher wieder in den Wasserturm zurück.
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Heide Waechter-Akkus ist selbstständige Lektorin und Texterin {www.textwaechter.de} und lebt mit ihrer Familie in Berlin.
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Von einer die auszog, der ersten Liebe eine zweite Chance zu geben. So könnte man sie charakterisieren, die Frau hinter nikkioutwest. Als die Kunsttherapeutin aus Bayern und der Mann aus Washington sich nach vielen Jahres zufällig wieder begegneten, nahmen sie das Schicksal beim Wort und sich bei der Hand. Seither pendeln sie zwischen zwei Kontinenten und planen Schritt für Schritt ein gemeinsames Zuhause. Nicht hier im beschaulichen Bayern. Sondern im wilden Westen, genauer gesagt in Virginia mit seinen heißen Sommern, seinem üppigen Grün und seiner schmerzhaften Widersprüchlichkeit.

Was für eine Geschichte, dachte ich und wollte mehr wissen von der Frau, die ihre Hände in Mehl versenkt, um zur Ruhe zurück zu finden. In unserem Montagsgespräch erzählt Nicola von den Herausforderungen und Chancen einer interkontinentalen Liebesbeziehung, von kreativen Quellen und guten Orten im fernen Amerika. 

Hab vielen lieben Dank für das schöne Gespräch, Nicola, mit dem ich allen einen guten Start in die erste Septemberwoche wünsche.    
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Wer steckt hinter „nikkioutwest“? Und wie kam es zu dem (Blog-)Namen?
Hinter nikkioutwest steckt Nicola, Kunsttherapeutin, Mutter von Zweien, die immer unabhängiger werden, beheimatet in München und im Herzen seit jungen Jahren mit Virginia verbunden.
nikkioutwest ist Journal meiner Herzens(aus)wanderung von den bayerischen Voralpen in die grünen Hügel Virginias.
Wo, wie und warum lebst du im „wilden Westen“?
Einst, in ganz jungen Jahren, traf ich in Washington D.C., in einer für die amerikanische Hauptstadt so typischen, feucht-heißen Augustsommernacht einen gebürtigen Washingtonian mit goldbraunen Augen und grübchengesprenkeltem Lächeln. Die sanften Wogen unserer jungen Leben ließen uns ein wenig umeinander kreiseln, bevor sie uns wieder in unterschiedliche Richtungen auseinander spülten. Heute, fast zwei Dekaden und jeweils ein halbes, erwachsenes Leben später, wurde uns eine zweite Chance gegeben oder vielmehr, wir haben sie ergriffen. Derzeit leben wir noch auf verschiedenen Kontinenten, denn zwei Leben mit all ihrem Gepäck zu vereinen braucht Zeit und dazu Mut, Kraft, Ausdauer und vor allem Zuversicht und Vertrauen in die gemeinsame Vision. Unsere Familienzeit verbringen wir in der näheren Umgebung von Washington, in Virginia, denn hier soll zukünftig unser Zuhause sein.
Wie unterscheidet sich der „wilde Westen“ von deiner „alten Heimat“?
Die Unterschiede sind mannigfaltig und die Gespräche darüber am Familientisch ebenso lebhaft, denn wir sind sozusagen der lebende Unterschied. Wir alle haben gelernt, dass uns nur ein gewisses Maß an Toleranz und Akzeptanz der jeweiligen Andersartigkeit weiterbringen. Das Schöne am Unterschied ist, dass er neben dem kritischen Nachdenken über das Andere auch das Eigene zu überdenken hilft.
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Du betreibst dein Blog seit 2010. Wie kam es dazu und wie hat es sich verändert in diesen fünf Jahren?
Begonnen habe ich 2010 mit „nikkibag“, der Blog entstand gemeinsam mit einem Lable für handgemachte Taschen aus Stoff und Plane. Während das Leben ein paar scharfe Kurven nahm, mussten die Taschen zurückbleiben. Der Blog stattdessen bekam einen neuen Namen und wurde zum „Reisetagebuch“.
Woher nimmst du deine kreativen Ideen? 
Wenn ich meinen Kopf und mein Herz hoch in die Wolken fliegen lassen kann, dann kommen die Ideen ganz von selbst. Die Menschen in meiner Umgebung inspirieren mich, das Glück und die Liebe, die ich in meinen Beziehungen finde, machen meinen Kopf und mein Herz frei, um sich in die „kreativen Lüfte“ zu schwingen. 
Natürlichen finde ich auch viele Anregungen in virtuellen Raum, ich folge regelmäßig mehreren Blogs, Inspirationsquellen sind auch einschlägige soziale Medien wie Instagram, Pinterest oder Steller und besonders meine Arbeit als Kunsttherapeutin.
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Was braucht es deines Erachtens vor allem, um kreativ zu sein? Und unter welchen Umständen kannst du nicht kreativ sein?
Als Kunsttherapeutin bin ich schon aus beruflichen Gründen überzeugt von der heilenden, entlastenden und resourcenförderden Kraft des kreativen Gestaltens, denn das Leben an sich ist eine kreative Angelegenheit. Es gibt schon allein deshalb keinen Grund nicht kreativ zu sein.
Für mich selbst habe ich herausgefunden, dass ich in Momenten der Anspannung oder an stressigen Tagen meine Hände am besten in Mehl versenke, um Ruhe zu finden, dass mich ein meditatives Häkelmuster entspannt, wenn die Gedanken kreiseln und dass mich ein etwas komplizierteres Nähprojekt vom Alltag ablenkt und mir in Phasen der Unklarheit Zufriedenheit und Selbstachtung verschafft.

Zum Schluss: Sollte ich es doch noch einmal schaffen, den Ozean zu überqueren und den „wilden Westen“ zu besuchen – wo sollte ich unbedingt hin?
Natürlich bin ich bei dieser Frage total voreingenommen und schlage dir vor, deine Reise unbedingt in Washington und hier besonders in Virginia zu beginnen. Von der Atlantikküste über die Tidewater Region bis hin zu den blauen Hügeln der Shenandoah Mountains wirst du in diesem Bundesstaat zur Geschichte der Vereinigten Staaten von den ersten Kolonien, über Revolution und Unabhängigkeit bis zum Bürgerkrieg und der neueren Geschichte so viele interessante Orte und Historie finden wie sonst nirgends in den U.S.A. 
In Virginia beginnt außerdem der Süden mit den heißen Sommern, der gemächlichen Lebensart reich an Tradition, dem üppigen Grün, den unglaublich feinen Speisen und besonders auch der Süden mit all seiner grausamen Widersprüchlichkeit.
Zudem steht in Virginia ein Haus das Gäste aus der „alten Heimat“ stets willkommen heißt.
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M i MA bei goldpapertalks mit vanilla talks und vanillekipferln

Heute findet ihr mich bei Goldpapertalk, denn ich bin Teil von Marleens so überraschend wie wohltuend anderem Adventskalender. Inspiriert von Leo Lionnis Frederick hat sie 20 Wörter und Farben gesammelt und 20 Bloggerinnen eingeladen, diese in einen Adventsbeitrag für Goldpapertalk zu verwandeln, um Kraft und Energie für den Winter zu schenken. Mein Farbwort lautet Vanilla Talk. Und es hat – wie die Madeleine bei Marcel Proust – ein Kindheitserlebnis wachgerufen – mit all seinen Bildern, Klängen, Geschmäckern und Gerüchen.

Oh, wie das wohltat, wenn das mürbe, zarte Gebäck auf der Zunge zerfiel… Dieses Vergnügen konnte mich so gefangen nehmen, dass ich alles um mich herum vergaß. … ihre Worte knüpften den Klangteppich auf dem ich mich im zarten Vanillerausch verlor bis jemand meinen Namen rief und mich zurückholte an den adventlich gedeckten Kaffeetisch.

Welches Gebäck mich als kleines Mädchen entführte und wie es gemacht wird, das erfahrt ihr bei Marleen. Und damit wünsche ich euch einen schönen Freitag und einen guten Start ins letzte Adventswochenende.
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M i MA bei goldpapertalks mit vanilla talks und vanillekipferln und zutaten für ein gelungenes weihnachten