Tag

Advent


»I was born in Chicago on December 30, 1946, within the vortex of a huge snowstorm. {…} Seventy years of moments, seventy years of being human.« Patti Smith


Ein kurzer Rückblick auf eine Woche zwischen Weihnachtslaune und Weltuntergangsstimmung.

GEHÖRT: Kosmopolitismus und Menschenrechte
GELESEN: »Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten«
GEDACHT: Es gibt doch viele gute Initiativen gegen Hass und Hetze, z.B. Schmalbart oder Offene Gesellschaft
GEMACHT: über die betrieblichen Chancen der Berufsanerkennung diskutiert
GEFREUT: auf Mareices Lesung im Lichthaus Weimar
GESCHAUDERT: angesichts des Denkens der Neuen Rechten und der Infragestellung der Menschenwürde
GEWEINT: um all die Menschen und die Menschlichkeit, die in Aleppo sterben
GESUCHT: Handlungsmöglichkeiten
GEFUNDEN: 5 Dinge, die wir jetzt für Aleppo machen können
GERÜHRT: von Patti Smiths Text über ihr »Scheitern«
GEWÜNSCHT: dass sich Hiob 2017 frei nimmt

Trotzdem oder gerade deshalb wünsche ich ein gutes 3. – meine Güte, ist ja schon das 4. Adventswochenende.

Manchmal fehlen mir die Worte. Dann wünscht‘ ich einmal mehr, ich hätte andere »Sprachen« zur Verfügung: den Körper, das Bild oder den Klang. Doch jenseits des Worts sind die Grenzen meiner Welt noch enger gesteckt.

Also schweige ich, wovon ich nicht sprechen kann – und lasse andere reden.

GESEHEN: »Underneath« von Ravid Abarbanel {wenn Angst und Wut sich in Kunst verwandeln}
GEHÖRT: Nico Semsrott über »humanistischen Kapitalismus« und rechte Logik {wirklich gut.}
GELESEN: Hassergüsse… {Die kleine I., möchte bitte sofort von der Zivilisation eingeholt werden!}
GEDACHT: … und es gibt sie doch, die gute Seite des Netzes {zum Hintergrund}
GEMACHT: einen magischen Moment festgehalten
GEFREUT: dass mein Blog mit Mareices Kopf korreliert und mein »Haltungstext« Monatsimpuls wurde
GESUCHT: Zerstreuung
GEFUNDEN: Paula
GESTUTZT: dass ich beinah dem »magischen Digitalismus« erlegen wäre…
GENUTZT: die Angst
GESCHMUNZELT: über die Fotos eines 2jährigen {öfter mal die Perspektive wechseln}
GERÜHRT: über den Zuspruch zu meiner Nikolaus-Aktion
GEWÜNSCHT: dass Adornos Untersuchung zum »autoritären Charakter« nicht wieder aktuell würde.
GEKLICKT: Wir sind noch hier

Foto von Dmytro Yakymuk. M i MA Nikolaus Spendenaktion

{Verlosung/Werbung/Spendenaktion} Heute ist Nikolaustag, und ich gestehe, dass ich selbst noch einmal nachsehen musste, wem genau wir da eigentlich alljährlich am 6. Dezember gedenken – und warum. Also: Der gute Mann, wäretdem die Kinder wenigstens einmal im Jahr ihre Stiefel blitzblank putzen, lebte im 4. Jahrhundert nach Christus und war als Bischof in Myra tätig, einer antiken Stadt in der heute türischen Provinz Antalya. Es heißt, er sei ein guter Mensch gewesen, der sich unermüdlich und uneigennützig für hilfebedürftige Menschen eingesetzt habe. Aus reichem Elternhause stammend, nutzte er sein Vermögen, um Waisen-, Armen- und »Seniorenhäuser« für Seeleute a.D. zu errichten. Außerdem rettete er, so die Legende, die Stadtbewohner/innen vor einer Hungersnot und die Kinder von Myra vor Seeräubern. Bis in die Jetztzeit wird Nikolaus darum als Schutzpatron der Kinder, Seeleute und Bäcker/innen verehrt.

Und der »Stiefel«? Nun, der rührt nach Meinung von Brauchtumsforscher/innen von der Kinderrettung her: Die Seeräuber wollten sie als »Pfand« nehmen, weil die Stadt das geforderte Lösegeld für die gekaperten Getreideschiffe nicht aufbringen konnte. Der gute Nikolaus verhinderte dies, indem er die Schiffe gegen den Kirchenschatz zurückkaufte. Daraus sei, so die Expert/innen, zunächst der Brauch des »Schiffchensetzens« entstanden: Am 5. Dezember stellten die Kinder früher ein selbstgebasteltes Schiffchen vor die Zimmertür. Erst später wurde ein »Schuh« daraus – und einer steht jetzt hier.

Rote Nikolaus-Boote

Mit Unterstützung von neun Unternehmen ist es mir dieses Jahr gelungen, einen ziemlich großen Nikolaus-Stiefel mit allerlei feinen, guten und schönen Dingen für euch zu füllen {siehe unten}. Mein Honorar für diese Aktion möchte ich – ganz im Sinne Nikolaus – für einen guten Zweck einsetzen. Darum:

Lasst mich bis zum 13. Dezember um Mitternacht wissen, welches Projekt oder welche Organisation ihr unbedingt förderwürdig findet. Die Entscheidung, wem oder was das Geld zugute kommt, fällt mit der Auslosung der/des Stiefel-Gewinner/in.

Ich freue mich auf viele gute Spendenvorschläge und wünsche viel Glück! danke euch für die vielen Spendenvorschläge! Der Nikolaus-Stiefel geht an Miriam {Nr. 11} und die Spende damit an die Heilsarmee, die Obdachlose mit Zuflucht und Notbetten, Suppen und warmen Getränken unterstützt.

Liebe Miriam, vielen Dank und herzlichen Glückwunsch. Bitte teile mir via Mail deine Adresse mit.


Kaeseplatte von Bries et ses amis

BRIE ET SES AMIS ist einer Berliner Startup mit französischen Wurzeln: Seit 1921 handelt der Familienbetrieb aus Chartres mit Käse, von dem wir hierzulande noch nie gehört, geschweige denn gekostet haben. Das wollte Gründerin Paula Kirchenbauer ändern. Während Eltern und Geschwister die 200 Sorten umfassende Käsevielfalt auf französischen Wochenmärkten feilbieten, vertreibt die »Fromagers-Affineur« das Sortiment online. In den Nikolaus-Stiefel haben die »Brie-Freund/innen« einen 50€-Gutschein für eine Käseplatte nach eigener Wahl gesteckt.


Löwenbrot von Brotliebling

Das Brot zum Käse kommt von Brotliebling: Das Unternehmen mit Sitz im Berlin-Wedding will die Welt fürs Selberbacken begeistern und sendet darum seit 2012 Back-Sets quer durch die Republik. Darin enthalten: abgewogene Zutaten in Bioqualität samt Backanleitung und Backpapier. Für den Nikolaus-Stiefel haben die Brotliebhaber ihr Lieblingsbrot das Löwenbrot ausgewählt: ein Vollkornbrot aus Weizen- und Dinkelmehl mit Mandeln und wilden Hanfsamen.


Drinksyndikat Gin und Tea CocktalDetox-Tee von Tree of Tea

Die Getränke stellen der Berliner Cocktailversandhandel »Drink-Syndikat« und der Passauer Bio-Teehandel »Tree of Tea«, die für die jüngsten Cocktailrezepturen gemeinsame Sache gemacht haben. Das Ergebnis dieser Kooperation hat das »Drink-Syndikat« in den Stiefel gelegt: ein Cocktail-Set mit Zutaten und Rezepten für die sechs Gin- und Tee-Cocktails. Die Tee-Experten haben ihr großes Detox-Wohlfühlset dazu gelegt – für den inneren Reinigungsprozess.


Brettchen mit Messer von Heute ist Morgen

Die »Infrastruktur« fürs gelungene Mahl stammt von »Heute ist Morgen«, einer jungen Online-Plattform für nachhaltiges Design: Ein Käsemesser aus Bambus und japanischen Stahl, ein Bambus-Schneidebrett und 2 Beton-Eierbecher haben die beiden Gründer Tim-Robert Meyer und Philipp York Martin zum Stiefelglück beigesteuert.


archiv/e magazin 01 und 02

Anselm und Lina vom Berliner Indie-Magazin »archiv/e« ergänzen das kulinarische Vergnügen um den Lesegenuss: In den Stiefel haben sie dafür je eine Ausgabe ihres Magazins Nr. 01 und 02 gesteckt.

Birdy von das-rote-paketbilderleiste Kleinwaren / von Laufenberg


Die weihnachtliche Gemütlichkeit unterstützen der Leipziger Online-Shop für junges Design »Das Rote Paket« und das Düsseldorfer Grafikstudio »Kleinwaren / von Laufenberg«: »Das Rote Paket« hat BIRDY, den wollenden Vogel, Vera von Laufenberg eine magnetische Bilderleiste in den Stiefel gesteckt.


WSAKE Lettered PendantAn den übervollen Stiefel hat das Regensburger Vater-Tochter-Unternehmen WSAKE eines ihrer »Lettered Pendants« gebunden. Welches »Zauberwort« darauf stehen soll, das darf die/der Gewinner/in bestimmen.


Bildnachweise: Nikolausstiefel (c) Melanie Mauer | Weihnachtsgeäst von Dmytro Yakymuk | Boote (c) Jacob Sapp | alle anderen Bilder stammen jeweils vom Unternehmen

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Alle Jahre wieder im November tauchen sie auf – die zwei großen Fragen:

1.) Was für einen Adventskalender mache ich dieses Jahr?
2.) Und womit fülle ich ihn?

In den vergangenen Jahren habe ich diverse Antworten gefunden: 1234, 5, 6 und 7. Nur dieses Jahr will mir einfach nichts in den Sinn kommen und noch bin ich nicht bereit, einen »Fertigkalender« zu kaufen. Darum: Habt ihr vielleicht eine schöne DIY-Idee für mich?

Jeden Tag ein Türchen. 24 25 Tage lang. Und hinter jedem Türchen eine kleine Freude. Das war die Idee – und sie ist aufgegangen. Dafür möchte ich mich bedanken: 

Es war eine Freude. 1.000 Dank dafür! 
Was mich neben dem Adventskalender im Dezember bewegt und beschäftigt hat? Nun, unter anderem dies: 
Hä? Ein 25. Türchen? Wieso das denn? Nun, zum einen weil eigentlich jeder Tag eine kleine Überraschung parat halten sollte. Oder? Zum anderen aber weil ein guter alter Freund von mir noch ein Geschenk hat, das – wie ich finde – den Bruch mit den adventlichen Regeln unbedingt erlaubt. Ulrich Christen, seines Zeichens Heilpraktiker und Sehlehrer, verschenkt nämlich einen ‚Lehrgang im Sehen‘ – und was könnte ein besserer Vorsatz für das kommende Jahr sein als mit offenen Augen und wachem Blick durch die Welt zu gehen?
In Ulrich Christens Augenschule könnt ihr lernen, eure Augen gesund und entspannt zu nutzen und euren Sehsinn zu pflegen. Ihr lernt, Ausgleich für einseitige Belastungen zu schaffen und unabhängiger von Sehhilfen zu werden. Und ihr könnt erfahren, dass ihr mehr seht, als ihr denkt. All dies geschieht mit Hilfe einfacher Sehübungen und -spiele, in denen alle Aspekte des Sehvorgangs – anatomische und geistige – bewusst erfahren und entwickelt werden.
Wenn ihr Lust habt, das Sehen noch einmal neu zu erlernen, hinterlasst bis zum 28. Dezember Mitternacht eine Nachricht an die Adventsfee. Sie wird – trotz Überstunden und Mehrarbeit – wie gewohnt mit Unterstützung des Zufalls die/den Teilnehmer/in für den Basiskurs „Die äußere Sehkraft stärken, die innere Sehkraft entfalten“ identifizieren. Die Adventsfee und ihr Begleiter haben die/den Beschenkte/n gefunden: Es ist ui. Viel Vergnügen beim Sehenlernen.
Weitere Informationen und Termine zur Augenschule findet ihr unter www.augenschule.berlin.

Fotos: Ieva Jansone | aus der Serie „unseen things“

{Kooperation} MÜLLERNKONTOR habe ich im September 2014 während meines „Heimaturlaubs“ im schönsten Dorf der Südheide entdeckt: in Müden an der Örtze. Dort liegt der Müllernhof. Auf dieses großzügige Anwesen – das seines Zeichens das dorfälteste ist – sind Lüder Springhorn und Maren Schmitz im Dezember letzten Jahres mit ihrem Label für Möbel und Wohnaccessoires gezogen. 
Auf dem großen Hof inmitten der eigenwillig schönen Heidelandschaft findet das Designerduo den Platz und die frische Luft, aus denen neue Ideen und Konzepte erwachsen. Dabei verbinden der gelernte Metallbaumeister und die einstige Tischlerin neue Fertigungstechniken mit traditionellem Handwerk. Produziert werden ihre Entwürfe in sozialen Werkstätten und regionalen Handwerksbetrieben. So entstehen faire Produkte aus der Region.
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Hinter das Heilig-Abend-Türchen haben Maren und Lüder ein ganz wundervolles Produkt für euch gelegt: eine rote Alma
Die Lampe wurde (ebenso wie der Deckenbaldachin) in einer regionalen Integrationswerkstatt aus Gießton gefertigt und mit einem flammenden Rot glasiert. 
Eckdaten
  • Material: glasiertes Steingut (Keramik)
  • Zubehör: 3m Textilkabel, hochwertiges Halogenleuchtmittel, Deckenbaldachin aus Keramik passend zum Lampenschirm
  • Sockel: E14
  • Maximale Leistung: 20 Watt
  • Farbe: flammrot
  • Maße: BxHxT 130x110x65mm
  • Preis: 195€ 
Wenn euch Alma so gut gefällt wie mir, hinterlasst bis zum 27. Dezember um Mitternacht eine Nachricht. Die Adventsfee wird dann ein letztes Mal die/den Beschenkten mithilfe des Zufalls identifizieren. Frohe Weihnachten! Die Adventsfee und Herr Zufall haben die Beschenkte identifiziert: Es ist linotte. Viel Freude damit!
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{Kooperation} Morgen ist Heiligabend und die letzten Geschenke müssen noch gepackt, der Baum aufgestellt, der Weihnachtsbraten gespickt und die letzten Zutaten besorgt werden. Da kann die Frage „Was essen wir eigentlich heute Abend?“ das Fass schnell zum Überlaufen bringen. 
Nicht nur muss man die Zutaten im übervollen Vorweihnachtssupermarkt besorgen, man muss sie auch kennen und finden. Damit all das nicht zu schlechter Stimmung führt, wurde vergangenes Jahr Home eat Home ins Leben gerufen. Der Berliner Kochservice bietet pro Woche bis zu drei Abendgerichte zur Auswahl. Die Zutaten können frisch verpackt in der nächst gelegenen Packstation abgeholt und zuhause in aller Ruhe zubereitet werden.  
Hinter das heutige Türchen hat das junge Start-up einen Gutschein in Höhe von 60 Euro für euch gelegt. Wenn ihr den Service gerne ausprobieren möchtet, hinterlasst bis zum 25. Dezember um 0.00 Uhr eine Nachricht.  Ausprobieren darf Luisa-Schlabitz. Viel Spaß!
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Sie liebt es, sich von Dingen verzaubern zu lassen und nennt sich selbst eine Sachenmacherin und einen Fühlmensch. Die Rede ist von Simone Cornel. Vor gut drei Jahren kam – „wie von selbst“ – ihr kleiner Laden“ raumundlicht in die Welt. Begonnen hatte alles mit einem Stand auf einem Weihnachtsmarkt im Jahr 2011. So erzählte sie mir im Februar 2013.
Hinter das Türchen No. 22 hat Simone zwei ihrer wundervollen Girlanden gelegt: die silberfarbenen und die goldenen. Auch sie sind ein Kind des Zufalls: „Es ist schon inzwischen ein paar Jahre her“, erzählt sie. „Ich malte Kreise, einfach so, und fügte sie reihend an einander… Im einem Vorratsglas hatte ich noch alte Wäscheklammern. Ich wickelte die Kreise darauf. So entstand meine erste KreiseGirlande. Irgendwann, ein bisschen später, kamen die Sternchen hinzu.“ 
Ob am Weihnachtsbaum, auf dem Weihnachtstisch oder ganz weihnachtsunabhängig über Kinderbett, am Spiegel, im Fenster – die zarten Girlanden verzaubern jede Situation. Wenn ihr euch über die Zwei freuen würdet, hinterlasst bis heute Mitternacht* eine {mit Email-Adresse}.  Die Beschenkte ist Frauke. Viel Freude damit!
*Ausnahmsweise verkürze ich die Teilnahmedauer, damit die Girlanden noch pünktlich zum Weihnachtsfest ankommen können.
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Im Lateinischen wird die Familie der gemeinen Schnaken Tipulidae genannt. Umgangssprachlich heißen sie auch Schneider – wie die beiden Schwestern Maren und Hella. Was also lag näher als ihr Designlabel nach dem langbeinigen Insekt zu nennen? tiipula heißt es leicht abgewandelt und ist genauso ungewöhnlich wie ihre Kleider und Drucke.

Im Februar 2014 habe ich die beiden Grafikerinnen mit einer eigenwilligen Liebe zu Autos und ungewöhnlicher Musik schon einmal interviewt. Ein heiter bis glückliches Gespräch.
Für meinen ersten Adventskalender haben die Beiden die zwei Drucke Dachs & Vogelschwarm für euch ausgewählt.
Eckdaten
  • Papier: strukturiertes, naturweißes und säurefreies FineArt Papier 210 g/qm {»produced with green power« zertifiziert}
  • Größe: 29,7cm x 42cm (DIN A3) | der Druckbereich ca. DIN A4
Hinterlasst bis zum 24. Dezember 0.00 Uhr eine Nachricht. Vielleicht sind sie schon bald euer.  Die Adventsfee hat gesprochen: Die Prints sind Ulrich Leons.
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