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Fundstücke

Eine Woche wie ein gepresste Zitrone. Darum heute nur 10 und eilige, aber herzliche Grüße zum Wochenende.

eine gepresste Zitrone fotografiert von Lando Jansone

PS: Die nächste Woche startet mit einem weinseligen Blick nach Ungarn und Mittwoch lässt Hazel Rosenstrauchs ihre Gedanken um die Frage nach dem »richtigen« Engagement in »falschen« Zeiten kreisen.

  1. GESEHEN: AX.APE {ein außergewöhnlicher Experimental-Kurzfilm}
  2. GEHÖRT: Armin Nassehi über den strategischen Vorteil der Lügner
  3. GELESEN: über Twitteratur
  4. GESUCHT: nach einem Teppich {die von Sukhi sind nicht nur schön, sondern auch gut}
  5. GEFUNDEN: das »Wort des Jahres« seit 1971 {Gesellschaftsanalyse in noch weniger als 140 Zeichen}
  6. GEMOCHT: »bike« von Christoph Niemann
  7. GEMACHT: Ma. vom Karate abgeholt und gewünscht, dass die Regeln für alle immer überall gelten würden.
  8. GEDACHT: Ich fass es nicht: Das Risiko einer Vergewaltigung ist für Frauen höher als die Gefahr einer Krebserkrankung, eines Autounfalls, eines Krieges oder einer Malaria-Ansteckung zusammen.
  9. GESPANNT: auf die documenta 14
  10. GEKLICKT: eine Portion tägliche Kunst

Fotos: Lando Jansone

Foto von Dmytro Yakymuk. M i MA Nikolaus Spendenaktion

{Verlosung/Werbung/Spendenaktion} Heute ist Nikolaustag, und ich gestehe, dass ich selbst noch einmal nachsehen musste, wem genau wir da eigentlich alljährlich am 6. Dezember gedenken – und warum. Also: Der gute Mann, wäretdem die Kinder wenigstens einmal im Jahr ihre Stiefel blitzblank putzen, lebte im 4. Jahrhundert nach Christus und war als Bischof in Myra tätig, einer antiken Stadt in der heute türischen Provinz Antalya. Es heißt, er sei ein guter Mensch gewesen, der sich unermüdlich und uneigennützig für hilfebedürftige Menschen eingesetzt habe. Aus reichem Elternhause stammend, nutzte er sein Vermögen, um Waisen-, Armen- und »Seniorenhäuser« für Seeleute a.D. zu errichten. Außerdem rettete er, so die Legende, die Stadtbewohner/innen vor einer Hungersnot und die Kinder von Myra vor Seeräubern. Bis in die Jetztzeit wird Nikolaus darum als Schutzpatron der Kinder, Seeleute und Bäcker/innen verehrt.

Und der »Stiefel«? Nun, der rührt nach Meinung von Brauchtumsforscher/innen von der Kinderrettung her: Die Seeräuber wollten sie als »Pfand« nehmen, weil die Stadt das geforderte Lösegeld für die gekaperten Getreideschiffe nicht aufbringen konnte. Der gute Nikolaus verhinderte dies, indem er die Schiffe gegen den Kirchenschatz zurückkaufte. Daraus sei, so die Expert/innen, zunächst der Brauch des »Schiffchensetzens« entstanden: Am 5. Dezember stellten die Kinder früher ein selbstgebasteltes Schiffchen vor die Zimmertür. Erst später wurde ein »Schuh« daraus – und einer steht jetzt hier.

Rote Nikolaus-Boote

Mit Unterstützung von neun Unternehmen ist es mir dieses Jahr gelungen, einen ziemlich großen Nikolaus-Stiefel mit allerlei feinen, guten und schönen Dingen für euch zu füllen {siehe unten}. Mein Honorar für diese Aktion möchte ich – ganz im Sinne Nikolaus – für einen guten Zweck einsetzen. Darum:

Lasst mich bis zum 13. Dezember um Mitternacht wissen, welches Projekt oder welche Organisation ihr unbedingt förderwürdig findet. Die Entscheidung, wem oder was das Geld zugute kommt, fällt mit der Auslosung der/des Stiefel-Gewinner/in.

Ich freue mich auf viele gute Spendenvorschläge und wünsche viel Glück! danke euch für die vielen Spendenvorschläge! Der Nikolaus-Stiefel geht an Miriam {Nr. 11} und die Spende damit an die Heilsarmee, die Obdachlose mit Zuflucht und Notbetten, Suppen und warmen Getränken unterstützt.

Liebe Miriam, vielen Dank und herzlichen Glückwunsch. Bitte teile mir via Mail deine Adresse mit.


Kaeseplatte von Bries et ses amis

BRIE ET SES AMIS ist einer Berliner Startup mit französischen Wurzeln: Seit 1921 handelt der Familienbetrieb aus Chartres mit Käse, von dem wir hierzulande noch nie gehört, geschweige denn gekostet haben. Das wollte Gründerin Paula Kirchenbauer ändern. Während Eltern und Geschwister die 200 Sorten umfassende Käsevielfalt auf französischen Wochenmärkten feilbieten, vertreibt die »Fromagers-Affineur« das Sortiment online. In den Nikolaus-Stiefel haben die »Brie-Freund/innen« einen 50€-Gutschein für eine Käseplatte nach eigener Wahl gesteckt.


Löwenbrot von Brotliebling

Das Brot zum Käse kommt von Brotliebling: Das Unternehmen mit Sitz im Berlin-Wedding will die Welt fürs Selberbacken begeistern und sendet darum seit 2012 Back-Sets quer durch die Republik. Darin enthalten: abgewogene Zutaten in Bioqualität samt Backanleitung und Backpapier. Für den Nikolaus-Stiefel haben die Brotliebhaber ihr Lieblingsbrot das Löwenbrot ausgewählt: ein Vollkornbrot aus Weizen- und Dinkelmehl mit Mandeln und wilden Hanfsamen.


Drinksyndikat Gin und Tea CocktalDetox-Tee von Tree of Tea

Die Getränke stellen der Berliner Cocktailversandhandel »Drink-Syndikat« und der Passauer Bio-Teehandel »Tree of Tea«, die für die jüngsten Cocktailrezepturen gemeinsame Sache gemacht haben. Das Ergebnis dieser Kooperation hat das »Drink-Syndikat« in den Stiefel gelegt: ein Cocktail-Set mit Zutaten und Rezepten für die sechs Gin- und Tee-Cocktails. Die Tee-Experten haben ihr großes Detox-Wohlfühlset dazu gelegt – für den inneren Reinigungsprozess.


Brettchen mit Messer von Heute ist Morgen

Die »Infrastruktur« fürs gelungene Mahl stammt von »Heute ist Morgen«, einer jungen Online-Plattform für nachhaltiges Design: Ein Käsemesser aus Bambus und japanischen Stahl, ein Bambus-Schneidebrett und 2 Beton-Eierbecher haben die beiden Gründer Tim-Robert Meyer und Philipp York Martin zum Stiefelglück beigesteuert.


archiv/e magazin 01 und 02

Anselm und Lina vom Berliner Indie-Magazin »archiv/e« ergänzen das kulinarische Vergnügen um den Lesegenuss: In den Stiefel haben sie dafür je eine Ausgabe ihres Magazins Nr. 01 und 02 gesteckt.

Birdy von das-rote-paketbilderleiste Kleinwaren / von Laufenberg


Die weihnachtliche Gemütlichkeit unterstützen der Leipziger Online-Shop für junges Design »Das Rote Paket« und das Düsseldorfer Grafikstudio »Kleinwaren / von Laufenberg«: »Das Rote Paket« hat BIRDY, den wollenden Vogel, Vera von Laufenberg eine magnetische Bilderleiste in den Stiefel gesteckt.


WSAKE Lettered PendantAn den übervollen Stiefel hat das Regensburger Vater-Tochter-Unternehmen WSAKE eines ihrer »Lettered Pendants« gebunden. Welches »Zauberwort« darauf stehen soll, das darf die/der Gewinner/in bestimmen.


Bildnachweise: Nikolausstiefel (c) Melanie Mauer | Weihnachtsgeäst von Dmytro Yakymuk | Boote (c) Jacob Sapp | alle anderen Bilder stammen jeweils vom Unternehmen

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Mode? Ist nicht mein Ding – oder besser: war. Nicht etwa weil sie mir gleich wäre. Im Gegenteil. Sondern weil ich mich – trotzdem ich mich für einigermaßen modebewusst halte – nie sicher fühlte auf diesem schmalen Grat zwischen Sachverstand, Feingefühl und Finanzen.


»Modebewusstsein verlangt, sich seiner selbst bewusst zu sein, also seine Schwächen und Stärken zu kennen und herauszufinden, was der eigenen Persönlichkeit entspricht.«  Gabriele Strehle


Die einschlägige Ratgeberliteratur hat mir bislang wenig geholfen, mehr Sicherheit zu gewinnen. Entweder konnte ich mich in den vorgegebenen Modetypen nicht finden {ich würde das „kleine Schwarze“, das ich nicht besitze, weder mit Lacklederstiefeln noch mit Strickjacke oder Perlenohrringen kombinieren} oder ich fühlte mich nicht gemeint {große Mager-Models in 1.000-Euro Kleidern zielen in jeder Hinsicht an mir vorbei}. Meine Modelust lag daher jahrzehntelang in einer Art Dornröschenschlaf. Das könnte sich jetzt ändern, denn Journalistin und Bloggerin Marlene Sørensen {spruced.us} hat ein Modebuch geschrieben – mit der Kraft des Erlöserkusses. 

M i MA Marlene Soerensen Stilvoll

Stilvoll – Inspiration von Frauen, die Mode lieben ist mehr als ein Ratgeber. Zwar beantwortet das Buch auch die typischen Stil- und Modefragen, zum Beispiel: Welche Kleider gehören in einen wohlsortierten Kleiderschrank? Was trägt man wann und kombiniert man wie? Doch dabei bleibt es nicht stehen. Marlene Sørensen will nicht »nur« beraten; sie will ihre Leser/innen mit ihrer Lust am Kleiden und Verkleiden, Sich-Finden und Neu-Erfinden infizieren. Dafür hat sie eine ganze Entourage von Frauen um sich gesellt, die ihre Liebe zur Mode teilen und doch ganz unterschiedlich ausdrücken. So etwa Sängerin Joy Denalane, Kostüm- und Bühnenbildnerin Aino Laberenz, Schauspielerin Hannah Herzsprung oder die Bloggerinnen Claire Beermann und Jessica Weiß.


Mit Leichtigkeit und Witz erschließt Marlene Sørensen auch jenen die hohe Kunst des Kleidens, die keine »textile Früherziehung« genossen haben. 


Charmant und witzig portraitiert Marlene ihre modischen Begleiterinnen und zeigt, was man von ihnen lernen kann. Dazu gibt sie jede Menge Tipps, die sich nie wie Ratschläge anfühlen, sondern stets wie ein so einfaches wie raffiniertes Rezept daherkommen: Worauf es sich zu sparen lohnt oder wo man eine preisgünstige Alternative findet, wie man sich in fünf Minuten perfekt kleidet oder seinen Stil von jetzt auf gleich verändert, die ideale Jeans findet oder sich gekonnt in Übergrößen hüllt. Wenn ich überhaupt etwas an diesem Buch kritisieren kann, dann allein an der {typo-}grafischen Gestaltung: Ein bisschen weniger Blogstyle und etwas mehr Buchkunst hätte es meines Erachtens noch stilvoller gemacht. Doch das fällt kaum ins Gewicht. Stilvoll gelingt es auch so, das das Beste aus Buch und Blog zu vereinen. 

Die Schwächen der digitalen Form, ihre Flüchtigkeit und die einseitig-visuelle Sinnlichkeit, werden qua Druck ins Beständige überführt mit allen sinnlichen Konsequenzen: Man riecht, schmeckt, hört, fühlt, sieht. Und dabei atmet das Buch den egalitären Geist der Blogosphäre. Nirgendwo weht einem die kühle Arroganz entgegen, die in so mancher Modepublikation Sturmgeschwindigkeiten erreicht. Marlene Sørensen lässt – ganz Bloggerin – alle und jede/n großherzig an ihrem Wissen und Können partizipieren, ohne dabei jemals ins Banale abzudriften. Mit Leichtigkeit und Witz erschließt sie so auch all jenen die hohe Kunst des Kleidens, die keine „textile Früherziehung” genossen haben. Ein wahrhaft ansteckendes Vergnügen.


Marlene Sørensen
Stilvoll – Inspiration von Frauen, die Mode lieben
erschienen bei Callwey | September 2016

Das Buch mit gesticktem Titel ist in drei Farben erhältlich und kostet 29,95 Euro.


Fotos: Marlene Sørensen

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Ich wurde mitten in den Sommer hineingeboren. In das Grillenzirpen und den hitzeflirrenden Asphalt, in die korngeschwängerte Luft, die Seidennächte und das tiefe Farbensatt. Als Kind liebte ich diese Jahreszeit in ihrer herrlich-dichten Sinnlichkeit. Später dann, als mein Körper und ich uns immer mehr entzweiten, wurde sie mir zur Last. Heute kann ich sie wieder genießen.

Ob die Jahreszeit, in die man hineingeboren wird, wohl etwas mit einem macht? Ob meine Wasserliebe vielleicht von der früherfahrenen Hitze rührt? Wie dem auch sei – zweierlei ist gewiss: dass an meinem Geburtstag alle in den Ferien sind und die „Was-wünscht-du-dir-Frage“. Auf die fällt mir dieses Jahr sogar einmal {rechtzeitig} etwas ein. Und was steht so auf eurem Wunschzettel?

Wunschzettel, Geburtstagswuensche, Sommerkind, Geburtstag

Rucksack | Parfüm | Cardigan | Tschick | Glasservice | Seidenschal

Die frühe Losfee zieht die Zahl. Es ist die Nummer 5 und damit das Buch Östlich der Sonne und westlich des Mondes von Kay Nielsens für 2-box. Herzlichen Glückwunsch und viel Freude damit!
Für alle, deren Wünsche die Losfee nicht erfüllen konnte, gibt es vielleicht einen kleinen Trost: Von heute bis Sonntag, den 26. Juni, ist Sommer-Sale bei TASCHEN mit bis zu 70% Rabatt auf Aufstellungsbücher und Mängelexemplare. 

{Kooperation} Denk ich an Kuba, denk ich an Salsa, Zigarren und Rum. An Oldtimer, morbide Architekturschönheiten, ewige Partylaune und sozialistische Träumer/innen. Vorurteile und Klischees, in denen wie an allen Stereotypen ein Funken Wahrheit steckt. Die ganze Wahrheit – das ist mehr als wahrscheinlich – werde ich nie kennenlernen, nicht zuletzt da sich der karibische Inselstaat mitten im Wandel befindet. Wie gut also, dass es Bücher gibt. Sie nehmen einen mit in fremde Welten und vergangene Zeiten. So etwa das Buch des Fotojournalisten Lee Lockwood Castros Kubo, das TASCHEN gerade neu aufgelegt hat. 

Das bereits 1967 erschienene Buch enthält Lockwoods Gespräche und Beobachtungen und Hunderte von Fotografien seiner Reisen an der Seite Castros bis in die 1960er-Jahre. Doch das ist nur ein Buch von vielen, die ihr gewinnen könnt. 
Bis Mittwoch, den 22. Juni verlose ich in Kooperation mit TASCHEN ein Buch eurer Wahl im Wert von 50,- Euro. Hinterlasst einfach einen Kommentar mit eurem Wunschtitel. Die Losfee verkündet am 23. Juni in aller Herrgottsfrühe die/den Gewinner/in. Viel Glück!*
Lee Lockwood. Castros Kuba. Ein Amerikaner in Kuba. Reportagen aus den Jahren 1959–1969, TASCHEN

Lee Lockwood. Castros Kuba. Ein Amerikaner in Kuba. Reportagen aus den Jahren 1959–1969, TASCHEN

Lee Lockwood. Castros Kuba. Ein Amerikaner in Kuba. Reportagen aus den Jahren 1959–1969, TASCHEN
Lee Lockwood. Castros Kuba. Ein Amerikaner in Kuba. Reportagen aus den Jahren 1959–1969, TASCHEN
*Regeln für die Verlosung auf M i MA
Teilnahmeberechtigt sind volljährige, natürliche Personen, die zum Zeitpunkt ihrer Teilnahme ihren ständigen Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland haben. Personen unter 18 Jahren dürfen nur mit Zustimmung der Erziehungsberechtigten teilnehmen. 
Bitte habt Verständnis dafür, das ich nur Nachrichten berücksichtige, die vor dem Teilnahmeschluss abgegeben werden und eine gültige E-Mail-Adresse enthalten bzw. von einer/einem eingeloggten User/in abgegeben wurden. Für fehlende, verspätete oder an falscher Stelle abgegebene Einträge übernehme ich keine Verantwortung. 
Die Gewinner/innen werden per Zufallsauswahl bestimmt und innerhalb von fünf Tagen unter der angegebenen E-Mail-Adresse informiert. 
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Alle Preise wurden unentgeltlich zur Verfügung gestellt und können nicht bar ausgezahlt werden.

Eine vergleichsweise unaufgeregte Woche, eine entsprechend unaufgeregte Liste und ein ebensolches Wochenende wünsche ich allen.

Gleich zwei wunderbare Kinderbücher fielen mir kürzlich in die Hände: Komm, wir machen was mit Stadt aus dem Loewe- und Nusret und die Kuh aus dem Tulipan-Verlag. Im Prinzip grundverschieden – das eine ein Spiel- und Bastel-, das andere ein Bilderbuch – haben sie doch Gemeinsamkeiten: Beide Bücher widmen sich mit Liebe, Feinsinn, Witz und Respekt ihrem jeweiligen Gegenstand; und beide Bücher sind das Ergebnis eines co-kreativen Prozesses. 
Das Bastelbuch stammt aus dem Würzburger Forschungslabor für Angewandte Kreativwissenschaften Herr Pfeffer, hinter dem die zwei Designerinnen Manou tigapigs und Julia Bruns stehen. Das Bilderbuch ist ein Gemeinschaftsprojekt der Berliner Autorin Anja Tuckermann sowie den zwei Illustrator/innen Mehrdad Zaeri und Ulli Krappen. Im Nachwort haben die beiden Künstler/innen den Prozess ihrer Zusammenarbeit beschrieben – und allein diese Beschreibung ist lesenswert. Sie zeigt auf zauberhaft-zärtliche Weise, was Co-Creation auch bedeuten kann: „[Wir] stehen uns an einem Tisch gegenüber und malen am gleichen Blatt. Das ist ein bisschen wie Zeitschach. Wir haben eine Stoppuhr und jeder von uns hat zwei Minuten für seine Zeichnung. […] Sobald die Uhr piepst, wandert das Blatt rüber zum anderen, […] der es alles übermalen, zerstören, vernichten darf, sogar soll, damit das Spiel an Fahrt gewinnt. Irgendwann entwickelt sich etwas Konkretes im Bild, etwas nimmt Gestalt an. Und …. dann [heißt es] auch schon mal, obwohl sich die Stoppuhr bereits gemeldet hat: ›Nein, mach du weiter, das ist eher dein Ressort.“ Doch zum Inhalt. Worum geht es hier wie dort? 

Nusret und die Kuh erzählt die Geschichte des kleinen Nusret, der bei seinen Großeltern in einem verlassenen Dorf irgendwo im Nahen Osten lebt. Nusrets Eltern sind während des Kriegs mit seinen Geschwistern nach Deutschland geflohen. Sie wollen ihren jüngsten Sohn schon bald zu sich holen. Nusret ist hin und her gerissen. Damit die Sehnsucht erträglich bleibt, nimmt er seine geliebte Kuh mit nach Deutschland. Dort soll sie – wie er – das Lesen und Schreiben lernen. Als Nusret in seiner neuen Heimat Fuß gefasst hat, bringen er und seine Eltern die Kuh zurück aufs Land zu den Großeltern. Dort liest sie ihnen, die des Lesens nicht mächtig sind, fortan Nusrets Briefe aus Deutschland vor. 
Anja Tuckermann, Uli Krappen und Mehrdad Zaeri haben ein berührendes Buch über Heimat, Fremde und Sehnsucht gemacht, das gerade heute dringend gebraucht wird – nicht nur für Kinder!
Anja Tuckermann, Uli Krappen, Mehrdad Zaeri
Nusret und die Kuh
ab 5 Jahren 
1. Auflage 2016, Tulipan Verlag
Preis: 18,00 €
Die beiden Damen von Herrn Pfeffer haben für Komm, wir machen was mit Stadt zahlreiche Bastelideen für Kinder ab fünf Jahren zusammengetragen, denen man – anders als manch anderen Kinderkreationen – gerne einen prominenten Platz in den eigenen vier Wänden einräumt. 
Das Buch zeigt auf wunderbar verspielte Weise, was sich aus unseren täglichen Abfällen alles machen lässt: eine Kuschelstadt aus Stoffresten zum Beispiel, ein Minigärtchen aus Milchtüten, eine Autogirlande aus leeren Streichholzschachteln oder Pflanztöpfe aus Konservendosen. Dabei unterscheidet sich das Buch nicht nur in seiner Gestaltung wohltuend von vielen anderen Bastelbüchern, auch die Anleitungen sind anregend anders. Dazu tragen nicht zuletzt die acht kleinen Stadtfreunde bei: der Ideen-Marienkäfer zum Beispiel, der zeigt, was sich aus dem Gebastelten noch alles machen lässt (etwa Spiele für Drinnen und Draußen), der Material-Igel, der weiß, was man alles braucht für das Projekt oder der kleine und der große Waschbär, die wissen, wann kleine Macher/innen besser große Unterstützung in Anspruch nehmen.
Ma. hat für die nächsten Monate schon einen Bastelplan erstellt und für jedes Wochenende ein Projekt ausgewählt. Gestartet ist sie mit dem Minigärtchen, das nun leicht abgewandelt als Ostergärtchen unsere eher minimalistische Osterdeko aufpeppt.

Herr Pfeffer
Komm, wir machen was mit Stadt
Ein kreatives Spiel- und Bastelbuch
aus der Reihe „Naturkind“

ab 5 Jahren, 1. Auflage 2016 Loewe Verlag 
Preis: 12.95 €

Ich danke dem Tulipan- und dem Loewe-Verlag für die Rezensionexemplare.